Radialknochen

Radialknochen – Der gepaarte Knochen, der zusammen mit dem Unterarmknochen den knöchernen Rahmen bildet.

Radialknochen: Aufbau und Funktionen

Aufbau des Radialknochens

Im Radialknochen unterscheidet man:

  • Den dreieckigen Körper mit drei Rändern (vorderer, interknöchiger und hinterer Rand) sowie drei Flächen (Vorder-, Rück- und laterale Fläche).
  • Das proximale und distale Ende.

Die Vorderfläche weist eine leicht konkave Form auf; in ihr befindet sich das nutritive Loch, an dem der nutritive Kanal beginnt.

Die glatte Rückfläche ist von der lateralen Fläche durch den hinteren Rand abgetrennt.

Die Sehnen der Muskeln liegen in den Borstgruben an der Rückseite des distalen Endabschnitts des Radialknochens.

Als Gelenkfläche wird die Stelle am distalen Ende des Radialknochens bezeichnet, die mit den Knochen des Handgelenks artikuliert.

Der Bruch des Radialknochens.

Der Bruch des Radialknochens an der typischen Stelle – dies ist die häufigste Verletzung unter allen Unterarmknochenbrüchen. In der Regel entsteht das Trauma durch einen Sturz auf die gestreckte Hand; neben dem Knochenbruch können weitere Begleitverletzungen auftreten, wie zum Beispiel:

  • Die Ausrenkung des Halbschulpenknochens (Hemilunare).
  • Bruch des Radialknochens sowie des Griffelfortsatzes.
  • Zerrung der Bänder (Radiokarpal- und Interkarpealbänder).

Bei Knochenbrüchen sind vor allem ältere Menschen betroffen, insbesondere Frauen; dies ist auf den Verlust von Tauschprozessen und die Entwicklung einer Osteoporose zurückzuführen.

Die Symptome eines radialen Knochenbruchs sind:

  • Stark ausgeprägte Schmerzen.
  • Verformung des Unterarmes;
  • Funktionsverlust der Hand und der Finger.
  • Wasseransammlung.

Um festzustellen, ob eine Absetzung des radialen Knochens beim Bruch vorliegt, ist eine Röntgenaufnahme in zwei Projektionen erforderlich.

Bei Bedarf reponiert der Orthopäde die verschobenen Knochenfragmente, woraufhin ein Gipsverband angelegt wird.

Kontrollröntgenaufnahmen werden in der Regel 10 bis 12 Tage nach dem Trauma durchgeführt, sobald das Ödem abgeklungen ist. Eine zu enge Fixierung durch den Gipsverband kann im Verlauf des Heilungsprozesses, wenn das Ödem zurückgeht, erneut zur Verschiebung der Knochenfragmente führen.

Bei einem Bruch ohne Absetzung des radialen Knochens beträgt die Immobilisierungszeit vier bis fünf Wochen. Liegt eine Absetzung vor, wird der Gipsverband für bis zu acht Wochen angelegt.

Zu den Hauptkomplikationen bei einer Absetzung des radialen Knochens zählt die posttraumatische Dystrophie (auch: Trophoneurose). Sie kann durch einen zu eng angelegten Gipsverband ausgelöst werden, was häufig auf eine Zunahme des Ödems in den Tagen nach dem Trauma zurückzuführen ist.

In einigen Fällen werden bei instabilen Brüchen des radialen Knochens, die zur erneuten Verschiebung neigen, Operationen durchgeführt, um Fehlstellungen der Hand und Nervenverletzungen zu verhindern. In einer Reihe von Fällen wird eine Osteotomie mit Substitution des Defekts durch ein Implantat oder Knochenmaterial durchgeführt. Das Implantat wird in der Regel sieben Monate belassen, bis die Funktion der Hand und die Form des Knochens vollständig wiederhergestellt sind.

Rehabilitation nach Radiusbruch

Die Rehabilitation nach einem Radiusbruch sollte so früh wie möglich – unmittelbar nach dem Abklingen der Schmerzen – begonnen werden. Das Wiederherstellungsprogramm sollte umfassend gestaltet sein und neben der Heilgymnastik auch Massage, die Anwendung von wärmenden Salben und Kompressen sowie Physiotherapie umfassen. Zudem ist es ratsam, einige Übungen zur Entlastung im warmen Wasser durchzuführen.

Die Übungen sollten alle freien Gelenke des verletzten Gliedmaßen erfassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Vorübung der Finger: Diese müssen geöffnet und geschlossen werden sowie verschiedene kleine Gegenstände (wie Knöpfe oder Streichhölzer) gegriffen werden.

Der gesamte Übungszyklus sollte mindestens dreimal täglich für eine halbe Stunde durchgeführt werden.

Zur Unterstützung des Heilungsprozesses bei einem Radiusbruch werden spezielle Massage-Salben und -Gelen eingesetzt.

  • Diese Maßnahmen aktivieren den lokalen Stoffwechsel am Operations- oder Verletzungsgebiet.
  • Reduktion der Entzündung
  • Beschleunigung des Heilungsprozesses
  • Linderung des Schmerzes

Eine rechtzeitige Rehabilitation nach einem Radiusbruch trägt nicht nur zur schnellsten Wiederherstellung der Handfunktion bei, sondern dient auch als Prophylaxe gegen die Entwicklung einer Trophoneurose.

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