Die Leber

Allgemeine Charakteristik der Leber

Die Leber ist das größte unpaare lebensnotwendige Organ des Menschen, das sich in der Bauchhöhle unter dem Zwerchfell befindet und eine Vielzahl physiologischer Funktionen erfüllt. Sie fungiert als wichtigste Verdauungsdrüse, produziert Galle, wirkt als Barriere für giftige Substanzen im Proteinstoffwechsel und nimmt aktiv an allen Stoffwechselprozessen teil.

Leber

Die Leber ist ein zentraler Bestandteil des Verdauungs-, Kreislauf- und Stoffwechselprozesses.

Aufbau der Leber

Die Leber gliedert sich in zwei Lappen: den linken und den rechten. Der linke Leberlappen unterteilt sich weiter in zwei Abschnitte: den quadratischen (Segment II) und den caudalen (Segment I).

Nach dem Segmentierungsschema der Leber nach Couinaud gliedert sie sich in acht Segmente. Ein Segment ist ein pyramidenförmiger Bereich des funktionierenden Lebergewebes (Parenchym), der über eine ausreichende eigenständige Blutversorgung, nervöse Verbindungen sowie den Abfluss der Galle verfügt.

Das Lebergewebe besteht aus Läppchen; das Läppchen stellt damit die strukturell-funktionale Einheit der Leber dar. Die strukturellen Komponenten eines Leberläppchens sind: Hepatozytenplatten, intralobuläre Hämokapillaren, Cholangiolen, perisinusoidaler Raum (Raum von Disse) sowie die Zentralvene.

Funktionen der Leber

Wie bereits erwähnt, übernimmt die Leber eine Vielzahl von Aufgaben, darunter:

1. Die Entgiftung verschiedener Fremdstoffe durch Umwandlung in unschädliche oder weniger schädliche Substanzen bzw. in solche, die leicht aus dem Organismus ausgeschieden werden können.

2. Die Entgiftung der Endprodukte des Stoffwechsels sowie die Ausscheidung von Hormon- und Vitaminüberschüssen.

3. Die Bereitstellung von Glukose für den Organismus durch Synthese aus unterschiedlichen Energiequellen.

4. Die Wiederherstellung der Reserven sowie die Speicherung bestimmter Vitamine.

5. Die Synthese von Cholesterin und dessen Estern.

6. Die Synthese von Bilirubin und Gallensäure.

7. Die Produktion von Hormonen und Enzymen, die an der Verdauung im Zwölffingerdarm sowie in anderen Abschnitten des Dünndarms beteiligt sind.

8. Sie fungiert als Speicher für große Blutvolumina, die bei Bedarf – etwa im Schockzustand – in das allgemeine Kreislaufsystem abgegeben werden.

Eine normale Ausübung dieser Funktionen kann jedoch durch Lebererkrankungen wie Zirrhose, Krebs, Hämangiome, verschiedene Zysten und Virusinfektionen gestört werden.

Die heute am weitesten verbreitete Lebererkrankung ist die Zirrhose. Bei dieser langdauernden Erkrankung kommt es zum Verlust der lobulären Struktur zugunsten einer Zunahme des Bindegewebes. Sie manifestiert sich durch Funktionsstörungen sowie ein Syndrom erhöhten Blutdrucks im Pfortadersystem. Hauptursachen für das Entstehen der Leberzirrhose sind langjähriger Alkoholismus, Virushepatitis sowie die Ansiedlung schädlicher Organismen in der Leber.

Zur Behandlung der Leber kann eine Lebersanierung eingesetzt werden. Für eine eigenständige Sanierung ist es notwendig, auf schädliche Gewohnheiten zu verzichten und die Belastung für die Leber maximal zu verringern. Eine vollständige Reinigung erfordert die Konsultation eines Arztes, der den Verlauf der Verfahren und Therapiemaßnahmen individuell festlegt.

Ist eine Leberbehandlung bereits nicht mehr möglich, stellt die moderne Medizin lediglich eine Alternative zur Verfügung: die Lebertransplantation. Diese Operation, die zwar schon im vergangenen Jahrhundert durchgeführt wurde, weist heute Erfolgsquoten von durchschnittlich 55 % auf, was als recht gering einzustufen ist.

Ob Das sollten Sie wissen:

Der 74-jährige Australier James Harrison war über 1.000 Mal als Blutspender tätig. Aufgrund seiner seltenen Blutgruppe können seine Antikörper Neugeborene mit schwerer Anämie retten. So hat der Australier etwa zwei Millionen Kinder gerettet.


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