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Karies (Zahncaries): Eine Volkskrankheit

Karies

Karies ist die Zerstörung der Zähne, gekennzeichnet durch einen lokalisierten und fortschreitenden Verlauf. Sie beginnt mit dem Angriff organischer Säuren auf das anorganische Grundgerüst des Dentins. Nach dem Prozess der Demineralisation folgt die organische Zerstörung des Zahns, gefolgt zwingend von der Bildung einer Höhle und der Verseuchung. Statistischen Daten zufolge leiden über 95 % der Menschen an Karies in einem dieser Stadien.

Die Anfälligkeit der Zahnflächen für Karies hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab:

  • Genetische Veranlagung
  • Allgemeiner Gesundheitszustand
  • Prophylaxe und Hygiene im Mundbereich
  • Ausgewogene Ernährung
  • Anatomische Besonderheiten der Zahnflächen: In den Spalten und Ausbuchtungen der Zähne entstehen günstige Bedingungen für die Entstehung und Fixierung des Befalls.
  • Der Sättigungsgrad des Zahnschmelzes mit Fluor: Die normalen Gehaltswerte dieses Elements machen das Zahnbein widerstandsfähiger gegen Säureeinwirkung.
  • Menge und Qualität des Speichels sowie seine Puffereigenschaften zur Neutralisation von Säuren

Hauptursachen der Karies

Weltweit unterscheiden Zahnärzte verschiedene Ursachen für die Entstehung von Karies

  • Ein unzureichender Hygienezustand im Mundraum
  • Eine allgemeine Schwächung des Immunsystems sowie das Vorliegen langdauernder Organerkrankungen. Dazu zählen Infektionskrankheiten, die bereits im Kindesalter auftraten (z. B. Tuberkulose oder Rachitis) und den Prozess der Zahnbildung beeinträchtigt haben.
  • Die genetische Veranlagung zum Kariesentstehen. Dies erklärt insbesondere das erhöhte Kariesrisiko bei Kindern in vieler Hinsicht.
  • Das Trinkwasser mit einem verminderten oder erhöhten Gehalt an Phosphor, Fluor und Kalzium.
  • Die Ernährungsweise. Ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, ein fehlendes ausgewogenes Verhältnis von Proteinen zu Kohlenhydraten sowie eine Verringerung des Anteils an Lebensmitteln natürlichen Ursprungs in Kombination mit einem Übermaß an zuckerhaltiger Nahrung begünstigen das Auftreten dieser Erkrankung.
  • Geographische Besonderheiten des Geländes sowie soziale Faktoren (beispielsweise Arbeit in schädlichen Produktionsstätten).

Die Ursachen der Karies wirken nicht isoliert, sondern bilden einen systemischen Prozess aus einer Vielzahl von Faktoren.

Stadien der Karies

Der Verlauf der Karieserkrankung ist durch verschiedene Entwicklungsphasen gekennzeichnet. Im Folgenden werden die Hauptstadien dargestellt:

  • Anfangsstadium (Macula cariosa): Dieses Stadium beginnt mit der Demineralisation, bei der der physikalische Glanz des Zahnschmelzes verschwindet und graue oder hellbraune Flecken entstehen. In diesem Verlauf ist die Karies meist symptomlos.
  • Oberflächliche (caries superficialis) und mittlere (caries media) Karies werden zu einem einzigen Stadium zusammengefasst, das durch destruktive Veränderungen des Zahnschmelzes am Ort der Flecken gekennzeichnet ist. Das Hauptsymptom sind kurzzeitige Schmerzen bei Temperaturreizen (Kalt, Heiß) sowie chemischen Reizen (sauer, salzig). Dabei bildet sich eine Höhle (Defekt): Beim oberflächlichen Karies liegt die Läsion noch im Schmelz, während sie bei der mittleren Karies bereits ins Zahnbein (Dentin) vordringt.
  • Das Stadium der tiefen Karies (caries profunda) wird durch das Vorhandensein einer tiefen Karieshöhle sowie krankhafte Empfindungen auf Temperatur-, mechanische und chemische Reize charakterisiert. In Einzelfällen treten zudem Zeichen einer Entzündung des Gefäß-Nerven-Bündels (Pulpitis) auf.

