Ketamin

Ketamin-Lösung Ketamin – das Präparat für die intravenöse Allgemeinanaesthesie.

Darreichungsform und Inhalt

Die Darreichungsform ist eine Lösung zur intramuskulären (i.m.) und intravenösen (i.v.) Verabreichung: farblose oder schwach gefärbte transparente Flüssigkeit (in 2-ml- und 5-ml-Ampullen bzw. in 5-ml-Fläschchen, zu je fünf Einheiten in einer Umreifungsverpackung; im Karton sind 1 oder 2 Packungen enthalten).

Wirkstoff: Ketaminhydrochlorid; in 1 ml Lösung sind 57,6 mg enthalten, was 50 mg reines Ketamin entspricht.

Hilfsstoffe: Natriumchlorid, Benzatinchlorid sowie Wasser für Injektionszwecke.

Anwendungshinweise

  • Die Basis- und die einleitende allgemeine Anästhesie (insbesondere bei Bedarf an Aufrechterhaltung der Spontanatmung bei Patienten oder Patientinnen mit arterieller Hypotonie sowie bei Operationen unter Beatmung mit Gasgemischen, die kein Stickstoffoxid enthalten [Lachgas]);
  • Die Anästhesie bei extrachirurgischen Eingriffen, einschließlich Situationen beim Abtransport von Patientinnen mit Krawopf und traumatischem Schock
  • Im Bestand der Mehrkomponentenvenenanästhesie bei verschiedenen chirurgischen Eingriffen
  • Sedierung während der Herzkatheterisierung, Endoskopie sowie weiterer diagnostischer Verfahren
  • Geringfügige chirurgische Eingriffe zur Behandlung von Verbrennungen und weiteren Infektionen

Kontraindikationen

  • Herzinfarkt (inklusive der letzten 6 Monate)
  • Arterielle Hypertonie sowie andere Pathologien, bei denen eine Erhöhung des arteriellen Blutdrucks kontraindiziert ist;
  • Angina pectoris;
  • Schwere Niereninsuffizienz
  • Gefäßstörungen im Gehirn (auch in der Vorgeschichte)
  • Epilepsie sowie andere Erkrankungen, die mit krampfähnlichen Aktivitätsmustern einhergehen
  • Alkoholismus
  • Präeklampsie und Eklampsie
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen des Präparats.

Vorsicht bei der Anwendung von Ketamin unter Narkose bei dekompensierter, langdauernder Herzinsuffizienz sowie bei Operationen am Schlund oder Kehlkopf.

Art der Anwendung und Dosierung.

Verabreichung von Ketamin in Form von w/w (fraktioniert), einzeitig (bolusartig), intravenös oder intramuskulär.

Die Erwachsenendosis wird wie folgt berechnet: 2–3 mg/kg bei w/w oder 4–8 mg/kg bei w/m (intravenös).

Empfohlene Aufrechterhaltungsdosierung bei w/w: 0,5–1 mg/kg; bei w/m: 3 mg/kg. Bei w/w kann das Präparat über ein Infusionsgerät mit einer Rate von 2 mg/kg pro Stunde oder über ein Infusionssystem verabreicht werden (0,1 %ige Ketaminlösung in 5 %iger Glukose- oder 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung; Infusionsrate: 20–50 Tropfen/min).

Bei Kindern erfolgt die Einleitungsanästhesie nach entsprechender Prämedikation durch eine einmalige intravenöse Gabe von Ketamin in einer Dosierung von 4 bis 5 mg/kg Körpergewicht (als 5 %ige Lösung).

Für die Hauptnarkose wird Ketamin intravenös als 5 %ige Lösung oder intramuskulär mit einer Dosis von 2 bis 3 mg/kg Körpergewicht verabreicht. Alternativ kann eine Einleitungsanästhesie mit einer 1 %igen Lösung (intravenös) oder eine Aufrechterhaltungstherapie mit einer 0,1 %igen Lösung mittels Infusion (50–60 Tropfen/min) erfolgen.

Die Dosierung für Jungen und Mädchen hängt vom Alter und dem Gewicht des Kindes ab:

  • Bei Kleinkindern bis zum ersten Lebensjahr wird die Dosis mit 8–12 mg pro Kilogramm Körpergewicht berechnet.
  • Bei Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren wird die Dosis mit 6–10 mg pro Kilogramm Körpergewicht berechnet.
  • Bei Jugendlichen im Alter von 7 bis 14 Jahren beträgt die Dosierung 4–8 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Die allgemeine Narkose wird durch wiederholte Injektionen des Präparats in folgender Dosierung unterstützt: bei w/w (intravenös oder intramuskulär) mit 3–5 mg pro Kilogramm Körpergewicht; die Infusionsrate beträgt 0,1 % der Lösung des Präparats, also 30–60 Tropfen pro Minute.

