Hodenkarzinom

Allgemeine Charakteristik der Erkrankung

Hodenkarzinom – eine der seltensten Pathologien. In der allgemeinen Statistik der onkologischen Erkrankungen werden die Merkmale des Hodenkarzinoms nicht mehr als bei 2 % aller Patienten diagnostiziert. Dabei ist die Krankheit äußerst aggressiv: unter den Männern ab dem 35. Lebensjahr stellt das Hodenkarzinom einen der häufigsten Gründe für ein frühzeitiges onkologisches Todesfall jüngerer Männer dar. Auftreten eines Knotens – Symptom für Hodenkrebs

In einem Drittel der Fälle werden die Merkmale des Hodenkarzinoms bei Kindern männlichen Geschlechts diagnostiziert. In 90 % der Fälle wird als Ursache des Hodenkarzinoms bei Jungen eine benigne Geschwulst – das Teratom – im Alter von drei Jahren festgestellt. Sie entsteht aufgrund von Verstößen gegen die Entwicklung während der intrauterinen Periode.

Auf die Ursachen des Hodenkarzinoms bei erwachsenen Männern wirken Traumata des Hodens, Pathologien des endokrinen Systems, Strahlenwirkung sowie Kryptorchismus. Diese angeborene Abnormität, die mit einem nicht herabsteigenden Hoden verbunden ist, bedroht auch ohne termingemäße Behandlung durch eine Umwandlung in ein Hodenkarzinom.

Die Merkmale des Hodenkarzinoms treten bei Männern europäischer Herkunft fünfmal häufiger auf. Die höchste Frequenz des diagnostizierten Hodenkarzinoms liegt in Skandinavien und Deutschland, die niedrigste in den asiatischen Ländern und den Staaten des afrikanischen Kontinents für heute festgelegt.

Symptome des Hodenkarzinoms

Das charakteristische Symptom des Hodenkarzinoms ist das Auftreten eines Knotens auf dem Hintergrund der gleichzeitigen Induration des Gewebes und der Vergrößerung des Organs. Der Hodenschwulst nimmt in den Umfängen zu und schwillt an. Je nach Größe der Geschwulst beim Mann erscheint Schmerz im Bereich des Hodens und des Samenstrangs.

Ein Symptom des Hodenkrebses mit geschwollenen Lymphknoten ist Bauchschmerz. Beim weiteren Wachstum des Tumors werden eine ausgeprägte Schwellung der Lymphknoten, Rückenschmerzen, Atemnot und Schwäche beobachtet. Die Symptome des Hodenkrebses mit Ödemen der Hodenhüllen sind dem Krankheitsbild der Epididymorchitis – der kombinierten Entzündung von Hoden und Nebenhoden – nicht selten ähnlich. Bei der Hormonaktivität des Tumors führt der Hodenkrebs zu Veränderungen sekundärer Geschlechtsmerkmale: Gynäkomastie (Brustvergrößerungen), vorzeitige Geschlechtsreife und Hirsutismus (frühes Haarwachstum) bei Jungen.

Die Krebserkennung des Hodens

Der erste Schritt der Hodenkrebs-Diagnostik ist die Palpation beider Hoden des Patienten. Anschließend erfolgt eine Untersuchung der inguinalen Lymphknoten sowie eine Inspektion der Brust zur Ausschlussdiagnose einer Gynäkomastie.

Der nächste Schritt in der Hodenkrebs-Diagnostik ist die Anwendung der Diaphanoskopie (Röntgen des Hodens). Diese diagnostische Methode ermöglicht es, eine Zyste, die mit Flüssigkeit gefüllt ist, von einem dichten Körper eines benignen Tumors oder des Hodenkrebses zu unterscheiden. Zur Aufdeckung der Symptome des Hodenkrebses kommen klinische, immunchemische sowie biochemische Blut- und Urintests zum Einsatz.

Die endgültige Diagnose „Hodenkrebs" wird auf Basis der Ergebnisse einer Hodenbiopsie gestellt. Die mikroskopische Untersuchung der Biopsieprobe ermöglicht die Bestimmung des Tumortyps und die Prognose der vermuteten Entwicklungsgeschwindigkeit des Hodenkrebses.

Die Bauchhöhle eines Patienten mit Zeichen von Hodenkrebs wird mittels Ultraschall untersucht. Röntgenologische Untersuchungen des Brustkorbes sowie MRT und CT werden zur Erfassung des Stadiums der Metastasierung beim Hodenkrebs durchgeführt. Behandlung von Hodenkrebs – komplex

Die Stadien des Hodenkrebses

Für das I. Stadium des Hodenkrebses ist die Lokalisation des Tumors innerhalb des Organs sowie das Fehlen von Metastasen charakteristisch.

Das Merkmal des Hodenkrebses im Stadium II ist das Vorhandensein von Metastasen des Tumors in den regionalen Lymphknoten.

Bei den Stadien III und IV sind bereits Fernmetastasen in den entfernten Lymphknoten nachweisbar.

In medizinischen Kreisen ist die klinische TNM-Einstufung des Hodenkrebses sowie anderer onkologischer Erkrankungen weit verbreitet. Das „T" von 1 bis 4 charakterisiert den Tumor, das „N" beschreibt den Zustand der regionalen Lymphknoten, das „M0" bezeichnet das Fehlen ferner Metastasen und das „M1" deren Vorhandensein.

Die Behandlung des Hodenkrebses.

Die komplexe Behandlung des Hodenkrebses umfasst die Entfernung des Tumorgewebes, die prophylaktische oder kurative Resektion der Lymphknoten sowie eine systemische Chemotherapie gegen atypische Zellen.

Die chirurgische Behandlung des Hodenkrebses sieht die vollständige Entfernung des betroffenen Organs zusammen mit dem Anhang – Orchiektomie oder Bilaterale Kastration – vor. Bei nachgewiesenen Metastasen im Bauchraum wird zudem eine abdominale Lymphadenektomie sowie eine Revision aller Organe der Bauchhöhle durchgeführt.

Nach Operation und Rekonvaleszenz unterzieht sich der Patient mit Hodenkrebs einer Chemotherapie und Strahlentherapie. Die systemische Chemotherapie erfolgt durch intravenöse Injektionen oder Tabletten und wirkt auf den Gesamtorganismus; da jedoch die Tumorzellen des Hodenkrebses oder anderer Lokalisationen einen hohen Stoffwechselstand aufweisen, werden sie primär gezielt zerstört.

Die Strahlentherapie bei der Behandlung des Hodenkrebses gehört zu den Methoden der lokalen Therapie. Bei großen Tumorvolumina in Stadien III–IV kann sie im postoperativen Verlauf eingesetzt werden. Nach der Operation wird die Strahlentherapie zur Bekämpfung von Metastasen in Lymphknoten und Knochenstrukturen verwendet.

Ob Wissen Sie das?

Jeder Mensch besitzt nicht nur einzigartige Fingerabdrücke, sondern auch einen individuellen Zungenabdruck.


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