Der Patisson ist eine Unterart des gewöhnlichen Kürbisses. Er wird sowohl zu dekorativen als auch zu Nahrungszwecken angebaut. Sein Ursprungsgebiet liegt in Süd- und Mittelamerika, wo er ursprünglich vorkam. In Frankreich wird er als Jerusalemer Artischocke bezeichnet.
In unserem Land ist er nicht besonders beliebt, da der Anbau große Mühe erfordert. Dieses Gemüse ist empfindlicher gegenüber den Bedingungen des Anbaus als die Melonenkürbisse.
Der Patisson blüht und bildet ununterbrochen bis zum ersten Frost. Die Früchte entwickeln sich innerhalb von 4–7 Tagen nach der Blüte. Das Fruchtfleisch des Patissons schmeckt wesentlich besser als das der gewöhnlichen Melonenkürbisse oder Kürbisse. Das Gewicht variiert je nach Alter der Frucht zwischen 100 und 800 Gramm. Meistens werden weiße Sorten angebaut, in der Natur trifft man jedoch auch grüne, orange, gelbe sowie violette Patissons an. Als nützlichste und leckerste gelten die nicht ausgereiften Patissons, die im Alter von fünf bis sechs Tagen geerntet wurden. Zu diesem Zeitpunkt ist das Fruchtfleisch zart und elastisch. Überreife Früchte verlieren ihren angenehmen Geschmack; ihr Fruchtfleisch wird grob und faserig. Solche Patissons werden als Futter für das Hausvieh verwendet.
In 100 Gramm Patisson sind enthalten: 92 g Wasser, 0,6 g Eiweiß, 0,1 g Fett, 5,5 g Kohlenhydrate (davon 4,1 g Mono- und Disaccharide), 1,3 g Ballaststoffe, 1,0 g Pektin, 0,1 g organische Säuren sowie 0,7 g Asche.
In 100 g Früchten sind enthalten: 0,03 mg Niacin (Vitamin B3), 0,04 mg Riboflavin (Vitamin B2), 0,3 mg Niacin, 23 mg Vitamin C, 120 mg Kalium, 13 mg Calcium, 25 mg Magnesium, 13 mg Natrium, 12 mg Phosphor und 0,4 mg Eisen.
Patissonen sind kalorienarm und enthalten einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Der Kaloriengehalt beträgt 19 kcal pro 100 g Frucht. Die Früchte bilden Zucker in Form von Fruktose und Glukose, was ihre Verdaulichkeit erhöht.
Patissonen sind ein wertvolles Produkt für eine therapeutische und diätetische Ernährung. Da dieses Gemüse zu 90 % aus Wasser und alkalischen Verbindungen besteht, sollten sie am besten zusammen mit Fleisch oder anderen proteinhaltigen Lebensmitteln konsumiert werden. Die alkalischen Substanzen verbessern die Gallensekretion, regen die Glykogensynthese an und unterstützen die Blutbildung. Ballaststoffe helfen dem Organismus, überschüssige Fette und Toxine auszuschleusen. Pektinsubstanzen binden Cholesterin und fördern dessen Ausscheidung aus dem Körper.
Genau deshalb können Patissonen bei Lebererkrankungen, Nierenleiden, Atherosklerose, Dysbiose, Hypertonie, Magengeschwüren sowie Blutarmut große Vorteile bringen. Zudem besitzen sie einen ausgeprägten harntreibenden Effekt. Darüber hinaus wirken sie leicht abführend. Der regelmäßige Verzehr dieser Früchte fördert die Ausscheidung von Kochsalz und Flüssigkeit aus dem Organismus. Zusätzlich verringert dieses Gemüse das Risiko für die Entwicklung von Krebserkrankungen.
Orangen enthalten den höchsten Luteingehalt unter den Früchten. Lutein im Blut neutralisiert freie Radikale, verhindert die Bildung von Blutgerinnseln, stärkt das Immunsystem und wirkt wohltuend auf die Sehkraft.
Die Samen dieses Gemüses sind sehr nützlich. Das daraus gewonnene Speiseöl ist ein hochwertiges Protein- und Vitaminprodukt. In 100 ml Öl sind 600 Kilokalorien enthalten. Neben dem Öl enthalten die Samen Harze, Glykoside sowie ungesättigte Fettsäuren. Nach dem Cholesteringehalt (nach Eiern) nehmen die Patissons-Samen den zweiten Platz ein. Sie eignen sich besonders bei Erkrankungen des Urogenitalsystems sowie zur Wiederherstellung der Funktionen von endokrinen und nervösen Systemen.
Vor dem Verzehr ist es notwendig, die Samen von der Schale zu befreien und in einer Kaffeemühle zu mahlen. Bei Wasserschwellungen ist es ratsam, zwei Esslöffel gereinigter Patissons-Samen (dreimal täglich, 30 Minuten vor den Mahlzeiten) einzunehmen.
Der Saft aus Patisson hat einen ungewöhnlichen Geschmack. Er verbessert die Verdauung und beruhigt das Nervensystem.
Dieses Gemüse eignet sich hervorragend zum Kochen, Braten, Dünsten oder Schmoren. Einige Köche bereiten daraus süße, aromatische und leckere Konfitüren zu. Originelle Snacks entstehen aus marinierten und gesalzenen Patissons. Zum Kochen dieses Gemüses ist es notwendig, es nicht länger als 15 bis 20 Minuten zu garen.
Junge Patissons werden vollständig zubereitet. Bei reiferen Früchten wird das Fruchtfleisch herausgeschnitten. Dieses Gemüse lässt sich hervorragend mit Kräutern und Käse füllen oder aus Hackfleisch und Mais auf dem Grill oder im Backofen zubereiten.
Das Aroma von in der Pfanne geschmorten Patissons erinnert an Spargel, während das marinierte Gemüse den Geschmack von Steinpilzen nachahmt. Dieses Gemüse kann schwach gesalzene Gurken ersetzen.
Patissons sollten bei Darmstörungen nicht verzehrt werden, da sie die Darmtätigkeit anregen.
Dieses Gemüse, ebenso wie Kohl und Melonenkürbisse, ist bei Temperaturen von 0 bis +1 °C hervorragend haltbar.
Patissons bleiben deutlich länger als anderes Gemüse haltbar, wenn sie in Polyethylenbeutel verpackt und im Keller gelagert werden.
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