Roakkutan

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Ab 1.739 Rubel

Roakkutan-Kapseln Roakkutan – ein Arzneimittel mit entzündungshemmender Wirkung zur Behandlung von Akne.

Darreichungsform und Zusammensetzung

Das Arzneimittel Roakkutan wird in Form von Kapseln angeboten: oval, undurchsichtig. Der Inhalt der Kapseln besteht aus einer Suspension gleichmäßiger Konsistenz in dunkelgelber bis gelber Farbe. Die 10-mg-Kapseln sind braunrot gefärbt; auf der Oberfläche steht in schwarzer Tinte die Aufschrift «ROA 10». Die 20-mg-Kapseln weisen eine halbrote und eine halbe weiße Färbung auf; ebenfalls ist in schwarzer Tinte die Aufschrift «ROA 20» zu lesen. Die Packung enthält 3 oder 10 Blister mit je 10 Kapseln.

Zusammensetzung eines Einzeldosiselements

  • Wirkstoff: Isotretinoin in einer Dosierung von 10 oder 20 Milligramm;
  • Zusammensetzung der Hilfsstoffe (bei 10 bzw. 20 mg): Gelbes Bienenwachs – 7,68 bzw. 15,36 Milligramm; Öl aus Sojabohnen – 107,92 bzw. 215,84 Milligramm; Hydriertes Sojaöl – 7,68 bzw. 15,36 Milligramm; Teilweise hydriertes Sojaöl – 30,72 bzw. 61,44 Milligramm;
  • Kapselhülle (bei 10 bzw. 20 mg): Gelatine – 75,64 bzw. 120,66 Milligramm; Glycerol 85 % – 31,275 bzw. 49,835 Milligramm; Karion 83 (Mannitol, kartoffelhydrolysiertes Stärkeäquivalent, Sorbitol) – 8,065 bzw. 12,86 Milligramm; Rotes Eisenoxid (E172) als Farbstoff – 0,185 bzw. 0,145 Milligramm; Titandioxid (E171) – 1,185 bzw. 1,97 Milligramm;
  • Tinten: Schellack, schwarzes Eisenoxid (E172); die Verwendung fertiger Tinten wie Opacode Black S-1-27794 ist zulässig.

Anwendungshinweise

  • Schwere Formen der Akne (konglobale oder zystisch-konglobale Akne sowie bei Vorliegen eines Risikos für Narbenbildung);
  • Akne bei Ineffektivität anderer Therapiemethoden.

Kontraindikationen

Absolut:

  • Leberinsuffizienz
  • Manifeste Hyperlipidämie
  • Vitamin-D-Überdosierung
  • Gleichzeitige Gabe von Tetracyclinen
  • Schwangerschaft (beim Beginn der Schwangerschaft im Verlauf der Therapie oder während des Monats nach ihrem Abschluss besteht ein sehr hohes Risiko für die Geburt eines Kindes mit schweren Entwicklungsfehlbildungen) sowie Stillzeit
  • Alter bis zu 12 Jahren
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe des Arzneimittels

Vorsichtige Anwendung bei folgenden Zuständen oder Erkrankungen:

  • Alkoholismus
  • Diabetes mellitus
  • Depressionen (anamnestisch)
  • Stoffwechselstörungen
  • Adipositas

Anwendung und Dosierung

Roakkutan sollte bevorzugt während einer Mahlzeit eingenommen werden.

Die Einnahmefrequenz beträgt 1 bis 2-mal täglich.

Der Arzt wählt die Dosis individuell aus. Die Wirksamkeit der Therapie und das Nebenwirkungsprofil variieren je nach Patient.

Die empfohlene Anfangstagesdosis beträgt 0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

In der Regel liegt die Tagesdosis im Bereich von 0,5 bis 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht; bei schwerem Krankheitsverlauf sowie zur Behandlung von Akne mit Narben kann sie auf bis zu 2 mg/kg erhöht werden.

