Hydrotherapie

Geschichte der Hydrotherapie

Hydrotherapie ist ein Komplex aus kosmetologischen und medizinischen Verfahren, die auf Rehabilitations-, prophylaktische, ästhetische und Heilziele ausgerichtet sind. Zu ihr gehören die äußere Anwendung von Fluss-, See-, Leitungs- oder Regenwasser in Form von Begießen, Umschlägen, Abreibungen, heißen und kalten Wasserbädern sowie Duschen. Inzwischen hat die mediale Hydrotherapie breite Popularität erlangt; dabei wird reines Trinkwasser als Heilmittel präsentiert, jedoch hat sie bisher keine Anerkennung in der Schulmedizin gefunden. Hydrotherapie – Behandlung mit Wasser

Die Hydrotherapie ist eine uralte Heil- und vitalisierende Methode, deren Wurzeln tief in die Antike reichen: In zahlreichen Glaubenssystemen und Mythen wurde dem Wasser göttliche belebende Kraft zugesprochen.

Als Begründer der Hydrotherapie gilt der Hofarzt Antonius Musa, der den römischen Kaiser Augustus mit einer damals sehr ungewöhnlichen Behandlungsmethode versorgte – durch kalte und heiße Umschläge.

Die Hydrotherapie erlangte jedoch erst im 18. Jahrhundert einen echten Durchbruch dank der Tätigkeit der Physiotherapeuten Sebastian Kneipp und Vincenz Priessnitz, die in Gröbenberg die erste Badeanstalt einrichteten. Nach ihnen veröffentlichten gelehrte Werke wie die von Wilhelm Winternitz, Alexander Nikitin, B.M. Gschmied und S.P. Botkin, die den heilsamen Eigenschaften des Wassers gewidmet sind.

Die Hydrotherapie ist ein Bestandteil der Physiotherapie.

Arten der Hydrotherapie

Die Hydrotherapie unterscheidet sich von anderen Behandlungsmethoden durch ihre Einfachheit, Zugänglichkeit und Natürlichkeit.

Zu den Verfahren der Hydrotherapie gehören:

  • Die Dusche. Das Wesen der Dusch-Hydrotherapie liegt in der Wirkung von Wasserstrahlen bestimmter Temperatur unter einem bestimmten Druck auf den Körper. Der physiologische Effekt hängt vom Wasseraufkommen pro Zeiteinheit, der Härte des Strahls sowie vom Grad der Abweichung ihrer Temperatur von indifferent (34–36 °C) ab. Zu unterscheiden sind Regen-, Pilz-, Zirkular-, Schottische, Nadeldusche sowie die Seelen-Scharko-Dusche (in Form eines dichten Wasserstrahls unter Druck auf den Menschen gerichtet), ferner die steigende Dusche usw.
  • Das einfache Bad und das Hydromassagebad. Zu unterscheiden ist das allgemeine Bad, bei dem Kopf und Hals des Patienten über der Wasseroberfläche bleiben, und das lokale Bad, dessen Wirkung (temperatur-, vibrierend) auf einen bestimmten Körperteil (Bein, Hand, Beckenbereich) gerichtet ist;
  • Hydrokinesitherapie. Sie umfasst Seefahrt und Heilhydrogymnastik;
  • Zur thermischen Hydrotherapie zählen Anwendungen mit unterirdischen Thermalquellen bei Temperaturen zwischen 37 und 42 Grad Celsius.
  • Die Badekur: Eine Therapieform, die auf der Anwendung von Mineralwasser basiert.
  • Das Begießen: Eine abhärtende und allgemein kräftigende Prozedur, deren Wirkmechanismus in der kurzzeitigen Einwirkung niedriger Temperaturen auf den Organismus besteht.
  • Saunen und Paare: Der Heileffekt wird durch die gleichzeitige Wirkung hoher Temperaturen auf den Organismus erreicht.

Je nach Wassertemperatur werden alle Hydrotherapien wie folgt eingeteilt:

  • Kalt: Die Temperatur liegt 20 Grad unter dem Körpertemperaturwert.
  • Kühl: 21 bis 33 Grad Celsius
  • Neutral: 34 bis 36 Grad Celsius
  • Wärme: 37 bis 39 Grad Celsius
  • Heizung: ab 40 Grad

Wirkungsmechanismus der Hydrotherapie

Die Grundlage der Hydrotherapie bilden die mechanischen, thermischen und chemischen Einwirkungen des Wassers auf den Organismus.

