Der Psychiater

Der Psychiater – der Experte mit wissenschaftlicher Weltanschauung und spezieller medizinischer Vorbildung. Er hilft Patienten bei psychischen Störungen, Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensabweichungen.

Psychiatrische Diagnose, Behandlung und Prävention psychischer Erkrankungen

Rechte und Pflichten des Psychiaters

Die spezielle medizinische Vorbildung berechtigt den Psychiater zur Durchführung von Diagnostik, Behandlung, Begutachtung sowie Maßnahmen zur Rehabilitation und Prophylaxe psychischer Störungen unterschiedlicher Herkunft. Der Arzt ist befugt, Patienten zu konsultieren und zu behandeln, sofern diese psychisch erkrankt sind; zudem kann er die Handlungsfähigkeit und den Grad der psychischen Gesundheit feststellen. Eine Untersuchung ohne schriftliche Einwilligung des Patienten darf nicht durchgeführt werden. Der Psychiater muss die Diagnose verschlüsseln und alle Beobachtungen dokumentieren. Bei Gefahr für das Umfeld hat der Psychiater das Recht, den Patienten zwangsweise zu hospitalisieren. Ein Arzt-Psychiater ist berechtigt, Patienten unter stationären Bedingungen zu behandeln und zu beobachten. Der Kinderpsychiater muss in der Lage sein, einen angemessenen Zugang zu jedem Kind zu finden.

Die Ausbildungszeit für Ärzte dieses Berufs beträgt sieben bis acht Jahre: sechs Jahre an der Hochschule und ein bis zwei Jahre zur Erlangung der Facharztausbildung.

Dieser Beruf erfordert fundierte Kenntnisse in verschiedenen Wissensgebieten. Der moderne Psychiater sollte die klinischen Erscheinungsformen psychiatrischer Störungen, neurologische Besonderheiten sowie somatische Merkmale bei psychischen Erkrankungen kennen und über Hauptmethoden der Psychotherapie verfügen.

Ein Psychiater muss ein hochqualifizierter Experte auf den Gebieten Philosophie, Theologie und Psychologie sein. Der Arzt dieses Berufs sollte über hohe geistige und moralische Qualitäten verfügen.

Aufnahme des Psychiaters

Der Psychiater behandelt depressive Störungen, psychische Erkrankungen in chronischer Form, bipolare Störungen (Abfolge von depressiven und manischen Phasen), Angstzustände, Phobien, Zwangsstörungen sowie neurotische Störungen. Er behandelt zudem Verhaltensstörungen (Psychopathien mit schwerem Charakter), sexuelle Dysfunktionen, spezifische psychiatrische Auffälligkeiten im fortgeschrittenen Alter sowie Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas.

Für die Aufnahme beim Psychiater sind folgende Kriterien relevant: Depression mit häufiger Selbstvorwurfstendenz, Traumstörungen, Appetitveränderungen, Reizbarkeit, Erschöpfung bei geistiger oder körperlicher Belastung, Suizidgedanken, Hilflosigkeit sowie Drogen- oder Alkoholabhängigkeit.

Das primäre Gespräch zwischen Arzt und Patient dauert in der Regel etwa 90 Minuten. Der Psychiater hört die Beschwerden des Patienten aufmerksam zu, beobachtet sein Verhalten, analysiert seine Gefühle und führt alle notwendigen Untersuchungen durch. Die Fragen zielen auf Klärung und Präzisierung der Diagnose ab. Der Psychiater kann zusätzliche Fragen an den Patienten oder dessen Angehörige stellen. Zur Bestätigung und Verfeinerung der vorläufigen Diagnose werden meist biochemische, hormonelle und neurophysiologische sowie vaskuläre, gastrointestinale und andere Organuntersuchungen angeordnet. In Einzelfällen erfolgen auch Liquorpunktionen (Spinalpunktion) oder Tomographien.

Basierend auf den Untersuchungsergebnissen stellt der Psychiater die Diagnose fest und leitet eine Behandlung ein. Dabei können Elemente der existenzanalytischen Therapie, Verhaltenstherapie sowie eriksonianische Hypnose und Psychoanalyse eingesetzt werden.

Die Beratungsstelle des Kinderpsychiaters.

Der Kinderpsychiater ist Spezialist für Diagnostik, Behandlung und Prophylaxe psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Er befasst sich mit der Korrektur verborgener und offenkundiger Verhaltens- und Entwicklungsabweichungen sowie verschiedener Formen psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Bei Vorliegen von Phobien, Neurosen, Hyperorexie oder nervöser Anorexie beim Kind ist eine Vorstellung in die kinderpsychiatrische Beratungsstelle erforderlich.

Die Sprechstunde des Kinderpsychiaters wird üblicherweise in Anwesenheit der Eltern durchgeführt.

In der kinderpsychiatrischen Sprechstunde können angeborene Fähigkeiten des Kindes offengelegt und seine Persönlichkeit bewertet werden.

Die Antworten des Kindes auf die Fragen des Psychiaters unterstützen den Arzt bei Entscheidungen über die Einschulung oder Einweisung in eine spezialisierte Schule, die Befreiung von Schulprüfungen sowie die Überleitung des Kindes auf einen individuellen Bildungsplan.

Ob Das sollten Sie wissen:

Der 74-jährige Australier James Harrison spendete Blut über 1000 Mal; seine seltene Blutgruppe enthält Antikörper, die Neugeborenen mit schwerer Anämie das Überleben ermöglichen und so zwei Millionen Kinder gerettet wurden.


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