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Die Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse – die dekorative Sommerpflanze aus der Familie der Kreuzblütler, die bis zum ersten Spätfrost ständig blüht. Am weitesten verbreitet ist sie mit rot-orange Blüten; seltener trifft man auf rosa und gelbe Blumen.

Kapuzinerkresse

Es gibt zwei Sorten dieser Pflanze: die Zwergkapuzinerkresse oder die niedrig wachsende Sorte, die bis zu 25 Zentimeter hoch wird und reichlich hell blüht, sowie die hohe Kapuzinerkresse, die mit aufrechten Stängeln bis zu 1,5 Metern in die Länge wächst.

Die Pflanze bevorzugt einen mäßig feuchten, gut gedüngten Boden. Die Kapuzinerkresse verträgt frischen Mist, Überfeuchtung und Kalk nicht. Ein Mangel an Feuchtigkeit beeinträchtigt das Wachstum der Pflanze jedoch ebenfalls negativ. Auf übermäßig gedüngtem Boden hört die Pflanze auf zu blühen, während sich die Blätter stattdessen stark entwickeln.

Die Kapuzinerkresse vermehrt sich durch Samen. Für eine frühe Blüte Anfang Mai werden 2–3 Samen in Töpfe unter einen Film ins Gewächshaus gesetzt. In Kisten ist das Säen unerwünscht, da die Pflanze das Umpflanzen schlecht verträgt. Nach dem Ende des Spätfrosts kann die Kapuzinerkresse direkt in den offenen Boden gepflanzt werden; bei warmem Wetter ist eine direkte Aussaat möglich.

Die Pflege der Kapuzinerkresse besteht aus regelmäßiger Düngung und Bewässerung. Die Zwergkapuzinerkresse eignet sich hervorragend für den Rand von Beeten und Bordüren. Die hohe Kapuzinerkresse wird häufig daneben auf Balkonen, Terrassen oder an Fassaden gepflanzt.

Bestand und nützliche Eigenschaften der Kapuzinerkresse

Wenige wissen, dass die Kapuzinerkresse neben ihrem schönen Aussehen über bemerkenswerte medizinische Eigenschaften verfügt. In Südamerika, dem Ursprungsland der Pflanze, wird sie zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen eingesetzt. Auch die europäische Medizin schenkt ihr zunehmend Aufmerksamkeit.

In allen Teilen der Kapuzinerkresse ist eine hohe Menge an Ascorbinsäure enthalten; im Stiel bis zu 100–150 Milligramm und im Blatt bis zu 450 Milligramm pro 100 g, was etwa dem Gehalt in schwarzen Johannisbeeren und Paprika entspricht.

Die heilenden Eigenschaften der Kapuzinerkresse beruhen auf ihrem Schwefel- und Carotin-Gehalt, die bei der Prävention von Sklerose und anderen Alterserkrankungen wirksam sind; zudem enthält die Pflanze viel Kalium, Jod und Phosphor.

Die Kapuzinerkresse wirkt antimikrobiell, stärkt das Immunsystem und verbessert den Stoffwechsel.

Alle Teile der Pflanze finden therapeutische Anwendung: Die Blätter wirken beispielsweise entzündungshemmend; sie werden bei Influenza, Lungenerkrankungen und oberen Atemwegsinfektionen sowie als Hustenmittel bei chronischen Bronchitiden eingesetzt, dank des Gehalts an pflanzlichen Antibiotika. Zudem wird die Pflanze bei Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus), entzündlichen Erkrankungen der Lymphknoten und als Abführmittel genutzt; ferner unterstützt sie Männer- und Frauen im Klimakterium. Getrocknete Blüten und Blätter wirken effektiv gegen Depressionen, reduzieren Reizbarkeit und das Gefühl von Niedergeschlagenheit.

Zur Zubereitung des Aufgusses werden 1 Esslöffel getrockneter Kapuzinerkresseblätter mit einem Glas kochendem Wasser übergossen, eine halbe Stunde ziehen gelassen und anschließend abgeseiht; der Aufguss wird dreimal täglich zu einem Drittel des Glases eingenommen.

