Gicht

Kurze Charakterisierung der Erkrankung

Gicht

Die Entstehung von Gicht ist mit der Ablagerung von Harnsäuresalzen verbunden, die sich im Körper ansammeln und schließlich die Gelenke erreichen. An dieser Erkrankung leiden etwa drei Menschen pro Tausend. Zur Risikogruppe gehören Männer ab dem 40. Lebensjahr sowie Frauen kurz nach dem Abschluss der Menopause. Besonders unangenehm ist, dass Gicht beliebige Gelenke – wie Fußsohle, Knie, Finger, Ellbogen und Hände – betreffen kann; das heißt, die Symptome können absolut in allen Körperteilen auftreten.

Die Ursachen für die Entwicklung von Gicht sind vielfältig: Es handelt sich sowohl um Diabetes mellitus als auch um Hypertonie, um einen ungesunden Lebensstil sowie um eine erbliche Veranlagung. Bei der Erstellung der Diagnose wird betont, dass eine Diät ein untrennbarer Bestandteil der Behandlung ist, da die Attacken der Erkrankung häufig auf dem Hintergrund von Alkoholkonsum oder Überernährung entstehen. In der Regel treten Verschärfungen des entzündlichen Prozesses in der Nachtzeit auf. Dabei kann heftiger Schmerz auch aus vermeintlich unwichtigen Gründen, beispielsweise durch das Gewicht einer Decke, ausgelöst werden. Gicht, deren Behandlung sich aus verschiedenen Gründen verzögert, zeigt im Laufe der Zeit immer häufiger eine Verschlechterung, und die Perioden der Verschärfungen werden langwieriger.

Symptome und Krankheitsbild bei Gicht

In der Regel beschränkt sich die Entzündung auf ein einzelnes Gelenk; verzögert jedoch die Ausscheidung von Harnsäuresalzen, kann sich das Geschehen auf weitere Körperabschnitte ausweiten. Typische Symptome der Gicht sind:

  • Ein scharfer, teilweise unerträglicher Schmerz im betroffenen Gelenk; keines der bekannten schmerzstillenden Präparate kann das Schmerzsyndrom vollständig lindern.
  • Schwellung des Gelenks sowie Rötung der Haut am Ort des Entzündungsherdes.
  • Ein Anstieg der Körpertemperatur auf 39–40 °C
  • Taubheitsgefühl des betroffenen Gelenks, das sich im Verlauf des Tages entwickelt.

Die akute Phase des Krankheitsverlaufs dauert zwei bis sieben Tage. Anschließend verschwinden Schmerz und übrige Symptome; dem Patienten wird es leichter, doch bleibt nur «die militärische Klugheit». Zweifeln Sie nicht daran, dass die Gicht erneut auftreten kann – dies geschehen kann einige Tage oder auch zwei bis drei Monate nach Abschluss der ersten Attacke. Je länger ein Mensch leidet, desto häufiger treten Verschlimmerungen auf. Mit der Zeit geht die Gicht, deren Behandlung unterblieben ist, auf neue Gelenke über und führt zur vollständigen Destruktion der Knochen.

Wenn der entzündliche Prozess mehr als drei Jahre dauert, bilden sich beim Patienten dicht liegende Knoten unter der Haut. Es handelt sich um eine Ansammlung von Harnsäurekristallen. Manchmal reißen diese Bildungen ohne jeden sichtbaren Grund; dabei treten weiße oder graue Krümel aus ihnen heraus. Eine weitere äußerst unangenehme Folge der Gicht sind Konkrementbildungen in den Nieren, die bei etwa 20 % der Patienten entstehen. In seltenen Fällen betrifft die Erkrankung das Herzsystem, das Perikard und die Herzklappen.

Die Gicht – Behandlung nach traditionellen Methoden

Zuvor sei festzustellen, dass ein Arzt eine vollständige Genesung des Patienten nicht garantieren kann; jedoch lässt sich der Verlauf des entzündlichen Prozesses durch moderne Heilmittel, Diät und spezielle Verfahren vollständig erfolgreich kontrollieren. Zur Verhinderung von Konkrementbildungen in den Nieren werden dem Kranken Kortikosteroide verordnet, um die Senkung des Säuregehalts im Urin zu erreichen. Bei Gicht, deren Symptome nach der Kur nicht zurückgehen, ist eine operative Intervention erforderlich. Chirurgen entnehmen Ablagerungen von Harnsäurekristallen aus weichen Geweben, was dem Patienten für einen gewissen Zeitraum ermöglicht, ein normales Leben zu führen.

