Lipin

Lipin – Wirkstoff, der den Stoffwechsel und das Verdauungssystem beeinflusst.

Darreichungsform und Inhaltsstoffe

Lipin wird lyophilisiert und zur Herstellung der Emulsion verwendet: eine amorphe Masse in hellgelber oder weißer Farbe mit charakteristischem Geruch (verfügbares Volumen in Flaschen oder Fläschchen von 100, 250 oder 500 Milligrammen; je nach Packungsinhalt: eine Flasche, ein Fläschchen in einer Pappschachtel oder drei Fläschchen zusammen mit dem Inhalator NEBULISER).

Der Inhalt umfasst ein Fläschchen (eine Flasche):

  • Wirkstoff: Lecithin in einer Dosierung von 100, 250 oder 500 Milligramm (als Standard-Lecithin);
  • Hilfskomponente: Laktose.

Anwendungshinweise

Lipin kommt bei der komplexen Therapie der nachfolgend aufgeführten Erkrankungen zum Einsatz:

  • Kardiologie: Instabile Angina pectoris sowie akuter Myokardinfarkt
  • Pneumologie: Syndrom der langdauernden und akuten respiratorischen Insuffizienz unterschiedlicher Ätiologie bei Erwachsenen und Kindern, einschließlich Neugeborener mit respiratorischer Dysregulation im Zusammenhang mit perinataler Hypoxie und Asphyxie während der Geburt
  • Geburtshilfe: Intraabdominale Fötushypoxie sowie spätere Gestose
  • Gastroenterologie: Akute und chronische Hepatitis, Leberzirrhose, chronisch nicht kalkulöse Cholezystitis sowie nichtspezifische ulcerative Kolitis
  • Nephrologie: Polyzystose, akute und chronische Pyelonephritis, diabetische Nephropathie, Glomerulonephritis sowie renale Insuffizienz

Kontraindikationen

Lipin ist kontraindiziert bei Vorhandensein einer Hypersensibilität gegenüber den Wirkstoffkomponenten des Präparats.

Da das Liofilisat Laktose enthält, darf es nicht an Patientinnen mit seltenen erblichen Formen der Galactosämie oder bei Syndromen der Glukose-Galaktose-Malabsorption sowie bei Laktasemangel angewendet werden.

Anwendung und Dosierung

Lipin kann oral, intravenös, rektal oder inhalativ verabreicht werden.

Die liposomale Emulsion muss unmittelbar vor der Anwendung zubereitet werden. Dazu wird das Fläschchen 30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen gelassen. Für die Vorbereitung der Emulsion zur intravenösen Verabreichung werden im Voraus bis zu 36 °C aufgewärmte 0,9 %ige Natriumchlorid-Lösung für Injektionen oder Infusionen im Verhältnis 10:1 (auf 100 mg Liofilisat – 10 ml Lösung) verwendet. Bei der Vorbereitung der Emulsion zur Inhalation wird das Verhältnis 100:2 (auf 100 mg Liofilisat – 2 ml Lösung) angewendet. Anschließend ist das Fläschchen bis zur Bildung einer gleichmäßigen weißen Emulsion (innerhalb von 2 Minuten) zu schütteln.

Bei der Zubereitung der Emulsion für die rektale Anwendung und Aufnahme kann abgekochtes oder destilliertes Wasser peroral verwendet werden.

Lipin darf nicht mit anderen inhalativen oder parenteralen Lösungen in einer Spritze oder Inhalationsgerät gemischt werden.

Die Pneumologie:
Die Dosierung für die Inhalation beträgt üblicherweise 10 bis 15 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Die Anwendungshäufigkeit liegt bei 1 bis 2 Mal täglich (bei schweren Fällen bis zu 3 Mal täglich). Die Dauer des Therapiekurses beträgt 5 bis 10 Tage.

Für Neugeborene mit dem Atemnotsyndrom wird das Präparat in einer Dosierung von 25 bis 100 mg pro Kilogramm Körpergewicht dreimal bis viermal täglich verabreicht. Die optimale Inhalationsdauer beträgt drei bis vier Minuten; eine Verlängerung des Therapiekurses auf zehn bis zwölf Tage ist bei Bedarf zulässig.

