Lymphödem

Lymphostase der Extremitäten

Lymphödem (Ansammlung von Lymphwasser) – eine angeborene oder erworbene Erkrankung, die zu einer dauerhaften Flüssigkeitsansammlung führt. Dies geht mit einer Verhärtung des Gewebes, einer deutlichen Verdickung der Gliedmaßen sowie der Bildung von Geschwüren und im weiteren Verlauf mit dem Entstehen eines Elephantiasis-Syndroms einher.

Ein fortschreitendes Lymphödem zerstört das Lymphsystem, verursacht anhaltende psychische Belastungen für den Patienten sowie körperliche Leiden bis hin zur Behinderung.

Laut Angaben der WHO erkranken vor allem junge Frauen (neben 10 % der gesamten Weltbevölkerung) sowie ältere Menschen an einem Lymphödem.

Ursachen des Lymphödems

Je nach Entstehungsursache unterscheidet man primäres und sekundäres Lymphödem. Als Ursache für das primäre Lymphödem wird eine angeborene Fehlbildung der Lymphgefäße angenommen. Manchmal kann die Krankheit unmittelbar nach der Geburt diagnostiziert werden, doch häufiger manifestiert sie sich erst in der ersten Lebenshälfte im Rahmen des geschlechtlichen Reifungsprozesses.

Als Ursachen für das sekundäre Lymphödem kommen folgende Faktoren infrage:

  • Das Auftreten von gutartigen und bösartigen Tumoren des Lymphsystems
  • Verschiedene Traumata (mechanische Verletzungen, Verbrennungen, Bestrahlungen usw.), die Lymphgefäße schädigen
  • Eine bewegungsarme Lebensweise des Patienten (hauptsächlich bei Bettlägerigen)
  • Langdauernde Erkrankungen, die zu Veneninsuffizienz und Lymphstase der Gliedmaßen führen; dies erschwert postthrombophlebitische Zustände, insbesondere bei älteren Menschen
  • Infektionen mit Staphylokokken sowie parasitärer Natur

Zu den weiteren Ursachen einer Lymphstase zählen:

  • Akute Entzündungen der unteren Extremitäten
  • Adipositas
  • Das Klippel-Trenaunay-Syndrom
  • Brustkorboperationen im onkologischen Kontext

Verlaufsstadien und klinische Symptome einer Lymphstase

Die Entwicklung einer Lymphstase wird in drei Stadien unterteilt:

  • Im ersten Stadium zeigt sich eine leichte, reversible Ödembildung, die abends auftritt und morgens zurückgeht. Zwar wenden sich Patientinnen in dieser Phase selten an einen Arzt, doch zwingt das auftretende Unwohlsein sie dazu, Volksheilmittel einzusetzen und Selbstheilungsversuche zu unternehmen (z. B. durch Binden geschwollener Gliedmaßen, Anlegen von Jodnetzen oder Auflegen von Kompressen). Eine Gewucherung hat in diesem Stadium noch nicht eingesetzt; eine rechtzeitige ärztliche Konsultation sowie eine adäquate Therapie führen zum Rückgang der Erkrankung.
  • Im zweiten Stadium nehmen die Symptome der Lymphstase zu und werden durch irreversible Ödeme charakterisiert, was zu einer Vergrößerung des Anschwellens und zur Hautverhärtung führt. Die Spannung der Hautdecke kann beim Patienten Schmerzen verursachen. Wird das geschwollene Gewebe im Verlauf einer langdauernden Phase unter Druck gesetzt, bleibt eine Vertiefung bestehen. In diesem Stadium wenden sich Patientinnen in der Regel an einen Arzt. Trotz der Komplexität der Behandlung ist bei zusätzlichen Anstrengungen des Patienten und Beachtung der ärztlichen Empfehlungen eine Genesung möglich.
  • Im dritten Stadium gehen die Symptome der Lymphostase in einen irreversiblen Verlauf über. Es bilden sich Fibrosen und Zysten; die Gliedmaßen verlieren ihre Kontur, Funktionen werden beeinträchtigt, das Stadium Elephantiasis tritt ein und die Beweglichkeit ist eingeschränkt. Bei Ausbleiben einer Behandlung entstehen trophische Geschwüre, eitrige Entzündungen sowie Ekzeme.

Die Probleme verschärfen sich zunehmend und können zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zur Sepsis und zum Tod führen.

Diagnostik der Lymphstase

  • Zur Diagnose einer Lymphstase werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
  • Klinische und biochemische Analyse von Blut und Urin.
  • Zur Diagnose einer Lymphstase ist die Konsultation eines Gefäßchirurgen erforderlich, um die Organe des Brustkorbs zu untersuchen. Zusätzlich wird eine Ultraschalluntersuchung (USG) der Organe im Bauchraum sowie der kleinen Beckengegend und der Venen der unteren Extremitäten durchgeführt.
  • Eine Lymphografie der Lymphgefäße dient zur Präzisierung ihrer Durchgängigkeit.

Falls erforderlich, werden für die Diagnostik einer Lymphstase weitere Fachärzte hinzugezogen.

Behandlung der Lymphostase

Unabhängig vom Stadium der Erkrankung und den Symptomen wird jede Patientin ambulant durch einen Angiochirurgen betreut. Ziel der Behandlung ist die Normalisierung des Lymphe-Abflusses aus den unteren Extremitäten sowie anderen Organen. Kompressionsverband – Behandlungsmittel bei Lymphostase

Die Behandlung der Lymphostase ist ein langwieriger und komplexer Prozess. Dabei werden Hardwaremethoden (Pneumomassage, Magnetotherapie, Lasertherapie) in Kombination mit konservativen Verfahren wie manueller Lymphdrainage und dem Anlegen einer Kompressionsbandage eingesetzt.

Zu den medikamentösen Therapien zählen venotonika mit polyvalentem Effekt und lymphotropem Charakter zur Verbesserung des peripheren Blutkreislaufs. Dazu gehören Angioprotektiva, Prostaglandine, Antibiotika sowie immunstimulierende, diuretische und desensibilisierende Maßnahmen.

Bei der Behandlung der Lymphostase ist eine salzarme, leicht kalorienreduzierte Ernährung von großer Bedeutung. Zudem sind gezielte Bewegungstherapien und allgemeine Aktivität essenziell: Ausdauerbelastungen wie das Laufen sowie Seefahrten wirken sich positiv auf den Patienten aus. Auch die Zielstrebigkeit bei der Genesung und die konsequente Umsetzung ärztlicher Empfehlungen spielen eine entscheidende Rolle.

Die Behandlung des Lymphödems mit Volksheilmitteln

Die Behandlung von Lymphödemen mit Volksheilmitteln umfasst die Reinigung des Organismus durch Klistiere nach verschiedenen Methoden, den Verzehr von Apfelessig sowie Säfte aus Löwenzahn und Wegerich. Zudem werden Mischungen aus rotem Wein und frischem Rote-Bete-Saft oder Meerrettichwasser eingesetzt. Auch Sud aus Duschitze, Sporysch (Eberesche), Weißtannenzweigen sowie Blätter und Blüten des Ivan-Tees kommen zur Anwendung.

Ob Sie sollten wissen:

Forschungsdaten deuten darauf hin, dass Frauen, die wöchentlich mehrere Gläser Bier oder Wein konsumieren, ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben.


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