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Psychomotorische Erregung

Ursachen und Symptome einer psychomotorischen Erregung Akute psychische Störungen werden häufig von motorischer Unruhe begleitet. Im Zustand der Erregung führt das Individuum Bewegungen aus, die oft destruktiven Charakter aufweisen. Die psychomotorische Erregung erfordert eine erhöhte Aufmerksamkeit; Patienten mit dieser Pathologie benötigen qualifizierte psychiatrische Hilfe.

Motorische Erregung ist bei vielen Formen psychischer Störung charakteristisch; in anderen Fällen stellt sie alleinige Erscheinungsform der Erkrankung dar. Je nach Dauer kann die psychomotorische Erregung von wenigen Minuten bis zu einer Woche variieren. Dies hängt von der Intensität der Bewegungen sowie den klinischen Erscheinungsformen der Grunderkrankung ab. Dennoch entwickelt sich ein beliebiger Zustand der Erregung nach einem identischen Schema mit ähnlichen Merkmalen:

  • Ein plötzlicher Beginn, der das Umfeld oft überrascht.
  • Eine Verletzung des allgemein akzeptierten Verhaltens durch völlig unangemessene Bewegungen.
  • Ein Stimmungsumschwung des Patienten, der emotional gefärbt ist und bis zum Zustand eines Affekts reicht.
  • Aggression im Verhalten des Patienten, die sich auf Verteidigung oder Angriff richtet oder ein suizidales Motiv hat.

Patienten mit psychomotorischer Erregung stellen eine Gefahr für das Umfeld sowie für das eigene Leben dar. Daher ähneln die Erscheinungsformen einer akuten Psychose Zuständen, die eine unverzügliche ärztliche Betreuung erfordern.

Psychomotorische Erregung: Spezies

Je nach zugrundeliegendem Hintergrund der pathologischen Bewegungsaktivität unterscheidet man folgende Formen der psychomotorischen Erregung:

  • Depressive Form
  • Manische Form
  • Delirante Form
  • Epileptische Form
  • Psychopathische Form
  • Galzinatorisch-wahnhafte Form
  • Katatonische Form
  • Gebrochene Formen
  • Psychogene Form

Jeder der aufgeführten Zustände weist spezifische Merkmale und Besonderheiten auf.

Die psychomotorische Erregung bei Depressionen unterscheidet sich durch eine suizidale Ausrichtung: Die Patientinnen versuchen, das Leben zu beenden, ohne dabei ihre Aufmerksamkeit auf die Reaktion des Umfelds zu richten.

Der Zustand der Manie wird durch ungezügelte Energie charakterisiert. Der Mensch nimmt zwar eine große Menge an Tätigkeiten wahr, kann diese jedoch nicht abschließen, da im Kopf sehr viele Gedanken herrschen; dabei können einige dieser Gedanken einen aggressiven Charakter haben. Die manische psychomotorische Erregung geht von Weitschweifigkeit und Hochstimmung begleitet.

Die delirante Erregung, die charakteristisch für das Erscheinungsbild des "Säuferwahnsinns" ist, wird von Angst begleitet, die sich auf den Schutz richtet. Dabei können die umgebenden Menschen als "Mithelfer" der Aggressoren erscheinen, und die Patientin kann sich gegenüber nahen Personen gefährlich erweisen.

Der zustandsbezogene Bewusstseinsverlust bei Epilepsie stellt den gefährlichsten Zustand der psychischen Gesundheit dar. Das Bewusstsein des Kranken fehlt vollständig, und die Handlungen tragen einen äußerst aggressiven Charakter. Wenn die dämmerhafte psychomotorische Erregung nachlässt, erinnert sich die Patientin an nichts; sie ist entsetzt über das Vollzogene, leidet unter Gewissensbissen, kann jedoch ihr eigenes Bewusstsein nicht wiedererlangen.

Die psychopathische psychomotorische Erregung entsteht als Reaktion auf einen spezifischen Auslöser und richtet sich unmittelbar gegen den "Beleidiger". Dabei wird der bewusst wahrgenommene Effekt erlebt; die Bewegungen der psychopathischen Persönlichkeit sind demonstrativ und theatralisch.

Die halluzinatorisch-delirante Verwirrung zeichnet sich durch Bewegungen in einer 'anderen Realität' aus, die der Patient wahrnimmt. Er spricht ausschließlich mit den 'sichtbaren' Personen und kann einen beliebigen stehenden Nachbarn unerwartet angreifen.

Die katatonische psychomotorische Erregung wird durch gekünstelte, sinnlose Bewegungen charakterisiert. Dennoch ist die Patientin in der Lage, einem floriden Widerstand bei Versuchen zu entgehen, ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Bei der schizophrenen Form zeigt die Veränderung der Bewegungsaktivität einen komischen Charakter. Dennoch sind die Patientinnen in der Lage, sich selbst und andere Menschen einem Trauma auszusetzen.

Die psychogene psychomotorische Erregung wird durch einen bestimmten Grund ausgelöst und zeichnet sich durch Erscheinungsformen panischer Angst vor dem Leben aus.

Psychomotorische Erregung als Behandlungsgegenstand

Bei einer Patientin im Zustand der Erregung ist eine Verlegung in die psychiatrische Abteilung erforderlich; hierfür muss ein spezialisiertes Rettungsteam alarmiert werden. Die Behandlung der psychomotorischen Erregung erfolgt ausschließlich durch den Psychiater.

Die primäre Taktik des medizinischen Personals besteht in der unverzüglichen Immobilisierung des Patienten mittels breiter Binden. In besonderen Fällen sind die Ärzte verpflichtet, die rechtlich geschulten Behörden hinzuziehen.

Ist ein Kontakt mit dem Patienten möglich, führt der Arzt ein erklärendes Gespräch durch und weist den Kranken zwingend auf die Notwendigkeit einer stationären Aufnahme in eine psychiatrische Klinik hin.

Wie äußert sich eine psychomotorische Erregung? Die medikamentöse Wirkung wird auch im Rahmen der Extraordnung erzielt. Es werden große oder kleine Tranquilizer eingesetzt. Die Errungenschaften der modernen Pharmakologie ermöglichen es, die psychomotorische Erregung rasch zu reduzieren und unerwünschte Folgen für den Patienten sowie das Umfeld zu vermeiden.

Psychomotorische Erregung bei Kindern

In der pädiatrischen Praxis ist eine solche Verwirrung selten; ihr Auftreten steht meist im Zusammenhang mit organischen Hirninfektionen, wie etwa einem Stammtrauma oder einer akuten Neuroinfektion.

Bei Epilepsie verläuft die psychomotorische Erregung bei Kindern klinisch gleichartig wie bei Erwachsenen. Der Bewusstseinsverlust führt zu extrem aggressiven Reaktionen.

Das Syndrom des Negativismus im Teenageralter ist eine häufige Erscheinungsform der Schizophrenie. Da diese Störungen erblich bedingt sind, wird das gefährliche Verhalten von Kindern mit ähnlichen Zuständen bei Erwachsenen gleichgesetzt und erfordert eine dringende ärztliche Betreuung.

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