Um den Effekt von Ketamin zu verstärken, wird eine Kombination mit Antipsychotika (z. B. Droperidol) sowie Analgetika wie Fentanyl und Promedol empfohlen; bei dieser Kombinationsbehandlung ist eine Reduktion der Präparatdosis ratsam.

Nebenwirkungen

Die Anwendung von Ketamin kann verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen:

  • Seitens des kardiovaskulären Systems: Tachykardie sowie arterieller Blutdruckanstieg;
  • Seitens des Nervensystems: Atemdepression, Muskelrigidität und unwillkürliche Muskelkontraktionen; im Verlauf des Aufwachens aus der allgemeinen Anästhesie können Halluzinationen, psychomotorische Erregung, Psychose sowie langdauernde Verwirrtheit auftreten.
  • Seitens des Verdauungssystems: Übelkeit, Hypersalivation;
  • Seitens des Atemsystems: Dyspnoe, Okklusion der oberen Luftwege infolge Zungenabsenkung und Krampf der Kaumuskulatur sowie vermehrte Bronchialsekretion;
  • Lokale Reaktionen: Schmerz am Einstichort und Venenhyperämie im Verlauf.

Besondere Hinweise

Die Anwendung von Ketamin ist ausschließlich unter stationären Bedingungen (Krankenhaus oder Intensivstation) durchzuführen.

Unter Anwendung des Präparats kann beim Patienten eine Glossoptose oder ein Krampf der Kaumuskulatur eintreten; daher muss die Atemfunktion, insbesondere die Passierbarkeit der oberen Luftwege, kontrolliert werden.

Bei der Durchführung ist es empfehlenswert, die Premedikation um folgende Mittel zu erweitern: Atropin oder Metazinij-Jodid zur Vermeidung einer Erhöhung der Sekretion von Speicheldrüsen und Schleimhäuten; Diazepam (i.v. oder i.m.) zur Prophylaxe unkontrollierter Zuckungen und Muskelrigidität; Diazepam oder Droperidol zur Vermeidung psychomimetischer Effekte.

Es wird eine langsame Gabe der Hauptdosis empfohlen, die 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht des Patienten nicht überschreiten soll, sowie eine Inhalation von Luft mit Sauerstoff im Verhältnis 2:1.

Bei chirurgischen Eingriffen am Kehlkopf und der Speiseröhre unter Anwendung von Ketamin ist besondere Vorsicht geboten; zudem sollte die Gabe von Muskelrelaxanzien erfolgen.

Medikamentöse Interaktionen

Das Präparat verstärkt die narkotisch-analgetische Wirkung von Neuroleptika, allgemeinen Anästhetika sowie anderer zentralnervensystemunterdrückender Mittel.

Die Kombination mit Anxiolytika und Antipsychotika schwächt den kardiostimulatorischen Effekt des Ketamins.

Die Anwendung von Ketamin ist erst nach 1–2 Tagen nach der Absetzung von Lithiumpräparaten bzw. nach 15 Tagen nach der Unterbrechung der Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmstoffen möglich.

Das Präparat darf nicht mit Barbituraten in einer Spritze gemischt werden.

Ketamin beeinflusst die Wirkung von Succinylcholin nicht, verstärkt jedoch den muskelrelaxierenden Effekt von Dithylenem und Tubocurarin.

Die gleichzeitige Anwendung von Droperidol, Sibazon und anderen Benzodiazepinen verringert das Risiko für arterielle Hypertonie, Tachykardie sowie motorische und psychomimetische Aktivität.

Da die gleichzeitige Gabe von Ketamin mit Substanzen, die eine fördernde Wirkung auf das kardiovaskuläre System haben oder Sympathomimetika sind, zu einer Verstärkung arhythmogener und hypertensiver Effekte sowie zur Erhöhung des Sauerstoffbedarfs des Herzmuskels führt, ist es empfehlenswert, diese Kombinationen zu vermeiden.

Patientinnen, die Schilddrüsenhormone oder jodhaltige Präparate einnehmen, sind während der allgemeinen Anästhesie einem erhöhten Risiko für Tachykardie und arterielle Hypertonie ausgesetzt.

Lagerungsdauer und Lagerungsbedingungen.

An einem lichtgeschützten Ort und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Die Haltbarkeit beträgt zwei Jahre.

Ob Darauf können Sie sich verlassen.

Das menschliche Gehirn macht etwa 2 % der gesamten Körpermasse aus, verbraucht jedoch rund 20 % des über das Blut aufgenommenen Sauerstoffs. Diese Tatsache macht das menschliche Gehirn außerordentlich empfindlich gegenüber Schäden, die durch Sauerstoffmangel verursacht werden.


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