Wesentliche Aspekte > Ärztliche Berufsgruppen > Facharzt für Kinderheilkunde mit Schwerpunkt Neonatologie

Neonatologie

Neonatologen sind Kinderärzte, die sich auf die Versorgung von Früh- und Neugeborenen spezialisiert haben.

Neonatologe – ein Arzt, der sich mit der Gesundheit von Neugeborenen befasst

Die Arbeit eines Neonatologen ist anspruchsvoll und verantwortungsbewusst, da sie sich auf die Versorgung von Früh- und Neugeborenen konzentriert. In dieser Phase müssen jene Erkrankungen identifiziert werden, die in langdauernde Formen übergehen können und zu Behinderungen führen. Daher streben Neonatologen danach, diese Kinder sorgfältig zu untersuchen.

Obwohl sich der Neonatologe primär mit Früh- und Neugeborenen befasst, handelt es sich um einen Arzt mit breitem Profil, da er aufgrund des Spektrums seiner Tätigkeit eine Vielzahl von Erkrankungen verschiedener Systeme und Organe behandelt. Neben seiner Rolle als Diagnostiker fungiert er auch als Geburtshelfer.

Zu welchem Krankheitsbild gehört die Kompetenz des Neonatologen?

  • Frühgeburtlichkeit;
  • Erbrechen
  • Nabelhernie, Darmverschluss sowie Blutungen aus dem Nabel
  • Neugeborenengelsucht
  • Kindliche Sommerdiarrhö
  • Durchfall
  • Bronchitis
  • Kurzes Zungensegel
  • Verstopfung
  • Neugeborenenaugenblennorrhö
  • Stillende Frau
  • Krampfanfälle im Kindesalter
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Phenylketonurie (angeborene Stoffwechselerkrankung)

Welche Organe untersucht ein Kinderarzt?

  • Lunge und Herz. Der Neonatologe hört mit dem Membranstethoskop die Lungengeräusche des Kindes, bestimmt die Atemfrequenz, den Rhythmus sowie die Herztöne;
  • Kopf. In der Beratungsstelle bestimmt der Neonatologe den Kopfumfang des Säuglings, tastet (palpiert) die Schädelknochen und prüft auf das Vorhandensein einer Wassergeschwulst (Hydrozephalus);
  • Hals. Der Neonatologe tastet die Schlüsselbeine ab, um festzustellen, ob sie während der Geburt nicht verletzt wurden. Zudem palpiert er den Zungenbeinmuskel, da dieser bei Muskelkrämpfen verkürzt sein kann;
  • Geschlechtsorgane. Bei Jungen tastet der Arzt die Hoden und prüft, ob sie in den Hodensack herabgefallen sind. Bei Mädchen betrachtet der Arzt die großen Schamlippen, die den kleinen Patienten bedecken sollen;
  • Bauch. Der Neonatologe tastet beim Neugeborenen obligatorisch den Bauch ab und bestimmt die Größen von Milz und Leber. In der Beratungsstelle fragt der Neonatologe die Mutter nach dem Stuhlgang des Kindes. In den ersten Tagen wird Mekonium (die erste Fäkalie), zähflüssig und dick, oliven- oder dunkelgrün gefärbt, abgeleitet.

Zusätzlich bewertet der Neonatologe den Muskeltonus des Säuglings. In der Regel wird bei Kleinkindern ein physiologischer Hypertonus beobachtet, was die Haltung bedingt: Die Arme sind seitwärts gebeugt und gepresst, der Kopf ist zur Brust geneigt, die Hände sind zu Fäusten geballt, die Beine sind in den Hüft- und Kniegelenken gebeugt. Der Arzt bestimmt den Tonus der Muskeln durch Abbeugen der Gelenke sowie durch Auseinanderbewegen von Armen und Beinen;

Die Hüftgelenke sollten sich leicht trennen lassen, und die Oberschenkel sollten symmetrisch sein. Wenn die Hüften schwer zu trennen sind, kann eine Hüftgelenksdysplasie vermutet werden.

Zudem bewertet der Neonatologe bei der Untersuchung die Hauptreflexe.

Wann muss sich die Mutter an eine neonatologische Beratungsstelle wenden?