Die optimale Kursdosis beträgt 120–150 mg pro Kilogramm Körpergewicht (dies dient als Grundlage für die Berechnung der Behandlungsdauer). Bei guter Remission der Akne wird eine Anwendungsdauer von 16 bis 24 Wochen angestrebt. Ist die Verträglichkeit des Präparats sehr schlecht, ist eine Senkung der Tagesdosis sowie eine Verlängerung der Kursdauer möglich.

In der Regel verschwindet nach Abschluss eines einmaligen Kurses die Akne vollständig. Bei Auftreten von Rückfällen wird ein weiterer Kur durchgeführt. Eine erneute Behandlung erfolgt frühestens zwei Monate nach Abschluss des ersten Kurses (in der Phase, in der eine anhaltende Besserung vorliegt).

Bei schwerer Niereninsuffizienz muss die Therapie mit einer niedrigeren Dosis begonnen werden (z. B. 10 mg pro Tag). Anschließend wird diese schrittweise auf bis zu 1 mg/kg Körpergewicht erhöht oder meist toleriert.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen weisen in der Regel einen reversiblen Charakter auf (sie lassen sich nach Dosisreduktion oder Therapieabbruch zurückbilden); in Einzelfällen können sie jedoch auch nach Beendigung der Einnahme von Roakkutan bestehen bleiben. Das Ausmaß der Nebenwirkungen hängt meist von der Dosierung ab.

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Verdauungssystem: Übelkeit, Durchfall, entzündliche Darmerkrankungen (Darmentzündungen/Kolitis), Blutungen sowie Pankreatitis (insbesondere bei begleitendem Hypertriglyceridämie > 800 mg/dl mit seltenen fatalen Verläufen); reversible oder vorübergehende Erhöhung der Lebertransaminasen; in Einzelfällen Hepatitis (meist im Normbereich, Rückkehr zu Ausgangswerten nach Therapie, gelegentlich war eine Dosisanpassung oder Therapieunterbrechung erforderlich).
  • Zentralnervensystem und psychischer Bereich: Kopfschmerzen, Depressionen, Verhaltensstörungen, Krampfanfälle sowie Erhöhung des intrakraniellen Drucks (Pseudotumor cerebri mit Sehstörungen, Kopfschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Optikusödem);
  • Atemsystem: selten Bronchospasmus (häufiger bei Vorliegen einer Asthmaanamnese).
  • Hämatopoetisches System: Neutropenie, beschleunigte Blutgerinnungsgeschwindigkeit, Senkung des Hämatokrits, Anämie, Felty-Syndrom sowie Thrombozytenzahlveränderungen;
  • Skelett-Muskelsystem: Muskelschmerzen (bei erhöhtem Serum-Creatinkinase), Gelenkschmerzen, Sehnenentzündungen, Arthritis, Hyperostose, Rupturen von Sehnen und Bändern sowie weitere Knochenveränderungen.
  • Immunsystem: systemische oder lokale Infektionen durch grampositive Erreger (z. B. Staphylococcus aureus);
  • Sinnesorgane: in Einzelfällen Lichtscheu, Sehstörungen sowie Anpassungsstörungen des Dämmerungssehens; selten Farbensehstörungen nach Therapieabbruch, Konjunktivitis, lentikulärer Katarakt, Blepharitis, Keratitis und Optikusödem (als Manifestation der intrakraniellen Hypertonie); zudem Hörstörungen bei bestimmten Frequenzen.
  • Verstöße im Zusammenhang mit einem Vitaminüberschuss: Hauttrockenheit, Schleimhautveränderungen einschließlich Cheilitis, Nasenschleimhautblutungen und Heiserkeit; Konjunktivitis sowie Kontaktlinsenintoleranz. Ferner reversible Hornhauttrübung.
  • Laborchemische Kennziffern: Senkung des Spiegelstandes von Lipoproteinen hoher Dichte (HDL), Hypertriglyceridämie, Hyperurikämie und Hypercholesterinämie; selten – Hyperglykämie sowie erstmals manifestierter Diabetes mellitus. Zudem Erhöhung der Serum-Creatinkinasen-Aktivität, insbesondere bei intensiver körperlicher Belastung.
  • Dermatologische Reaktionen: Juckreiz, Ausschlag, fulminante Akne-Eruptionen, Erythem, Paronychie, Schweißausbrüche, pyogene Granulationsgeschwülste, anhaltende Haarausfälle, Onychodystrophie, verstärktes Wuchern des Granulationsgewebes, reversibler Haarausfall, Fotoallergie, Hirsutismus, Fotosensibilisation, Hyperpigmentierung sowie erhöhte Verletzlichkeit der Haut; am Therapiebeginn ist eine Verschärfung der Akne über einige Wochen möglich.
  • Sonstige: Proteinurie, Glomerulonephritis, systemische Reaktionen bei Hypersensibilität, Hämaturie, Lymphadenopathie und Vaskulitis (Granulozytomegalie, allergische Vaskulitis).