In Westeuropa ist ein Wein-Aufguss aus Kapuzinerkresseblättern weit verbreitet: Ein Literglas wird mit frischen Blättern gefüllt, mit weißem trockenem Wein übergossen und an einem dunklen Ort zwei Wochen ziehen gelassen; danach wird der Aufguss abgeseiht. Er wird dreimal täglich zu einem Kaffeelöffel vor den Mahlzeiten eingenommen und ist besonders nützlich zur Stärkung der Lebenskräfte des Organismus.

Bei Erkrankungen der Harnwege und Nieren, einschließlich der Nierensteinkrankheit, ist ein Sud aus der ganzen Pflanze wirksam: Ein Esslöffel Knospen, Früchte und Blätter wird mit 0,5 l kochendem Wasser übergossen und 15 Minuten im Wasserbad erhitzt; danach wird der Sud 30–40 Minuten ziehen gelassen und abgeseiht. Er wird dreimal täglich zu einer halben Tasse eingenommen.

Bei chronischer Bronchitis ist der Saft der Kapuzinerkresse wirksam, dreimal täglich zu einem Esslöffel eingenommen; zudem wird eine alkoholische Tinktur aus der ganzen Pflanze zubereitet: 1,5 Esslöffel Samen, Knospen und Blätter werden mit einem Glas Wodka übergossen und zwei Wochen an einem dunklen Ort ziehen gelassen. Die Tinktur wird dreimal täglich zu 25 Tropfen eingenommen.

Kapuzinerkresse-Aufgüsse werden erfolgreich bei Erkrankungen des kardiovaskulären Systems eingesetzt.

Die heilenden Eigenschaften der Kapuzinerkresse unterstützen auch die Behandlung von Mundentzündungen: Ein Sud aus 1 Esslöffel Blüten und Blättern wird mit 1 Glas kochendem Wasser übergossen, eine halbe Stunde im Wasserbad erhitzt, abgeseiht und um einen Kaffeelöffel Honig ergänzt; damit werden Mundhöhle und Rachen bei Angina und Mundentzündung gespült.

Aus den Blättern der Kapuzinerkresse wird ein Saft hergestellt, der bei Hautkrätze und Juckreiz angewendet wird. Der Blattsaft dient auch zur Behandlung von Haarausfall; zusätzlich helfen eine alkoholische Brennnessel-Kapuzinerkresse-Tinktur oder ein Sud aus Früchten und Blättern gegen Haarausfall.

Omelett, dekoriert mit Kapuzinerkresse

Die Anwendung der Kapuzinerkresse in der Kochkunst.

Neben den zahlreichen medizinischen Eigenschaften wird die Kapuzinerkresse auch intensiv in der Küche verwendet; Samen, frische Blätter und feste Blütenstände werden als Nahrungsmittel genutzt.

In Südamerika wird die Pflanze wegen ihrer Würzigkeit geschätzt, da sie einen spezifischen Geschmack und ein charakteristisches Aroma besitzt. In englischsprachigen Ländern dient die Kapuzinerkresse zur Zubereitung von Vitamingetränken und Salaten.

Frische Blätter, Samen und feste Blütenstände unterscheiden sich durch ihren Bisswert; daher werden daraus häufig Fleischplatten und Salate zubereitet. Grüne Früchte und Blütenstände werden mit Essig und Dill mariniert, während aus getrockneten Kapuzinerkressen ein essigsaurer Extrakt hergestellt wird, der einen eigenartigen Beigeschmack aufweist.

Die Blumenblätter der Kapuzinerkresse werden zusammen mit Knoblauch, Salz und Mayonnaise zu einer Paste zerrieben und für Schnitte verwendet.

Frische Früchte schmücken kulinarische Platten mit Obst- und Gemüsesorten; getrocknete Samen werden in hausgemachte Weine eingearbeitet. Aus getrockneten Kapuzinerkressen wird zudem ein sehr aromatischer Tee hergestellt.

Ob Sie sollten Folgendes wissen:

Laut der Meinung vieler Wissenschaftler sind Vitaminkomplexe für den Menschen tatsächlich wirkungslos.


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