Mitralklappenprolaps

Die Mitralklappe besteht aus vorderen und hinteren, durch Sehnen verbundenen Flügeln, die flachen Taschen ähneln. Diese werden an den Papillarmuskeln befestigt, die sich wie feste Schnüre verhalten. Während der Erschlaffungsphase (Diastole) biegen sich die Klappenflügel nach unten; das Blut aus dem linken Vorhof strömt frei in die linke Kammer. In der Systolephase steigen die Flügel an und verschließen den Einlass zum linken Vorhof. Mitralklappenprolaps – Einwärtsbiegen der Klappensegel

Mitralklappenprolaps – das Durchhängen eines oder beider Klappenflügel in den linken Herzvorhof. Dieses Phänomen wurde erstmals bei Einführung der Echokardiographie (in den 1960er Jahren) beschrieben. Die Pathologie kann in jedem Alter diagnostiziert werden, tritt jedoch häufiger bei Kindern ab dem siebten Lebensjahr auf.

Pathogenese und Ätiologie des Mitralklappenprolaps

Je nach Ursprung unterscheidet man zwischen essenziellem (primärem) und sekundärem Prolaps. Der primäre Prolaps entsteht durch eine Dysplasie der Bindegewebsstruktur, die zu strukturellen Veränderungen der Papillarmuskeln und Klappen führt: ungleiche Verteilung, falsche Befestigung sowie Verkürzung oder Verlängerung der Sehnen, ergänzt um das Auftreten zusätzlicher Sehnen.

Der sekundäre Prolaps wird gewöhnlich durch erbliche Syndrome (angeborene Arachnodaktylie, elastisches Pseudoxanthom, Syndrom von Ehlers-Danlos, Marfan-Syndrom) sowie endokrine Pathologien, rheumatische Erkrankungen und Herzfehler begleitet. Ein sekundärer Prolaps kann sich zudem bei erworbenem Myxom, entzündlichen Schäden an den Klappenstrukturen oder einer Klappen-Kammer-Disproportion entwickeln.

Der Mitralklappenprolaps kann infolge einer Fehlfunktion des vegetativen Nervensystems, eines Stoffwechselstörungen sowie eines Mangels an Mikroelementen, insbesondere Kalium und Magnesium, entstehen.

Die Divergenz oder Undichtigkeit der Klappenflügel wird vom Auftreten eines systolischen Geräuschs unterschiedlicher Intensität begleitet; dabei werden akustisch mesosystolische Klicks registriert, die bei übermäßiger Spannung der Sehnen entstehen.

Je nach Größe der Ausbuchtung der Klappenflügel werden folgende Stufen des Mitralklappenvorfalls unterschieden:

  • Stufe I (von 2 bis zu 3 mm);
  • Stufe II (von 3 bis zu 6 mm);
  • Stufe III (von 6 bis zu 9 mm);
  • Stufe IV (mehr als 9 mm).

Der Verlauf der vorliegenden Krankheit ist gewöhnlich gutartig, langdauernd und günstig. Der Funktionsdefekt des Klappenapparates schreitet langsam fort. Während des ganzen Lebens bleibt der Zustand bei vielen Patienten stabil; bei anderen kann sich die Pathologie im Alter verringern oder verlorengehen.

Die Symptome des Mitralklappenvorfalls

Die Symptome hängen von der Ausgeprägtheit der vegetativen Störungen und können Dysplasien einschließen. Die Patienten beklagen erhöhte Erschöpfbarkeit, Herzklopfen, Schwindel, Kopfschmerzen, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Herzrhythmusstörungen, psychoemotionale Labilität, Reizbarkeit, Übererregbarkeit sowie Schmerzen im Bereich des Herzens. Häufig treten beängstigende und hypochondrische depressive Reaktionen auf.

Für diese Erkrankung sind verschiedene Erscheinungsformen der Bindegewebdysplasie charakteristisch: verminderte Körpermasse, erhöhte Hautelastizität, Gelenkhypermobilität, Skoliose, Thoraxdeformierung, Ploskostopie, Myopie sowie Engelflügelstellungen. Ferner können Nefroptose, Sandalenstellung der Fissur, eigenartiger Aufbau von Gallenblase und Ohrmuscheln sowie Giperterolismus der Brustwarzen und des Auges beobachtet werden. Nicht selten zeigen sich Veränderungen des arteriellen Blutdrucks und der Herzfrequenz bei Klappenprolaps.

Diagnostik und Behandlung des Mitralklappenvorfalls

Für die Diagnostik des Klappenprolaps werden instrumentelle und klinische Methoden eingesetzt. Zur Diagnosestellung tragen die Befunde der Anamnese, die Beschwerden, die Ergebnisse der Röntgenaufnahmen und das EKG sowie die Erscheinungsform der Dysplasie des Bindegewebes bei. Die diagnostischen Verfahren ermöglichen es, die vorliegende Pathologie aufzudecken und sie von einer erworbenen oder angeborenen Klappenanomalie, anderen Entwicklungsstörungen des Herzens oder Funktionsstörungen des Klappenapparates zu differenzieren. Als Ergebnis eines Echokardiogramms können die nachgewiesenen Herzveränderungen korrekt bewertet werden. Durchführung einer Valvuloplastik bei Mitralklappenprolaps

Die Behandlungstaktik des Klappenprolaps hängt vom Ausmaß der Prolaps-Phase, dem Umfang der Regurgitation sowie vom Charakter der kardiovaskulären und psychoemotionalen Störungen ab. Bei dieser Erkrankung muss die Aufmerksamkeit unbedingt ausreichend (langwierig) dem Schlaf gewidmet werden. Die Frage nach sportlichen Aktivitäten wird vom behandelnden Arzt üblicherweise unter Berücksichtigung des körperlichen Leistungsniveaus beurteilt. Patienten mit Prolaps ohne ausgeprägte Regurgitation können ein aktives Leben ohne Einschränkungen führen.

Die Phytopharmakotherapie ist eine wichtige Komponente in der Behandlung des Klappenprolaps. Diese Behandlungsform besteht in der Einnahme beruhigender Präparate auf Basis von Baldrian, Wilder Rose, Weißdorn, Hartheu und Salbei. Die medikamentöse Therapie ist auf die symptomatische Behandlung der Krankheitserscheinungen gerichtet.

Eine Operation am Mitralventil (Valvuloplastik) wird bei ausgeprägter Regurgitation und einer Mangelhaftigkeit des Blutkreislaufs durchgeführt. Bei Ineffektivität der Valvuloplastik erfolgt der Ersatz des betroffenen Ventils durch ein künstliches Analogon.

Komplikationen des Klappenprolaps

Eine Mangelhaftigkeit des Mitralventils ist eine häufige Komplikation rheumatischer Herzentzündungen. Ein unvollständiges Schließen der Ventile und anatomische Defekte führen zu einer signifikanten Rückstauung von Blut in den linken Vorhof. Der Patient wird durch Atemnot, Schwäche und Husten beunruhigt. Bei Entwicklung dieser Komplikation ist eine orthopädische Versorgung des betroffenen Ventils angezeigt.

Komplikationen des Klappenprolaps können sich als Attacken von Arrhythmien und Angina pectoris manifestieren. Diese Komplikationen können durch einen Störung des Herzrhythmus, Schwindel und Ohnmachten begleitet werden.

Ob Das sollten Sie wissen:

Im Bemühen, Patienten zu heilen, übertreiben Ärzte oft. So hat beispielsweise Charles Jensen in der Zeit zwischen 1954 und 1994 mehr als 900 Operationen nach Entfernung von Neubildungen durchgeführt.


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