Das Anschließen des Inhalators an den Atemwegskreislauf des Beatmungsgeräts IWL ist möglich. Zur Durchführung der Inhalation sind ausschließlich Aerosolinhalatoren oder Ultraschallinhalatoren zu verwenden. Die Anwendung von Paraerosol-Inhalatoren ist unzulässig.

Die Geburtshilfe:
Lipin wird bei Gestose langsam intravenös infundiert.

Die Behandlungsdauer orientiert sich an den klinischen Symptomen und kann zwischen drei und zehn Tagen betragen.

Gastroenterologie
Bei akuter oder langdauernder aggressiver Hepatitis, langdauernder nekrotischer Cholezystitis sowie Leberzirrhose wird Lipin zweimal täglich mit einer Dosis von 1000 mg verabreicht. Die Behandlungsdauer beträgt 18 bis 21 Tage. Bei schwerem Krankheitsverlauf wird das Liofilisat in 5-prozentiger Glucoselösung gelöst und intravenös tropfend infundiert; die Kurzdauer liegt dann bei 10 Tagen. Im Verlauf der Therapie ist eine Änderung der Verabreichungsart möglich.

Zur Behandlung der nicht-spezifischen Ulzerösen Kolitis wird das Präparat in Form von Mikroklistieren in der Einzeldosis angewendet.

  • Tag 1 bis 10: 1000 mg
  • Tag 11 bis 20: 500 mg

Anwendungshäufigkeit: zweimal täglich; Kurzdauer: 20 Tage.

Nephrologie
Zur Behandlung einer langdauernden und akuten Pyelonephritis wird Lipin intravenös tropfweise in einer Dosis von 10 bis 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht einmal täglich, gleichzeitig mit antibakteriellen Mitteln, verabreicht. Die Kurzdauer beträgt 3 bis 4 Tage.

Zur Behandlung einer langdauernden Pyelonephritis, Glomerulonephritis sowie diabetischer Nephropathie im Stadium der chronischen Niereninsuffizienz wird Lipin intravenös tropfweise in entsprechender Dosis gleichzeitig mit der grundlegenden Standardtherapie verabreicht. Die Kurzdauer beträgt 14 Tage.

Nebenwirkungen

Lipin wird bei therapeutischen Dosierungen gut vertragen.

Während der Therapie können Herzrasen, Kopfschmerzen, Nesselsucht sowie weitere allergische Reaktionen auftreten.

In Einzelfällen (nach intravenöser Gabe von Lipin) können folgende Reaktionen auftreten:

  • Zu den allgemeinen Nebenwirkungen zählen: Fieber, Gliedmaßenzittern, Blutdruckabfall, Schwächegefühl sowie Übelkeit und Erbrechen. Zudem können Schmerzen im Lendenbereich und in den Brustwirbelabschnitten (Hexenschuss) entstehen.
  • Zu den lokalen Reaktionen zählen Schmerzen an der Injektionsstelle.

Sollten diese Nebenwirkungen auftreten, muss die Gabe von Lipin unverzüglich abgebrochen und eine symptomatische Therapie eingeleitet werden.

Besondere Hinweise

Vor Beginn der Anwendung von Lipin sowie bei Auftreten nicht charakteristischer Symptome ist eine ärztliche Konsultation erforderlich.

Arzneimittelwechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme von Lipin zusammen mit zytostatika, Steroiden, Antibiotika sowie vitaminhaltigen und anderen Arzneimitteln ist möglich.

Lagerungsdauer und Lagerungsbedingungen

An einem für Kinder unzugänglichen Ort bei einer Temperatur von -10 bis zu -20 °C (im Gefrierfach aufbewahren).

Die Haltbarkeitsdauer beträgt ein Jahr.

Die zubereitete Emulsion kann bis zu sechs Stunden bei einer Temperatur von 2 bis 6 °C gelagert werden.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Die seltenste Erkrankung ist die sogenannte 'Kura'-Krankheit. Nur Angehörige des Stammes der For in Neuguinea sind davon betroffen. Der Patient stirbt vor Lachen. Es wird angenommen, dass die Ursache dieser Krankheit der Verzehr menschlichen Gehirns ist.


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