Selbstgebrauter Schnaps ist ein selbsthergestelltes festes alkoholisches Getränk. Er stellt gekühlte Äthylalkohol-Lösungen dar, die bei Erwärmung und langanhaltendem Kochen abgeschieden werden. Die für die Zubereitung dieses alkoholischen Getränks benötigte dünne Gärmasse wird mittels der Vergärung von Kartoffeln, Rüben, Zucker sowie Getreide und anderen Lebensmitteln gewonnen, in deren Bestand Zucker oder Stärkekomponenten enthalten sind.
Ursprünglich war der selbstgebrannte Schnaps kein berauschendes Getränk, sondern ein Heilgetränk. In diesem Sinne wird „Samogon" (Wodka) in der Nowgoroder Chronik von 1533 beschrieben. Damals wurden in Russland vier Sorten des selbstgebrannten Schnaps erzeugt: „Borskoje" (das Getränk der höchsten Sorte), „Doppelter Wein" (Samogon als Wodka für besondere Festungen), „Guter Wein" und „Unterbrechungswein". Der russische selbstgebrannte Schnaps des beginnenden 19. Jahrhunderts übertraf nach Qualität den französischen Kognac und den englischen Whisky. Dieses Getränk war damals um vieles teurer als Gold. In jedem adeligen Landsitz waren die Methoden der Zubereitung des selbstgebrannten Schnaps bekannt. Die Schwarzbrennerei der 18.-19. Jahrhunderte trug keinen Handelscharakter.
Gerade bei diesem Getränk wurde neben dem Moskauer Kreml die erste Kneipe eröffnet. Der Zutritt war ausschließlich den Opritschniki (‚zaristische Hunde‘) gestattet. Damals wurden Medaillen nicht für Heldentaten, sondern für den sogenannten ‚zaristischen Becher‘ verliehen. Inhaber einer solchen Auszeichnung konnten an beliebiger Stelle so viel selbstgebrannten Schnaps umsonst trinken; sie füllten nach Belieben in den Becher ein.
Für die Herstellung von Samogon-Wodka wird der Rohstoff gefordert. Die Zusammensetzung des Getränks hängt vor allem von der Fassbarkeit des Rohstoffs in jeder konkreten Region ab. Je nach Komponenten lassen sich folgende Abarten des selbstgebrannten Schnaps unterscheiden: frucht- oder obst-beeren-, kartoffel-, rüben- und getreidebasiert. Neben der Hauptingredienz, aus der das Dünnbier zubereitet wird, gehören zum Bestand des selbstgemachten Wodkas Wasser, Zucker sowie das Amylum (Stärke). In der Zubereitung des selbstgebrannten Schnaps werden auch Hefen in Form von Sakwaska verwendet.
In 100 Gramm Samogon-Wodka sind enthalten: 33,3 g Alkohol, 66 g Wasser, 0,1 g Asche, 0,1 g Mono- und Doppelzucker, 1 mg Kalium, 1 mg Kalzium sowie 10 mg Natrium.
In der weltweiten Trinktradition werden folgende Arten des selbstgebrannten Schnaps unterschieden: Moonshine (amerikanischer Selbstschnaps), Chicha casera (lateinamerikanisches Selbstrennen), Schwarzgebranntes (Samogon, das deutsche Getränk), Samogon oder Bimber (polnischer Selbstschnaps). Die Franzosen haben die eigene Zubereitungsmethode unter dem Namen Tord-boyaux entwickelt. Bei den Letten heißt dieses feste Getränk Kandza, und bei den Litauern – Samogonas.
Einige Experten behaupten, dass der tatsächliche therapeutische Effekt von hausgemachtem Wodka besteht, der nach traditionellen Familienrezepten zubereitet wird. Es wird angenommen, dass die Anwendung von 40 bis 50 Gramm selbstgebranntem Schnaps in Kombination mit Pfeffer zur Linderung von Erkältungskrankheiten beiträgt. In der Volksmedizin gibt es zahlreiche Rezepte für Samogon-Kompressen und Abreibungen bei Fieber sowie bei Gelenkschmerzen und Erkältungen.
Im Jahr 1951 rangierte der amerikanische Kardiologe Uajt in einer Liste der besten Herzmedikamente Alkohol auf den zweiten Platz hinter Nitroglycerin. Nach Ansicht einiger US-Ärzte stärkt ein regelmäßiger und maßvoller Alkoholkonsum – einschließlich selbstgebrannten Schnaps –, das kardiovaskuläre System, schützt die Gefäßwände vor atherosklerotischen Veränderungen und senkt signifikant das Risiko für Arthritis. Der Alkohol reduziert zudem den Spiegel des schädlichen Cholesterins im Blutplasma, erweitert den Durchmesser der Koronararterien, verhindert deren Krämpfe und verringert die Blutgerinnbarkeit.
Der Schaden durch selbstgebrannten Schnaps ist jedoch für den menschlichen Organismus deutlich offensichtlicher als der Nutzen. Bei der Destillation entstehen sogenannte Fuselöle, die eine erhebliche Anzahl an Nebenkomponenten wie Methanol enthalten und irreversible Schäden im menschlichen Körper verursachen.
Zu den Bestandteilen des Fuselöls gehören giftige Beimischungen wie Isoamylalkohol, Isopropylalkohol sowie Essigsäureäthylester. Dieses Öl löst Krämpfe aus, unterdrückt die innere Atmung und schädigt das Zentralnervensystem (ZNS). Werden alle toxischen Eigenschaften des Ethylalkohols auf eine Einheit normiert, ergibt sich für diese Öle ein Wert von 19.
Isoamylalkohol ist besonders giftig; beim Hautkontakt verursacht er Brennen und führt zum Auftreten von Quaddeln. Amylalkohol unterdrückt die Hirntätigkeit, während Isopropyl- und Propylalkohol die Leberfunktion erheblich beeinträchtigen.
Selbstgebrannter Schnaps verursacht erhebliche Schäden an der Schleimhaut des Gastrointestinaltrakts. Bei systematischem Konsum wird die Magenschleimhaut geschädigt, was zu Gastrorrhagien und Ulkuskrankheiten führen kann. Durch die Belastung mit dem Gift atrophiert die Leber, wodurch das Risiko für eine Zirrhose signifikant steigt.
Der übermäßige Konsum von selbstgebranntem Schnaps schwächt die körpereigenen Abwehrkräfte und begünstigt das Auftreten von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Lungenabszessen.
Der durch den selbstgemachten Wodka verursachte Rauschzustand setzt sehr schnell, oft augenblicklich ein und dauert ungewöhnlich lange an. Das bei der Anregung auftretende Bewusstseinsverwirrungsgefühl geht nach dem Erwachen in einen schweren Traum mit Kopfschmerzen über.
In der jahrhundertelangen Geschichte wurden selbstgebrannter Schnaps auf unterschiedliche Weise hergestellt. Bis in die Gegenwart blieb die sogenannte handwerkliche oder häusliche Selbstbrennerei, betrieben mit einem selbstgebauten Apparat, populär. Zudem existiert eine industrielle Produktion dieses alkoholischen Getränks; jedoch wird angenommen, dass der industriell hergestellte Wodka hinsichtlich Geschmack und Qualität nicht mit seinen handwerklichen Analoga verglichen werden kann.
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