Perilla ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie erreicht eine Höhe von 40 bis 60 Zentimetern. Je nach Stielgefärbung unterscheidet man drei Typen: mit roten, rosa-violetten und grünen Blättern. Perilla enthält zahlreiche wertvolle Substanzen sowie ätherische Öle. So kann die Pflanze beispielsweise im Hinblick auf den Carotin-Gehalt mit der Möhre wettstreiten.
Man unterscheidet zwei Perilla-Arten:
Perilla zeichnet sich durch ein ansprechendes Aussehen aus; ihre rotblättrigen Sorten eignen sich besonders gut zur Tellerdekoration.
Die Pflanze weist eine stark verzweigte Struktur mit großen Blättern auf, die trocken und runzelig wirken. In Japan ist Perilla ein unverzichtbares Element der Gartendekoration.
In Russland werden vorzugsweise Sorten japanischer Selektion verwendet. Die Sorten Akaschisso und Aoschiosso liefern einen guten Ernteertrag. Unter den Sorten russischer Züchtung ist die Sorte Tautropfen beliebt, da sie kältefest, frühreif und eine lange Vegetationsperiode von 150 Tagen aufweist. Zurzeit sind einheimische Pflanzenzüchter mit der Aufzucht neuer Perilla-Sorten beschäftigt.
Perilla bevorzugt lockere, gut gedüngte Böden. Züchten Sie die Pflanze hauptsächlich aus Saatgut unter Anwendung der sogenannten Gerschetschnaja-Methode. Die Samen keimen sehr langsam; daher sollten sie vor dem Aussaat einige Tage einweichen und das Wasser mindestens dreimal täglich wechseln.
Das Saatgut wird im April oder Mai ins Freiland gesät. Sobald sich zwei echte Blättchen gebildet haben, werden die Setzlinge in Treibbeete oder Folientreibhäuser gepflanzt, wobei ein Pflanzabstand von 20 bis 30 cm eingehalten wird.
Die Ernte des Krautes erfolgt zu Beginn der Blüte. Die Triebe werden auf einer Höhe von 10 cm über dem Boden geschnitten. Pro Anbauperiode erfolgen in der Regel zwei Ernten. Je nach Standortbedingungen beträgt die durchschnittliche Erntemenge 0,5 bis 5 kg pro Quadratmeter.
Das frische Kraut bleibt bis zu sieben Tage haltbar, wenn es in ein Glas im Kühlschrank aufbewahrt und mit einem Deckel verschlossen wird. Die Lagerung von Perilla in Plastiktüten ist nicht empfehlenswert, da das Kraut schnell verfault. Für die langfristige Aufbewahrung werden traditionelle Ausgangsmaterialien verwendet.
Das Kraut besitzt ein weiches Anis- und Zitronenaroma; im Geschmack ist es kräftig und zart mit einem leichten Pfefferton. Die Blätter junger Pflanzen sollten vorzugsweise frisch verwendet werden. Zudem können die Blätter mariniert oder bei der Zubereitung verschiedener Gerichte und Saucen eingesetzt werden.
Aus den getrockneten Blättern wird ein Pulver hergestellt, das als Gewürz dient und Gemüse- sowie Fleischgerichten zugesetzt wird. Hauptsächlich werden als Gewürz die Sorten mit silbergrünen Blättern verwendet.
Die rotblättrigen Sorten werden in verschiedenen Salaten eingesetzt, um ihnen eine Farbgebung zu verleihen. In Japan werden beispielsweise rote Perilla-Sorten beim Salzen oft zusammen mit Stachis (Stachys affinis) verwendet. Dadurch erwerben die Knollen von Stachis ein feines spezifisches Aroma und eine schöne rosarote Schattierung.
Die Hauptwirkung beruht auf den ätherischen und fetthaltigen Ölen, die in großen Mengen in Samen und Blättern der Pflanze enthalten sind. Aus diesen Teilen werden verschiedene Aufgüsse und Abkochungen hergestellt, die antiseptische, beruhigende und schmerzstillende Wirkungen entfalten. Sie können bei Husten, Erkältungen sowie Bronchitiden eingesetzt werden; zudem dienen sie als Schweißmittel und Mittel zur Förderung der Milchsekretion.
Das Öl aus den Samen der Perilla-Pflanze, das mittels Kaltpressung gewonnen wird, besitzt ausgeprägte therapeutische Eigenschaften.
Im Bestand dieses Öls sind große Mengen an Alpha-Linolensäure enthalten – etwa 64 %. Diese ungesättigte Säure ist für die vollständige Funktion des menschlichen Organismus unerlässlich. Die Öleinsäure und Linolsäure machen entsprechend jeweils 15 % bzw. 17 % aus. Es ist zudem hervorzuheben, dass das Perillaöl das einzige Pflanzenöl ist, dessen Omega-3-Fettsäuren im Verhältnis zum Fischtran doppelt so hoch sind.
Die Anwendung des Öls hilft bei verschiedenen Hauterkrankungen, senkt den Cholesterinspiegel im Blut und den arteriellen Blutdruck, wirkt sich positiv auf die Funktion des Nervensystems aus und reduziert Gelenkentzündungen.
Das Perillaöl enthält Gerbstoffe sowie phenolische Verbindungen (Luteolin, Katechin, Rosmarinsäure und Apigenin), ferner Glykoside, Flavonoide und Terpene. Diese Substanzen weisen starke entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale und antioxidative Eigenschaften auf.
Die Rosmarinsäure schützt die Haut vor schädlichen ultravioletten Strahlen, stabilisiert Zellmembranen und bekämpft freie Radikale; infolgedessen verfügt das Perillaöl auch über eine antikanzerogene Wirkung.
Zudem wird das Öl in Südostasien und Japan in der Kosmetik- und Parfümindustrie weit verbreitet eingesetzt. Es befeuchtet und nährt die Haut gut, wirkt gegen Juckreiz und Reizungen. Aufgrund seiner Eigenschaften werden daraus verschiedene Cremes, Peelings und Gesichtsmasken für Personen sowie Klimaanlagen und Shampoos für das Haar hergestellt.
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