Eine besondere Form der Karies ist die prächsig genannte Karies, deren Name sich auf den Entstehungsort am Zahnhals bezieht. Diese Karies entsteht und entwickelt sich an dieser Stelle aufgrund der dünnen Schmelzschicht im Bereich des Zahnfleisches sowie der eingeschränkten Zugänglichkeit bei der Mundhygiene.

Der Prozess der Kariesentstehung verläuft langsam; daher ist es für Erwachsene oft schwierig, den Fortgang der Entwicklung zu erkennen. Ein sofortiger Besuch beim Zahnarzt ist notwendig. Bei Kindern entstehen die Karies mit denselben Symptomen wie bei Erwachsenen. Eltern sind verpflichtet, den Zustand der Zähne (auch Milchzähne) regelmäßig zu prüfen und das Kind bei ersten sichtbaren Zeichen umgehend zum Arzt zu führen, um die weitere Entwicklung der Karies zu stoppen.

Die Diagnostik der Karies

Eine zuverlässige Kariologie-Diagnostik ist nur möglich, wenn Sie den Zahnarzt regelmäßig aufsuchen. Während tiefe Karies meist ohne Schwierigkeiten optisch erkannt werden kann, sind bei frühen Stadien Röntgenaufnahmen und die Thermodiagnostik erforderlich.

Die Diagnostik der Anfangskaries erfolgt durch die Transillumination, bei der der Zahn seitlich mit starkem Licht beleuchtet wird. Diese frühe Diagnose ermöglicht es dem Arzt, rechtzeitig eine Behandlung einzuleiten und das Fortschreiten der Karies zu stoppen.

Behandlung der Karies

Behandlung von Karies

Im Anfangsstadium erfolgt die Kariesbehandlung durch remineralisierende Therapien (Applikationen) nach einer vorläufigen Reinigung des Zahnes von Belägen.

Bei oberflächlicher, mittlerer und tiefer Karies erfolgt die Behandlung durch das Entfernen der betroffenen Substanz, gefolgt vom Verschluss der Karieshöhle. Es ist wichtig zu beachten, dass eine frühere Behandlung durch den Verschluss des Defekts dazu beiträgt, den Zahn länger in einem gesunden Zustand zu erhalten.

Wird die Kariesbehandlung nicht rechtzeitig durchgeführt, kann sich die Erkrankung verschlimmern und beispielsweise in eine Parodontitis oder Pulpitis übergehen, was zum Verlust des Zahns führt.

Die Prophylaxe der Karies

Die Kariesprophylaxe verringert das Erkrankungsrisiko erheblich. Besonders für Eltern ist es entscheidend, Schutzmaßnahmen zu kontrollieren; bei Kleinkindern ist die Entstehung von Karies oft eine Folge davon, dass Eltern auf sichtbare Zahnveränderungen oder Beschwerden des Kindes nicht rechtzeitig reagiert haben.

Zu den Schutzmaßnahmen gehören:

  • Die hygienische Prophylaxe umfasst die vollständige Mundreinigung, die Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasten sowie die Nutzung von Lösungen oder Pasten mit Chlorhexidin und die Verwendung von Xylit (Kaugummis).
  • Die medizinische Prophylaxe beinhaltet eine allgemeine Stärkung des Organismus, das Entfernen von Zahnfehlstellungen sowie spezifische Maßnahmen wie die Versiegelung von Fissuren und blinden Vertiefungen, in denen sich Beläge bilden können.
  • Der systematische Zahnarztbesuch.

Ob Das sollten Sie wissen:

Die Zahnärzte sind vor kurzem entstanden. Noch im 19. Jahrhundert gehörte das Ausreißen kranzer Zähne zu den Aufgaben des gewöhnlichen Friseurs.


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