Leberzyste

Eine Leberzyste ist eine gefüllte Hohlraumbildung im Lebergewebe. Diese Erkrankung wird bei 1 bis 2 % der Bevölkerung diagnostiziert; Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Meistens treten Leberzysten im arbeitsfähigen Alter (30–50 Jahre) auf. Leberzyste im CT-Bild

Leberzysten weisen einen gutartigen Charakter auf und enthalten gewöhnlich eine klare, geruchlose Flüssigkeit. Seltener werden Zysten beobachtet, die mit dunkelgrünem oder trübem Inhalt gefüllt sind.

Leberzysten können in verschiedenen Lappen und Segmenten der Leber lokalisiert sein, entweder im Inneren des Organs oder an dessen Oberfläche. Der Durchmesser einer Leberzyste kann bis zu 25 Zentimeter betragen. Sehr selten werden riesige Zysten mit einem noch größeren Umfang festgestellt.

Leberzyste: Ursachen und Einordnung

Alle Leberzysten werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt: parasitäre und nicht-parasitäre Zysten.

Nicht-parasitäre Leberzysten gliedern sich weiter in echte und falsche Zysten. Falsche Leberzysten entstehen infolge von Verletzungen der Leber, einschließlich nach operativen Eingriffen bei Echinokokkose oder Leberabszess.

Echte Leberzysten bilden sich beim Menschen bereits während der intrauterinen Entwicklung. Ihre Entstehung beruht darauf, dass bestimmte Gallengänge nicht in das allgemeine Gallengangssystem münden. Solche Zysten bleiben gewöhnlich symptomfrei und werden zufällig bei einer Computertomographie oder Ultraschalluntersuchung der Leber aus anderen Gründen entdeckt.

Parasitäre Leberzysten: Es handelt sich um Echinokokken- und Alveolarzysten, die durch eine Infektion des Menschen mit Parasiten von kranken Tieren entstehen. Diese parasitären Leberzysten stellen eine sehr gefährliche Erkrankung dar, die zwingend einer Behandlung bedarf.

Symptome einer Leberzyste

Leberzysten können über einen längeren Zeitraum symptomlos verlaufen. Je nach Größe beginnen Patientinnen jedoch, sich durch Aufstoßen, Übelkeit und Schmerzen im rechten Oberbauch zu beklagen. Der Schmerz verschlimmert sich meist bei körperlicher Belastung und lässt in der Ruhephase nach.

Zusätzliche unspezifische Symptome einer Leberzyste sind:

  • Atemnot;
  • Erhöhte Ermüdbarkeit;
  • Appetitverlust;
  • Ausgeprägte allgemeine Schwäche.

Bei einer großen Leberzyste kommt es zu einer asymmetrischen Bauchvergrößerung, die vor dem Hintergrund eines allgemeinen Gewichtsverlustes des Patienten besonders auffällig ist. Komprimiert der Tumor die Gallenwege, entwickelt sich eine mechanische Gelbsucht – ein weiteres Symptom der Leberzyste.

Leberzyste: Behandlung

Bei kleinen Leberzysten erfolgt die Behandlung in der Regel konservativ. Patientinnen sollten eine diätetische Ernährung einhalten und gebratene, fettige, geräucherte sowie scharfe Nahrungsmittel, Gewürze und Saucen meiden. Der Konsum von Alkohol, starkem Kaffee und Tee sowie gasförmigen Getränken ist zu vermeiden; stattdessen sind frisches Gemüse und Früchte sowie Milchprodukte, tierische Leber und Fisch bevorzugt. Diätische Ernährung – Grundlage der Zystenbehandlung

Die chirurgische Entfernung einer Leberzyste ist indiziert bei Eiterung, Blutung oder Ruptur der Zyste. Zudem wird eine Operation empfohlen, wenn die Zyste einen riesigen Umfang (über 10 cm Durchmesser) aufweist oder wenn die Symptome ausgeprägt sind.

Die Entfernung der Leberzyste kann laparoskopisch oder mittels traditioneller offener Technik erfolgen; in den letzten Jahren bevorzugen Ärzte die Laparoskopie, da diese Methode für Patientinnen besser verträglich ist und das Risiko postoperativer Komplikationen deutlich senkt.

Volksheilmittel gegen die Leberzyste

In vielen Fällen zeigt die konservative Therapie der Leberzyste eine nachhaltige positive Wirkung. Neben Diät und Pharmakotherapie kann der Arzt auch Volksheilmittel empfehlen; dabei gilt der Sud aus Zedernuss-Schalen als besonders wirksam: Ein halbes Glas Schale wird mit einem Liter kaltem Wasser übergossen, zum Kochen gebracht und 30 Minuten bei schwacher Hitze gekocht. Den entstandenen Sud wird über den Tag verteilt getrunken. Die Nussschalen können zweimal wiederverwendet werden, bevor sie durch neue ersetzt werden müssen.

Ein weiteres Volksheilmittel gegen die Leberzyste ist der Saft des Schnellkrautes (Solanum nigrum). Da dieser jedoch hochgiftig sein kann, ist eine zwingende Konsultation des behandelnden Arztes erforderlich, um schwere Vergiftungen zu vermeiden.

Ob Wissenswertes zur Leberzyste

Die seltenste Erkrankung der Welt – die Krankheit „Kura" –, die ausschließlich bei Stämmen in Neuguinea vorkommt und durch Gelächter zum Tod führt; angenommen wird, dass das Essen menschlichen Gehirns die Ursache ist.


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