  • Wenn bei einem Neugeborenen Blutungen aus dem Nabel beobachtet werden, ist eine Konsultation einer neonatologischen Beratungsstelle erforderlich. Gewöhnlich weist solches Blut, das in den ersten Stunden nach der Geburt auftritt, auf eine schlecht gebundene Nabelschnur hin und zeigt keinen langdauernden Charakter. Es kann jedoch vorkommen, dass sich das Blut 3 bis 5 Tage nach der Geburt, zum Zeitpunkt des Abfalls des Nabelstrangs, manifestiert. Manchmal ist im Nabel ein Stück rotes Fleisch auf einem dünnen Stiel zu sehen; diese Erscheinung wird als Wildfleisch bezeichnet.
  • Bei einem Neugeborenen kann ein Nabelbruch entstehen, der durch eine unsachgemäße Bindung des Nabelstrangs oder infolge starker Schreianfälle sowie häufiger Gasentwicklung bedingt ist.
  • Windeldermatitis (Diaper Dermatitis) manifestiert sich bei Säuglingen vorwiegend in den Gesäßbacken, im Bereich der Geschlechtsorgane, am unteren Bauch sowie hinter den Ohren und in den Hautfalten der Achsel- und Leistenregion. Man unterscheidet drei Schweregrade: die leichte Form mit milder Rötung ohne Gewebeschädigung, die mittlere Form mit ausgeprägter Rötung und sichtbaren Erosionen sowie die schwere Form mit feuchtiger Rötung und Geschwürbildung. Da Windeldermatitis anfällig für Sekundärinfektionen ist, sollte sie nicht verschleppt werden; eine Konsultation einer neonatologischen Beratungsstelle ist ratsam.

Welche Untersuchungen verlangt der Neonatologe?

  • Die Bestimmung des Rhesusfaktors.
  • Die Bestimmung des Blutfaktors.
  • Das Neugeborenen-Screening.

Im Entbindungsheim entnimmt der Neonatologe zwingend eine Blutprobe auf einem speziellen Teststreifen, um Werte für Hämoglobin (WG) und Folsäurestoffwechsel (FKU) zu bestimmen. Bei Verdacht auf bestimmte Erkrankungen erhalten die Eltern eine dringliche Benachrichtigung mit der Aufforderung, sich an einen endokrinologischen Beratungsdienst oder eine medizinisch-genetische Beratungsstelle zur weiteren Abklärung zu wenden. Nach endgültiger Diagnosebestätigung ist unverzüglich die entsprechende Behandlung einzuleiten.

Wenn bei einem Kind keine Pathologien festgestellt wurden, werden die Eltern in der Regel nicht informiert.

Die Anweisungen des Neonatologen

Bei dem Neugeborenen sollten folgende Reflexe vorhanden sein:

  • Greifreflex: Wird ein Finger in die Handfläche des Säuglings gelegt, presst dieser ihn fest zusammen. Manchmal kann der Säugling den Finger so stark umfassen, dass man das Kind leicht anheben kann.
  • Suchreflex: Wird der Bereich am Mundwinkel gestreicht, dreht das Kind den Kopf zur Seite des Reizes.
  • Automatischer Gangreflex: Wird dem Säugling die Arme unterlegt und auf eine ebene Oberfläche gestellt, hebt er den Körper an, als ob er zu gehen beginnt.
  • Saugreflex: Wird ein Finger an die Lippen des Säuglings geführt, saugt dieser daran.
  • Kriechreflex: Wird das Kind auf den Bauch gelegt und werden die Handflächen unter seine Füße geschoben, stößt es sich ab und versucht zu kriechen.
  • Babinski-Reflex: Wird der Fuß des Säuglings leicht gekitzelt, spreizen er die Zehen und zieht die Fußspitze nach oben.

Nach dem Besuch der Beratungsstelle beim Neonatologen erklärt die Kinderkrankenschwester der jungen Mutter, wie man für Nabel und Haut sorgt, wie man badet und das Kind wäscht sowie wie es richtig ist, es zu bekleiden.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Die Leber ist eines der wichtigsten Organe unseres Körpers; ihr durchschnittliches Gewicht beträgt etwa 1,5 kg.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt