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Harninkontinenz im hohen Alter

Altersinkontinenz – die unwillkürliche Harnausscheidung – ist eine sehr häufige Erscheinung, die bei 70 % der Frauen und Männer im höheren Alter beobachtet wird. Das Problem der Inkontinenz bei älteren Menschen befindet sich an der Schnittstelle mehrerer medizinischer Fachgebiete: Urologie, Gynäkologie und Neurologie; es betrifft tatsächlich alle Aspekte des Lebens der Patientinnen und erschwert deren Haushaltsführung sowie die Anpassung in professionellen und familiären Umfeld. Harninkontinenz bei älteren Menschen tritt in 70 % der Fälle auf

Dennoch ist es notwendig, sich zur Inkontinenz ebenso wie zu jeder anderen Erkrankung so zu verhalten, als läge nichts Schändliches vor. Die Altersinkontinenz ist eine physiologische Erscheinungsform des Alterns des Organismus, deren Grund in Abweichungen und Störungen der Funktion bestimmter Systeme liegt.

Ursachen und Formen der Inkontinenz bei älteren Menschen

In der Norm wird ein gesunder Mensch etwa fünf bis sechs Mal pro Tag angefeuchtet; jedoch können mit zunehmendem Alter im menschlichen Organismus Veränderungen eintreten, die den Wasserlassungsprozess beeinträchtigen. Die Erscheinungsformen dieser Pathologie lassen sich üblicherweise wie folgt unterteilen:

  • Stressinkontinenz im höheren Alter (30–40 % der Fälle), deren Ursache eine Abschwächung des Schließmuskels ist. Dies geschieht in der Regel beim Laufen, Niesen, Gelächter sowie beim Heben von Gewichten und bei körperlichen Belastungen;
  • Dringliche Inkontinenz (15–20 % der Fälle), die auf eine Hyperaktivität der Harnblase zurückzuführen ist. Sie wird durch äußere Reize ausgelöst: z. B. das Geräusch fließenden Wassers, das Waschen von Geschirr, der Konsum alkoholischer Getränke oder die kalte Jahreszeit.
  • Durchgangs- (vorübergehende) Inkontinenz. Bei älteren Menschen kann sie mit infektiös-entzündlichen Harnblasenerkrankungen (akuter Blasenentzündung) verknüpft sein. Bei Frauen kann diese Form der Inkontinenz durch eine Entzündung der Scheide oder Harnröhre, ein zwingendes Harndranggefühl, häufiges Wasserlassen und Brennen begleitet werden.
  • Harninkontinenz. Diese Form der Inkontinenz bei älteren Männern ist häufig auf einen gutartigen Blasentumor in der Vorgeschichte sowie eine Harnröhrenverengung zurückzuführen; sie tritt seltener im Rahmen eines Prostatakarzinoms auf.

In einigen Fällen kann eine hormonelle Umstellung des Organismus die Ursache für die Harninkontinenz bei älteren Frauen sein. Der Rückgang des weiblichen Hormonspiegels im Alter führt zu atrophischen Veränderungen der Scheide und der Harnröhrenschleimhaut.

Zudem kann die Harninkontinenz bei älteren Personen auf starke Stressfaktoren sowie neurologische Erkrankungen (wie Schlaganfall oder Parkinson) zurückzuführen sein.

Zur Klärung der Schweregrade und Ursachen der Harninkontinenz werden die Beschwerden der Patientinnen eruiert. Es erfolgen eine optische Untersuchung, sowie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen der Harnblase und urodynamische Untersuchungen. Zur Analyse des Urins wird eine mikrobiologische Untersuchung durchgeführt.

Spasmex – ein krampflösendes Präparat zur Behandlung von Harninkontinenz bei älteren Menschen Zur Zeit werden bei älteren Personen verschiedene Methoden zur Behandlung der Harninkontinenz angewendet.

  • Nicht-medikamentöse Therapiemethoden
  • Medikamentöse Behandlung
  • Chirurgische Eingriffe.

Das Prinzip nicht-medikamentöser Verfahren besteht in der Blasentrainingstherapie, die auf die Verlängerung des Wasserlassen-Intervalls abzielt. Patienten sollen das Dranggefühl durch eine bewusste Anspannung des äußeren Schließmuskels unterdrücken. Auch bei Patientinnen mit unwillkürlichem Harnverlust ist es ratsam, Beckenbodenübungen zur Stärkung der Muskulatur durchzuführen.

Die medikamentöse Therapie zielt auf die Reduktion der kontraktilen Aktivität der Harnblase ab und erfolgt unter Anwendung von Antidepressiva sowie antispastischer Medikamente.

Obwohl konservative Behandlungsmethoden bei älteren Patienten mit Harninkontinenz oft gute Ergebnisse liefern, ist in einigen Fällen eine chirurgische Intervention erforderlich. Meistens wird die operative Behandlung bei Stress-Inkontinanz angewendet; sie kommt seltener zum Einsatz bei der Behandlung einer dringlichen Inkontinenzform.

Ob Das sollten Sie wissen:

Bei 5 % der Patientinnen führt das Antidepressivum Klomipramin zu einem Orgasmus.


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