Die Rübe

Die Menschen züchten seit altersher die Rübe. Die Dauer der ersten Erwähnungen übersteigt sechstausend Jahre. Im antiken Griechenland galt sie als Nahrung für die Armen, während die Bewohner des antiken Roms anders dachten und aus der Rübe auserlesene Gerichte für Aristokraten zubereiteten.

Rote Rübe frisch

In Europa und Russland wurden die Rüben in vielen Jahrhunderten wie das Hauptprodukt einer Ernährung in den Wintermonaten gezüchtet. Tatsächlich rückte die Rübe auf den zweiten Platz nur dann, wenn Kartoffeln aus Nordamerika eingeführt wurden, wodurch sie allmählich die Rolle der Hauptsache einbüßten.

Die weite Verbreitung und die ernährungsphysiologische Bedeutung der Rübe in Russland fanden ihre Widerspiegelung in der Kultur und den Bräuchen der Slawen. Sie nutzten sie in Ritualen zur Vertreibung böser Kräfte aus den Häusern sowie zum Waschen aufdringlicher Bräutigame.

Der Nutzen der Rübe

Die weite Verbreitung und die ernährungsphysiologische Bedeutung der Rübe in Russland beruhen auf mehreren Gründen. Zum einen ist sie reich an Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, die ihren gesundheitlichen Wert maßgeblich bestimmen. Zweitens ist das Gemüse für Kulturmaßnahmen und Bodenverhältnisse äußerst anspruchslos; es verträgt den Spätfrost und nutzt Schwankungen der Feuchtigkeit effektiv. Dank dieser Eigenschaften lässt sich im mittleren Band Russlands zweimal pro Jahr eine Ernte erzielen.

Der Hauptnutzen der Rübe für die Gesundheit resultiert aus ihrem außergewöhnlich hohen Gehalt an Ascorbinsäure, die über Jahrtausende erfolgreich half, den Skorbut in vielen Völkern zu verhindern. Das Risiko des Skorbuts war im Frühling besonders hoch, wenn der Vitaminvorrat im Organismus stark abnahm. Die Völker, die diese Gemüsesorten züchteten, kannten diese nützliche Eigenschaft der Rübe sehr gut.

Eine weitere wichtige Eigenschaft der Rübe ist ihr hoher Kalziumgehalt. Kalzium ist für den wachsenden Organismus besonders notwendig; es verhindert bei Kindern die Entwicklung von Rachitis. Bei älteren Menschen trägt Kalzium zur schnellen Heilung von Brüchen, zur Erhaltung der Zahngesundheit und zur Verbesserung des Stoffwechsels bei.

Unter Berücksichtigung dessen, dass der Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen in der Rübe begrenzt ist, lässt sich erklären, warum die Pflege dieser Gemüsesorte so aufwendig ist. Schwefel, Phosphor, Eisen, Magnesium sowie Vitamine der Gruppe B unterstützen den Kampf gegen verschiedene Krankheiten und fördern das Wohlbefinden.

Zudem ist wichtig, dass die Rübe Glukorafanin enthält. Dieses Flavonoid entfaltet eine antibakterielle Wirkung und schützt vor onkologischen Erkrankungen.

Die Rübe unterstützt die Reinigung des Gastrointestinaltrakts und eignet sich für die Ernährung von Diabetes-Patienten. In der Volksmedizin wird frischer Rübensaft als Auswurfmittel verwendet; das Gemüse besitzt zudem harntreibende Eigenschaften und wirkt als mildes Abführmittel.

Der Kaloriengehalt der Rübe liegt bei 32 kcal pro 100 g. Dieser geringe Wert unterstützt die Gewichtsreduktion und macht das Gemüse zu einem wertvollen Bestandteil einer therapeutischen Ernährung bei Adipositas.

Geschwenkte rote Rüben

Zubereitung der Rübe

Das Schneiden von Rübenseiten ist sehr einfach, was den Ausdruck „Es ist einfacher als eine Rübe" begründet.

Die Rübe kann tatsächlich in einem Stück gebraten oder roh in Salate verarbeitet werden. Bei der Verwendung in Salaten empfiehlt es sich, das Gemüse zu raspeln, um die Konsistenz weicher zu machen; frische Rübenseiten besitzen oft einen spezifisch bitteren Geschmack, der nicht jedem zusagt. Um diesen bitteren Beigeschmack zu vermeiden, sollte das Gemüse vor der Zubereitung blanchiert werden.

Die Rübe ist ein zentrales Element traditioneller russischer Rezepte, beispielsweise gefüllte Rübenseiten mit Hirsebrei oder geröstete Rübenseiten in Pflanzenöl. Da sie sich hervorragend mit verschiedenen Zusatzstoffen kombinieren lässt, eröffnen dies dem Koch große kreative Möglichkeiten, um Alltagsgerichten Abwechslung zu verleihen.

Ob Das sollten Sie wissen:

Das menschliche Gehirn macht etwa 2 % der gesamten Körpermasse aus, verbraucht jedoch rund 20 % des Sauerstoffs. Diese Tatsache macht das Gehirn besonders anfällig für Schäden durch Sauerstoffmangel.


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