Während der Hydrotherapiesitzung wird eine Reizung der Hautnervenenden ausgelöst. Dies führt zur Bildung eines Nervsimpulses, der über zentripetale Bahnen zum Kopf und Rückenmark geleitet wird. Der Impuls kehrt über zentrifugale Bahnen zurück und verknüpft sich mit dem jeweiligen Segment des Rückenmarks sowie dem betroffenen Organ. So bewirkt beispielsweise die Abkühlung des Brustkorbs eine Vasokonstriktion der Lungen, während das Erwärmen der Lendenwirbelsäule eine Erweiterung der Nierengefäße zur Folge hat.

Die thermischen Einwirkungen auf den Organismus steigern den Stoffwechsel, verbessern den Metabolismus, fördern die Durchblutung und verstärken die sekretorische Tätigkeit von Bauchspeicheldrüse und Magen. Warmes oder heißes Wasser wirkt beruhigend und schmerzlindernd, senkt den Muskeltonus, unterstützt die Funktion des endokrinen Systems und aktiviert immunologische Prozesse.

Der Wirkmechanismus der Hydrotherapie mit kaltem Wasser ist durch Gefäßveränderungen gekennzeichnet: In der ersten Phase kommt es zu einer Verengung, in der zweiten zu einer Erweiterung, gefolgt von einer nachfolgenden Beschleunigung des Blutflusses. Unter dem Einfluss des gekühlten Blutes werden Gegenreaktionen des Organismus angeregt, die sich in Form einer verstärkten Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin und Thyroxin äußern. Der Effekt dieser Hormone führt zur Spaltung stickstofffreier Substanzen und bewirkt reinigende sowie stärkende Wirkungen.

Kontrasthydrotherapien lenken den Blutfluss in das Innere des Organismus und führen ihn so zurück an die Haut. Dies trainiert die Prozesse der Mikroblutzirkulation, trägt zur Normalisierung des Blutdrucks bei, wirkt positiv auf das kardiovaskuläre System und fördert Stoffwechselprozesse.

Der zusätzliche Heileffekt wird durch Hydrotherapie mit Wasser erzielt, das um verschiedene Inhaltsstoffe wie Pflanzentextrakte, Terpentin oder medizinische Präparate ergänzt ist. Hydrokinesitherapie – eine Form der Hydrotherapie

Aussagen zur Hydrotherapie

Die Hydrotherapie wird von gesunden Menschen zur Erholung, zur Linderung von Anstrengung und Ermüdung sowie bei Schlafstörungen eingesetzt. Zudem dient sie als prophylaktische Maßnahme für den Organismus im Zustand vor einer Krankheit.

Zu den Indikationen der Hydrotherapie gehören folgende Erkrankungen:

  • Die koronare Herzkrankheit
  • Das arterielle Hypertonus
  • Die neurozirkuläre Dystonie
  • Krampfadern und periphere Gefäßerkrankungen
  • Erkrankungen des Skelettsystems
  • Verdauungsstörungen
  • Chronische Lungenerkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Menstruationsstörungen
  • Ödeme der Extremitäten
  • Hämorrhoiden
  • Cellulitis
  • Migräne
  • Schlafstörungen, verschiedene Neurosen und Stress

Jede Behandlungsform, einschließlich der Hydrotherapie, sollte einem Internisten anvertraut und streng unter dessen Aufsicht durchgeführt werden.

Kontraindikationen für die Hydrotherapie

Trotz ihrer Einfachheit birgt die Hydrotherapie Gesundheitsrisiken. Es ist nicht empfehlenswert, Hydrotherapien an Menschen durchzuführen, die unter folgenden Erkrankungen leiden:

  • Eine Prädisposition zu Störungen des Koronar- und Hirnkreislaufs;
  • Ein unzureichender Zustand des Blutkreislaufs (Stadium I-B)
  • Eine langdauernde Thrombophlebitis
  • Bluthochdruck im Stadium III-B
  • Entzündliche Erkrankungen im Stadium der Verschlimmerung
  • Schwere Angina pectoris

Patienten mit Durchblutungsstörungen des Gehirns, Herzinfarkt sowie Diabetiker, Schwangere und Personen mit kranker Atherosklerose müssen vor Beginn der Wasserbehandlungen einen Experten konsultieren

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Die menschlichen Nieren können pro Minute etwa drei Liter Blut filtern.


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