Unter einer Brandwunde versteht man eine Schädigung der Gewebe infolge der Einwirkung von übermäßiger Hitze, elektrischem Strom, ionisierender Strahlung oder chemischen Substanzen. Diese Verletzungsfaktoren führen zu einem ähnlichen Krankheitsbild, da sie die Denaturierung von Proteinen auslösen. Neben den lokalen Schäden kann eine Brandwunde auch eine systemische Infektion des Organismus verursachen, bedingt durch die Freisetzung und das Einbringen nekrotischen Gewebematerials in den Blutkreislauf. Eine solche systemische Infektion, ausgelöst durch die Verbrennung, wird als Verbrennungskrankheit bezeichnet. Bei einer Infektion von mehr als 30 % der Hautoberfläche führt die Menge an giftigen Substanzen aus dem nekrotischen Gewebe zu einer Schockreaktion, die mit dem Leben unvereinbar ist.
Die Infektion des Gewebes bei der Verbrennungswunde umfasst drei Zonen:
Die Stadien der Verbrennungswunde werden je nach Tiefe des Gewebeschadens unterschieden. Man unterscheidet vier Stadien der Verbrennungswunde:
Eine Besonderheit bei Verbrennungen ist, dass das Ausmaß tiefer oder ausgedehnter Verletzungen oft erst später, etwa 48 Stunden nach dem Trauma, festgestellt werden kann. Selbst nach Entfernung des schädigenden Agens kann die Gewebeschädigung fortlaufen.
Die chemische Verbrennung entsteht durch die Wirkung eines chemischen Agens, das mit den Geweben des Organismus reagiert und deren Zerstörung auslöst. Chemische Verbrennungen weisen einige Besonderheiten auf, die sie von thermischen oder elektrischen Verbrennungen unterscheiden.
Das Ausmaß der Gewebeschädigung bei chemischen Verbrennungen hängt direkt von der Konzentration der chemischen Substanz, ihrer Aktivität sowie vom Charakter der ausgelösten Reaktion in den Geweben ab. Eine allgemeine Regel besagt, dass die Tiefe der Gewebeschädigung bei chemischen Verbrennungen oft größer ist als es auf den ersten Blick erscheint. Jedes ätzende Mittel löst beim Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten eine spezifische, ihm eigene Reaktion aus. Klinische Infektionen bei chemischen Verbrennungen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Säurebrand und Laugebrand.
Ein Säurebrand ruft eine schnelle Proteingerinnung in der Nekrosezone hervor; dabei bildet sich eine dichte, sogenannte „trockene" Blutkruste. Die Infektion ist hierbei deutlich von den umgebenden Geweben durch die koagulierten Gewebeschichten isoliert.
Ein Laugebrand ruft eine Kolliquationsnekrose hervor. Der Charakter der Infektion liegt darin, dass sich keine dichte Blutkruste bildet; stattdessen erfolgt das Erweichen („Rasschischenije") der Gewebe, wodurch die Nekrosezone keine scharfe Grenze aufweist und die geschädigten Gewebe „schwimmen"; zudem nimmt die Infektionszone zu. Der Verlauf und die Prognose eines Laugebrands sind ungünstiger als bei einem Säurebrand.
Eine Verbrennung entsteht bei Unfällen häufig; daher sollte jeder die Grundsätze der Erstversorgung kennen. Die Hilfeleistung muss fachkundig erfolgen, da dies in manchen Fällen über Leben und Tod entscheiden kann.
Das Wichtigste ist, das schädigende Agens zu entfernen. Brennt Kleidung am Menschen, muss diese gelöscht werden. Dabei darf man nicht in Panik geraten und die Kleidung weiter anzünden, da dies das Feuer nur verstärken würde; Flammen breiten sich nach oben sowie seitlich von Kopf und Atemwegen aus. Der Mensch wird liegen gelassen, und die Kleidung wird gelöscht: Indem man eine dichte Textur (Decke, Mantel etc.) darüberlegt, wird der Sauerstoffzugang unterbunden und die Flamme erlischt.
Die Erstversorgung bei Verbrennungen erfolgt chemisch durch Verdünnung des auslösenden Stoffes mittels reichlicher Spülung mit Wasser.
Das weitere Ziel der Hilfe bei Verbrennungen ist die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes; dabei muss auf die Atmung geachtet und ggf. eine künstliche Beatmung eingeleitet werden.
Das weitere Ziel der Hilfe bei Verbrennungen ist die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes; dabei muss auf die Atmung geachtet und ggf. eine künstliche Beatmung eingeleitet werden.
Die Behandlung von Verbrennungswunden
Die Behandlung von Verbrennungen zweiten Grades umfasst eine Schockprophylaxe sowie das Auflegen einer biologischen Wundauflage unter dem Verband mit Medikamenten; alternativ ist auch eine offene Wundbehandlung möglich.
Bei Verbrennungen dritten und vierten Grades erfolgt die Therapie chirurgisch: Früher wurden Nekroseareale entfernt, um die Aufnahme von Toxinen ins Blut zu minimieren, während heute bei schweren Verletzungen oft ein Gewebeschluss zur Deckung des großen Defekts angestrebt wird.
Bei Verdacht auf eine Infektion ist in jeder Phase eine unverzügliche Behandlung erforderlich, da ohne qualifizierte Hilfe die Zerstörung von Gewebe und das Fortschreiten der Traumafolgen sowie die Aufnahme von Zerfallsprodukten den Zustand des Patienten erheblich verschlimmern können.
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