Bei der Durchführung der Nachvermarktungsbeobachtungen wurden Fälle schwerer kutaner Reaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, das multiforme Erythem und die toxische epidermale Nekrolyse identifiziert.

Besondere Hinweise

Roakkutan darf ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Ein Dermatologe mit Erfahrung in der Anwendung systemischer Retinoide und Kenntnis des teratogenen Risikos ist wünschenswert. Patientinnen und Patienten müssen über die relevanten Informationen aufgeklärt sein und eine Kopie der Fachbroschüre erhalten.

Um unbeabsichtigte Exposition anderer Personen zu vermeiden, ist das Spenderblut von Patienten verboten, die Roakkutan kurz zuvor (innerhalb von 30 Tagen) eingenommen haben oder derzeit einnehmen.

Die Kontrolle der Leberfunktion durch Bestimmung der Leberenzyme wird vor Therapiebeginn, einen Monat nach Therapiestart und danach alle drei Monate oder bei Auftreten von Symptomen empfohlen. In der Regel weist eine Erhöhung der Transaminasen einen temporären und reversiblen Charakter auf und liegt im Rahmen normaler Werte. Bei Überschreitung der Norm ist eine Dosisreduktion oder das Absetzen der Behandlung erforderlich.

Der Serumspiegel der Lipide muss nüchtern bestimmt werden. In der Regel erfolgt die Normalisierung der Lipidkonzentration nach Dosisreduktion, Therapieabbruch und bei Beachtung einer Diät. Eine klinisch signifikante Erhöhung des Triglycerid-Spiegels ist zu überwachen; ein Anstieg über 9 mmol/l oder 800 mg/dl kann mit dem Auftreten einer akuten Pankreatitis, in einigen Fällen auch mit tödlichem Ausgang, verbunden sein. Die Therapie ist bei anhaltender Hypertriglyceridämie oder bei Entwicklung von Symptomen der Pankreatitis abzusetzen.

In sehr seltenen Fällen kann während der Behandlung eine psychische Symptomatik wie Depression auftreten; Suizidversuche sind ebenfalls sehr selten. Obwohl ein kausaler Zusammenhang mit der Einnahme von Roakkutan nicht nachgewiesen ist, muss bei Patienten mit depressiver Vorgeschichte besondere Vorsicht walten. Alle Patienten sollten hinsichtlich des Auftretens einer Depression im Verlauf der Behandlung beobachtet werden (ggf. Einbeziehung eines Experten). Wenn das Absetzen der Therapie zum Verschwinden der Symptome nicht führt, sind weitere Beobachtung und eine Behandlung beim Experten notwendig.

Zu Beginn der Therapie wurden in sehr seltenen Fällen eine Verschlechterung der Akne beobachtet, die ohne Dosisanpassung des Präparats über 7 bis 10 Tage anhielt.

Nach einigen Jahren der Anwendung von Roakkutan in der empfohlenen Dosierung und Therapiedauer traten bei manchen Patientinnen Dyskeratosen auf, gefolgt von Knochenveränderungen wie Hyperostose, vorzeitigem Verschluss der Wachstumszonen sowie Kalkifizierung von Sehnen und Bändern. In diesem Zusammenhang ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vor Therapiebeginn für jeden Patienten erforderlich.

