Die Leber

Allgemeine Charakteristik der Leber

Die Leber ist das größte unpaare lebenswichtige Organ des Menschen, das sich in der Bauchhöhle unter dem Zwerchfell befindet und erfüllt eine Vielzahl physiologischer Funktionen. Sie ist vor allem die wichtigste Verdauungsdrüse, die Galle produziert, fungiert als Barriere für giftige Substanzen im Proteinstoffwechsel und nimmt aktiv an allen Arten des Stoffwechsels teil.

Leber

Die Leber ist ein Teilnehmer der Verdauung, des Blutkreislaufs und des Stoffwechsels.

Der Aufbau der Leber

Die Leber gliedert sich in zwei Lappen: den linken und den rechten. Der linke Leberlappen unterteilt sich wiederum in zwei Abschnitte: den quadratischen und den caudalen Lappen.

Nach dem Schema der Segmentierung der Leber, das von Claude Quinque vorgeschlagen wurde, gliedert sie sich in acht Segmente. Ein Segment ist ein pyramidenförmiger Bereich der Gesamtheit der funktionierenden Hauptelemente der Leber (Parenchym), der über eine ausreichende eigenständige Blutversorgung, nervöse Verbindungen sowie den Abfluss der Galle verfügt.

Das Parenchym der Leber besteht aus Läppchen, was bedeutet, dass das Läppchen die strukturell-funktionale Einheit der Leber darstellt. Die strukturellen Komponenten eines Leberläppchens sind: hepatozytäre Platten, intralobuläre Hämokapillaren, Cholangiolen, perisinusoidaler Raum (Disse) und die Zentralvene.

Die Funktionen der Leber

Wie bereits erwähnt, übernimmt die Leber eine Vielzahl von Aufgaben, darunter:

1. Die Entgiftung verschiedener Fremdstoffe durch Umwandlung in unschädliche oder weniger schädliche Substanzen bzw. in solche, die leicht aus dem Organismus ausgeschieden werden können.

2. Die Entgiftung der Endprodukte des Stoffwechsels sowie die Ausscheidung von Überschüssen an Hormonen und Vitaminen aus dem Körper.

3. Die Bereitstellung von Glukose für den Organismus durch Synthese aus unterschiedlichen Energiequellen.

4. Die Wiederherstellung der Reserven und die Speicherung bestimmter Vitamine.

5. Die Bildung von Cholesterin und seinen Estern.

6. Die Synthese von Bilirubin und Gallensäure.

7. Die Produktion von Hormonen und Enzymen, die an der Verdauung im Zwölffingerdarm sowie in anderen Abschnitten des Dünndarms beteiligt sind.

8. Sie dient als Speicher für große Blutvolumina, die bei Bedarf – beispielsweise bei Schockzuständen – in das allgemeine Gefäßsystem abgegeben werden.

Aber die normale Ausführung dieser Funktionen kann durch Lebererkrankungen wie Zirrhose, Krebs, Hämangiom, verschiedene Zysten und Virusinfektionen gestört werden.

Die heute am weitesten verbreitete Lebererkrankung ist die Zirrhose. Die Leberzirrhose ist eine langdauernde Erkrankung der Leber, die sich durch den Verlust der lobulären Struktur zugunsten einer Zunahme des Bindegewebes auszeichnet. Sie manifestiert sich in Form von Funktionsstörungen und einem Syndrom erhöhten Blutdrucks im Pfortadersystem. Der Hauptgrund für das Entstehen der Leberzirrhose sind langjähriger Alkoholismus, Virushepatitis sowie die Ansiedlung schädlicher Organismen in der Leber.

Zur Behandlung der Leber kann eine Lebersanierung eingesetzt werden. Für eine eigenständige Sanierung muss man auf schädliche Gewohnheiten verzichten und die Belastung für die Leber maximal verringern. Für eine vollständige Reinigung ist es notwendig, sich an einen Arzt zu wenden, der den Verlauf der Verfahren und Therapiemaßnahmen individuell festlegt.

Wenn die Behandlung der Leber bereits unmöglich ist, bietet die moderne Medizin nur eine Variante: die Lebertransplantation. Diese Operation, die zwar schon im vorigen Jahrhundert durchgeführt wurde, hat ein Erfolgsquoten von durchschnittlich 55 %, was als recht gering einzustufen ist.

Ob Das sollten Sie wissen:

Der 74-jährige Australier James Harrison war Blutspender in über 1000 Fällen. Bei ihm liegt eine seltene Blutgruppe, deren Antikörper helfen, Neugeborene mit schwerer Anämie zu retten. So hat der Australier etwa zwei Millionen Kinder gerettet.


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