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Störungen des Knochenaufbaus

Die imperfekte Osteogenese – eine angeborene Störung, die durch Knochenbrüchigkeit gekennzeichnet ist und zu erhöhter Fragilität führt. Betroffene weisen Defekte der Kollagenstruktur oder ein Kollagendefizit auf. Meist werden diese Störungen durch Mutationen in den Genen COL1A1 und COL1A2 verursacht. Die Erkrankung tritt bei etwa 1 von 20.000 Neugeborenen auf. Dysostose imperfecta bei Kindern

Typen der imperfekten Osteogenese

Es werden acht Typen der imperfekten Osteogenese unterschieden.

Der häufigste Typ ist Typ I; er unterscheidet sich von den übrigen Formen dadurch, dass das Kollagen normale qualitative Eigenschaften besitzt, jedoch in unzureichender Menge produziert wird. Zu den Symptomen der imperfekten Osteogenese vom Typ I gehören:

  • Knochenbrüchigkeit
  • Gelenkinstabilität
  • Leichte Augenveränderungen
  • Verminderter Muskeltonus
  • Hörverlust in frühen Stadien
  • Leichte Wirbelsäulenverkrümmung
  • Entfärbung der Sklera, wodurch das Augenweiß seine normale bläuliche Schattierung verliert

Die Symptome der imperfekten Osteogenese sind:

  • verminderter Kollagengehalt
  • Atemnot durch unvollständige Lungendifferenzierung
  • geringe Körpergröße
  • Knochenverformungen

Typ II lässt sich in die Gruppen A, B und C unterteilen; diese werden radiologisch anhand der Befunde am langen Röhrenknochen sowie seiner Ränder unterschieden.

Die Patientinnen sterben meist im ersten Lebensjahr an Ateminsuffizienz oder intrakranialer Blutung.

Die imperfekte Osteogenese vom Typ III zeichnet sich durch folgende Symptome aus:

  • Es wird zwar eine ausreichende Menge an Kollagen gebildet, jedoch ist die Qualität des produzierten Kollagens unzureichend.
  • Die leichte Brüchigkeit der Knochen, die sich teilweise schon bei der Geburt manifestiert,
  • Deformitäten der Knochen.
  • Mögliche Atemprobleme,
  • Eine verminderte Körpergröße, Wirbelsäulenkrümmungen sowie gelegentlich auch eine Verbiegung des Brustkorbs (Pectus carinatum).
  • Schwäche des Gelenkapparates,
  • Verminderung des Muskeltonus in Händen und Beinen.
  • Entfärbung der Sklera (Augenhäute).
  • Früher Haarausfall.

Die Lebensdauer kann trotz schwerer körperlicher Mängel normal sein.

Der Typ IV der imperfekten Osteogenese zeichnet sich durch folgende Symptome aus:

  • Das Kollagen wird zwar in ausreichender Menge gebildet, jedoch ist seine Qualität unzureichend.
  • Die Knochen sind leicht und werden insbesondere bis zum Zeitpunkt der Geschlechtsreife zerstört.
  • Aufgrund geringer Körpergröße, einer Krümmung des Rückgrats sowie tonnenförmiger Verformungen des Brustkorbs.
  • Aufgrund schwacher oder mäßiger Deformitäten der Knochen.
  • Aufgrund eines frühen Hörverlusts.

Der V.-Typ der imperfektiven Osteogenese weist dieselben klinischen Merkmale wie Typ IV auf, unterscheidet sich jedoch durch das gitterartige Aussehen des Knochens, die radiale Versetzung des Kopfes sowie einen gemischten Hörverlust und führt zur Kalzifikation der Membran zwischen zwei Knochen des Unterarms. Junge mit Dysostose imperfecta Grad I

Der VI.-Typ der imperfektiven Osteogenese weist dieselben klinischen Merkmale wie Typ IV auf, unterscheidet sich jedoch durch die Einmaligkeit der feingeweblichen Befunde der Knochentextur. Die Ursachen der imperfektiven Osteogenese vom Typ VI sind Funktionsverlust und Mutation des Gens Serpin F1.

Eine Form der imperfektiven Osteogenese (Typ VII) ist durch eine Mutation des Proteins der Knorpelmatrix bedingt, während Typ VIII als schwere und tödliche Störung mit Veränderungen in den Aminosäuren Leucin und Prolin einhergeht.

Die Behandlung der imperfekten Osteogenese

Eine Heilung der imperfekten Osteogenese ist nicht möglich, da diese Erkrankung genetisch bedingt ist; die Therapie zielt darauf ab, das allgemeine Knochenwachstum zu erhalten und weitere Komplikationen zu verhindern. Zur Erhöhung der Knochenmasse und zur Linderung von Schmerzen werden Bisphosphonate eingesetzt. Bei schweren Fällen wird chirurgisch eine Osteotomie durchgeführt, um verkümmerte Bereiche im Knochen zu korrigieren.

Ob Wissen Sie das?

Im Bemühen, Patienten zu retten, überschätzen Ärzte oft die Erfolgsaussichten: So unterzog sich beispielsweise Charles Jensen zwischen 1954 und 1994 mehr als 900 Operationen zur Entfernung von Tumoren ohne dauerhafte Heilung.


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