Zur Linderung von Trockenheit der Schleimhäute und Haut wird Patientinnen die Anwendung befeuchtender Salben oder Cremes sowie eines Lippenbalsams empfohlen.

Die Patienten müssen während der Roakkutan-Einnahme sorgfältig überwacht werden, um schwere kutane Reaktionen frühzeitig zu erkennen (ggf. sofortige Einstellung der Behandlung).

Während der Therapie und in den 5 bis 6 Monaten nach Abschluss des Therapieverlaufs sollten Laserbehandlungen sowie tiefe chemische Dermabrasionen vermieden werden, da sie die Vernarbung an atypischen Stellen verstärken oder Hypo- bzw. Hyperpigmentierungen auslösen können. Zudem ist eine Epilation mittels Wachsapplikation während der Einnahme und in den folgenden sechs Monaten zu unterlassen, um das Risiko von Ablösung der Oberhaut, Entzündungen und Narbenbildung zu minimieren.

Nach Absetzen des Präparats treten häufig Hornhauttrübungen, Trocknung der Augapfelbindehaut, Keratitis sowie eine Verschlechterung der nächtlichen Sehkraft auf. Bei trockener Schleimhaut können befeuchtende Augensalben oder künstliche Tränenpräparate angewendet werden; bei Trockenheit der Bindehaut ist eine Kontrolle zur Vermeidung einer Keratitis notwendig. Bei Sehbeschwerden sollte ein Augenarzt konsultiert werden, wobei die Absetzung des Präparats in Betracht gezogen werden kann. Für Patienten mit Kontaktlinsenintoleranz während der Einnahme von Roakkutan ist der Wechsel zu Brillengläsern erforderlich.

Während der Therapie ist eine Einschränkung der UV-Strahlenexposition notwendig; empfohlen wird die Anwendung von Sonnenschutzcremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor (mindestens SPF 15).

Bei Auftreten einer gutartigen intrakraniellen Hypertonie, insbesondere im Rahmen der Kombinationstherapie mit Tetrazyklingen, ist Roakkutan unverzüglich abzusetzen. Ebenso ist bei Auftreten von hämorrhagischer Diarrhö eine sofortige Therapieunterbrechung vorzunehmen.

Für Patienten aus der Hochrisikogruppe (Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörung, langjähriger Alkoholismus oder andere Stoffwechselstörungen) sollte während der Therapie die Bestimmung von Glukose- und Lipidwerten häufiger erfolgen; bei Diabetes (bestätigt oder vermutet) wird eine regelmäßige Blutzuckermessung empfohlen.

Bei einigen Patienten kann während der Therapie sowie in manchen Fällen nach Therapieende ein Rückgang des nächtlichen Sehvermögens beobachtet werden; Patientinnen sollten daher besonders auf das Führen von Fahrzeugen nachts achten und den Sehzustand regelmäßig kontrollieren.

Arzneimittelinteraktionen

Bei der Kombination von Roakkutan mit bestimmten Arzneimitteln können folgende Wirkungen eintreten:

  • Vitamin D: Verstärkung der Symptome einer Vitamin-D-Intoxikation (Kombination nicht empfohlen).
  • Tetracycline: Erhöhung des intrakraniellen Drucks (Kombination kontraindiziert)
  • Präparate mit Progesteron: Verminderung der Wirksamkeit
  • Lokale exfoliative/keratolytische Akne-Präparate: Verstärkung des lokalen Reizes (Kombination kontraindiziert)

Lagerungsfristen und -bedingungen

Lagerung vor Licht geschützt an einem für Kinder unzugänglichen Ort bei Temperaturen bis zu 25 °C.

Haltbarkeitsdauer: 3 Jahre.

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Roakkutan-Kapseln (10 mg, 30 Stück), Hersteller: Hoffmann-La Roche Ltd.

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