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Harninkontinenz im Wochenbett

Harninkontinenz nach der Geburt – pathologischer Zustand bei Frauen, die unwillkürlich urinieren; das postpartale unwillkürliche Urinieren tritt häufiger auf unter körperlicher Belastung, beim Lachen, Niesen und Husten (bei starker Erhöhung des intraabdominalen Drucks). Die Hauptursache für die Inkontinenz nach der Geburt ist die Schwächung des Beckenbodens

Harninkontinenz ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern eine Störung der normalen Funktion des urogenitalen Systems; sie stellt eine postpartale Komplikation dar, die bei 10 % der Frauen während der ersten Schwangerschaft und Geburt sowie bei 21 % während der zweiten und jeder nachfolgenden Schwangerschaft auftritt. Bei einer vaginalen Entbindung ist das Risiko für die Entwicklung von Harninkontinenz etwas höher als beim Kaiserschnitt.

Die postpartale Harninkontinenz ist kein pathologischer Zustand, der zwingend einer Korrektur bedarf; in den meisten Fällen stellt sich die spontane Funktion innerhalb eines Jahres wieder her. In Einzelfällen erfolgt jedoch keine Selbstheilung. Bei Abwesenheit von Komplikationen wie Entzündungen oder Infektionen stellt die Harninkontinenz keine wesentliche Gesundheitsgefahr dar, beeinträchtigt aber erheblich die Lebensqualität. Eine rechtzeitige Diagnose und eine adäquate Therapie führen zur vollständigen Beseitigung des Problems; verzögert sich Diagnostik und therapeutisches Eingreifen bis zur Normalisierung der Harnfunktion, kann sich der Zustand im Laufe der Zeit verstärken. Fortgeschrittene Fälle sind schwerer zu korrigieren und zeichnen sich durch häufige Rückfälle aus.

Ursachen für die Entwicklung einer postpartalen Harninkontinenz

Die Hauptursache für die postpartale Harninkontinenz ist das Dehnen und Erschlaffen des Beckenbodengewebes, welches während der gesamten Schwangerschaft eine ausreichende Stützfunktion für die Gebärmutter übernimmt.

Der Beckenboden stellt ein funktionelles Muskel-Faszien-System dar, das für die Aufrechterhaltung der inneren Organe, die Erhaltung ihrer physiologischen Lage, die Regulation des intraabdominalen Drucks sowie die Unterstützung bei der Geburt verantwortlich ist. Das Dehnen dieser Muskulatur erfolgt unter dem Einfluss des Gewichts von Gebärmutter und Fötus. Eine schwere Entbindung, ein großes Kind oder Geburtsverletzungen stellen weitere Ursachen für das Erschlaffen des Beckenbodens dar.

Die postpartale Harninkontinenz wird durch folgende Faktoren verursacht:

  • Ein Defekt der Innervation der Beckenbodenmuskulatur sowie der Harnblase.
  • Ein Defekt der Schließfunktion der Harnröhre sowie der Harnblase.
  • Eine pathologische Labilität der Harnröhre.
  • Die Instabilität der Harnblasenlage sowie Schwankungen des endovesikulären Blutdrucks.

Es existiert eine Reihe von Risikofaktoren, die zur Entwicklung einer postpartalen Inkontinenz beitragen:

  • Die erbliche Veranlagung (genetische Prädisposition für die Entstehung dieses Defekts).
  • Spezifika des anatomischen Aufbaus der Beckenorgane sowie der Muskulatur des Beckenbodens.
  • Neurologische Störungen (Neurologie, Multiple Sklerose, Spastik sowie Wirbelsäulenverletzungen)
  • Chirurgische Eingriffe während der Geburt und Stammtraumen
  • Großes Fruchtwasser
  • Übergewicht während der Schwangerschaft

Symptome einer postpartalen Harninkontinenz

In der medizinischen Praxis werden sieben Hauptformen der Harninkontinenz unterschieden:

  • Imperative Inkontinenz: unwillkürliches Wasserlassen trotz starkem, drängendem Harndrang ohne Kontrolle
  • Stressinkontinenz: Harnabfluss bei körperlicher Belastung infolge der Erhöhung des intraabdominalen Drucks
  • Paradoxe Inkontinenz oder Inkontinenz bei überfüllter Blase: Urinabsonderung trotz vollgestreckter Harnblase
  • Reflektorische Inkontinenz: Wasserlassen unter Einfluss auslösender Faktoren (z. B. lautes Schreien, plötzlicher Schreck, Klang von Wasser)
  • Nykturie
  • Persistente Inkontinenz
  • Inkontinenz nach vollständigem Wasserlassen

Häufiges Auftreten von Stressinkontinenz (SNM) postpartal. Für eine genaue Diagnosestellung ist eine komplexe Abklärung notwendig.

Die Diagnose einer postpartalen Inkontinenz wird gestellt, wenn bei der Patientin folgende Symptome vorliegen:

  • Regelmäßige Episoden eines unwillkürlichen Harnverlustes;
  • Der wesentliche Umfang des Harnverlustes pro Episode;
  • Eine Beschleunigung des Harnverlusts bei körperlicher Belastung sowie unter Stress oder während des Geschlechtsverkehrs.

Bei unregelmäßigen Episoden eines unwillkürlichen Harnabgangs ist es ratsam, sich an einen Arzt zur Korrektur des Zustands zu wenden. Zu beachten ist, dass einzelne Fälle von unkontrolliertem Urinieren auch für den gesunden Organismus charakteristisch sein können.

Postpartale Inkontinenz: Behandlung und Prognose

Für die Behandlung einer Harninkontinenz ist ein korrektes Vorgehen erforderlich. Viele Frauen ignorieren das Problem, wenden sich nicht an einen Arzt und versuchen eigenständig, das Problem zu lösen oder den pathologischen Zustand zu beherrschen. Für die postpartale Inkontinenz werden konservative sowie radikale Methoden empfohlen.

Bei der Inkontinenz ist eine Selbstheilung nicht empfehlenswert, da dieser Zustand eine sorgfältige Abklärung zur Ausschluss möglicher Entzündungen sowie infektiöser Ursachen erfordert. Ubretid – eines der Medikamente zur Behandlung von Harninkontinenz nach der Geburt

Für die Behandlung der postpartalen Harninkontinenz werden medikamentöse Therapien zunächst nicht empfohlen. Medikamente kommen lediglich bei Komplikationen, wie beispielsweise einem entzündlichen Prozess oder einer Infektion, zum Einsatz.

Die Diagnostik einer Inkontinenz erfolgt durch folgende Verfahren:

  • Die Erhebung der Anamnese (subjektive Patientendaten, die auf das Problem hinweisen)
  • Die gynäkologische Untersuchung
  • Die Zystoskopie (endoskopische Untersuchung der Harnblase)
  • Durchführung laborchemischer Tests
  • Ultraschalluntersuchung
  • Komplexe urodynamische Untersuchungen (Zistometrie, Profilometrie, Uroflussmessung)

Zu den konservativen Behandlungsmethoden der postpartalen Inkontinenz gehören die Durchführung von Leibesübungen zur Stärkung des Beckenbodens sowie eine spezifische Physiotherapie zum Muskeltraining. Dabei wird ein Zusammenhang zwischen Muskelkraft und Gewichtsveränderung angenommen.

Ein Kriterium für die Beurteilung der Wirksamkeit konservativer Methoden ist das vollständige Ausbleiben unwillkürlicher Harnabgänge. Die Normalisierung des Harnabflusses dauert durchschnittlich bis zu einem Jahr.

Bei Ineffektivität konservativer Behandlungsmethoden werden chirurgische Korrekturverfahren eingesetzt. Gegenwärtig kommen vor allem minimal-invasive operative Verfahren zum Einsatz.

Die Hauptmethoden der chirurgischen Korrektur sind:

  • Ureterozystozepeksie – der vollwertige chirurgische Eingriff zur Fixierung von Harnblase, Harnröhre und Gebärmutter. Diese Methode wird bei wesentlichen Defekten des Muskelaufbaus eingesetzt.
  • Die Einführung eines Gels in den paraurethralen Raum: Diese Manipulation kann sowohl im Krankenhaus als auch ambulant durchgeführt werden. Bei dieser Korrekturmethode bleibt das Rezidivrisiko hoch.
  • Sling-Operationen – das Einbringen einer synthetischen Schlinge in den Bereich der Harnröhre zur zusätzlichen Stabilisierung.
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