Zusätzlich stellt die Operation eine einschneidende Maßnahme dar. Da in den letzten Jahren Methoden entwickelt wurden, die es ermöglichen, den Krankheitsverlauf ohne chirurgische Intervention zu kontrollieren, ist der Eingriff selten notwendig. Eine davon ist die Plasmapherese – ein Verfahren zur Blutreinigung mittels spezieller Ausrüstung. Zur Verbesserung des Zustands bei Gicht und einigen anderen Erkrankungen zählen Physiotherapie, die Behandlung von Stoffwechselstörungen sowie die Therapie primärer Grunderkrankungen wie Diabetes oder Hypertonie.

Die Gicht: Die Diät als unverzichtbares Element des Behandlungsprozesses

Da die Gicht durch einen Stoffwechseldefekt charakterisiert ist, ist die Beachtung der Diät aus Sicht der Aufrechterhaltung des normalen Befindens des Patienten sehr wichtig. In erster Linie muss die Menge an tierischen Proteinen in der Standardration erheblich eingeschränkt werden. Zudem sind auch Fettsäuren und zuckerhaltige Kohlenhydrate gefährlich. Ausgehend davon kann ein Musterverzeichnis nützlicher Lebensmittel erstellt werden:

  • Beliebiges Gemüse, mit Ausnahme von Meerrettich, Blumenkohl, Rettich, Sauerkraut und Spinat;
  • Tatsächlich alle Früchte, einschließlich Zitrusfrüchte;
  • Milch- und Sauermilchprodukte, wobei man eher ungesalzene und mageren Käsesorten wählen sollte. Quark und Kefir sind äußerst nützlich;
  • Hühnerei oder Wachseleier
  • Alle Sorten von pflanzlichen Ölen
  • Brei, insbesondere aus Vollkorn
  • Backwaren in maßvollen Mengen
  • Nüsse und Bienenhonig.

Aus der Ration werden geräucherte Produkte, Wurst, Salz, Erbsen, Hülsenfrüchte, Pilze, Fett, gebratener Fisch und Fleisch, Konserven, Gewürze sowie Zutaten, Kakao, Schokolade, Tee, Kaffee und alkoholische Getränke ausgeschlossen. Für Gichtpatienten stellt eine Diät den besten Weg zur Verbesserung des Befindens dar; daher müssen die ärztlichen Empfehlungen strikt beachtet werden. Hinsichtlich der Mahlzeitenfrequenz ist es ratsam, das Standard-Schema (Frühstück–Mittagessen–Abendessen) durch eine fünffache Ernährung zu ersetzen und die pro Mahlzeit aufzunehmende Nahrungsmenge zu begrenzen.

Volksheilmittel bei Gicht

Volksheilmittel gegen Gicht

Wichtiger Hinweis: Bei diagnostizierter Gicht sollten Volksheilmittel stets in Kombination mit klassischen Arzneimitteln angewendet werden, da diese allein die Symptome zwar lindern, aber nicht die Ursache der Erkrankung beheben.

  • Gießen Sie die frische Nadel mit kochendem Wasser, bis der Wasserstand 1–2 cm über dem Niveau der Nadel liegt. Lassen Sie die Mischung eine Stunde ziehen und kochen Sie sie dann 40–50 Minuten im Wasserbad auf schwacher Flamme. Den resultierenden Sud abkühlen und täglich vor dem Schlafengehen als Kompresse anwenden.
  • Die Gebühren aus Hartheu (4 Teile), Samen von Lina (2 Teile), Löwenzahnwurzeln (3 Teile), Rainfarn (1 Teil) und Hopfenzapfen (3 Teile) werden mit 0,5 l kochendem Wasser übergossen und über Nacht (12 Stunden) ziehen gelassen. Das Aufgussmittel wird in Phasen der Verschlimmerung zu 5–6 Teelöffeln eingenommen.
  • Gießen Sie die Gebühren aus Birkenblättern (1 Teil), Wurzeln von Dewjassila (3 Teilen), Johannisbeerblättern (3 Teilen) und Dillfrüchten (2 Teilen) mit 0,5 l kochendem Wasser auf. Lassen Sie die Mischung über Nacht (12 Stunden) ziehen. Die Einnahme erfolgt in Phasen der Verschlimmerung zu 2 Teelöffeln nach dem Essen sowie prophylaktisch zu einem Drittel eines Glases einmal täglich.

Volksheilmittel gegen Gicht sind äußerst vielfältig, und im Internet finden Sie zahlreiche wertvolle Rezepte. Beachten Sie jedoch unbedingt vor der Anwendung die Konsultation Ihres behandelnden Arztes, um Fehler zu vermeiden und das Auftreten unangenehmer Komplikationen durch den Missbrauch von Volksmitteln, Brühen oder Aufgüssen zu verhindern.

Ob Wissen Sie Folgendes:

In Großbritannien gibt es ein Gesetz, wonach Chirurgen einem Patienten eine Operation verweigern können, wenn er raucht oder Übergewicht hat. Der Patient soll auch in diesem Fall auf schädliche Gewohnheiten verzichten, da ihm die operative Intervention nicht zuteil wird.


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