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Erste Hilfe bei Zeckenstich

Zeckenbiss Das Risiko des Zeckenbisses besteht darin, dass diese Insekten Überträger einer Vielzahl von Infektionen sind – sowohl bakterieller als auch viraler –, wobei die gefährlichsten davon das hämorrhagische Fieber, die Enzephalitis und die Borreliose sind.

Der klassische Lebensraum der Zecke ist das Waldgebiet; die höchste Aktivität wird in der warmen Jahreszeit, etwa von Mitte Frühling bis Hochsommer, beobachtet. In dieser Phase muss man besonders auf sich achten und den Wald am besten mit geschlossener Kleidung besuchen.

Ist ein Biss erfolgt, so ist es notwendig zu wissen, wie eine korrekte Erste Hilfe geleistet wird, um das Risiko einer Infektion auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei ist zu beachten, dass schwere Infektionskrankheiten, die durch Zecken übertragen werden, nach einer bestimmten Zeit nach dem Biss auftreten; diese Zeit kann in weiten Grenzen variieren – von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Erst wenn im Laufe von zwei Monaten nach dem Zeckenbiss keine unangenehmen Symptome aufgetreten sind, kann man behaupten, dass die Gefahr entgangen ist.

Maßnahmen der Erste Hilfe bei Zeckenbiss

Der Zeckenbiss ist tückisch, da er sich nicht sofort zeigt und anfangs oft keine Empfindungen hervorruft; alle Beschwerden treten später auf. In der Regel bemerkt der Mensch erst, wenn die Zecke bereits saugt – der Biss kann von 15 Minuten bis zu einigen Stunden dauern.

Richtige Entfernungsmethode für Zecken Als Erstes muss man die Zecke entfernen. Dies sollte sehr vorsichtig geschehen, um das Insekt nicht zu zerdrücken, da dies die Gefahr einer Infektion erheblich erhöht. Zur Extraktion der Zecke kann eine medizinische Pinzette (spezielle Instrumente aus Apotheken) oder ein selbst hergestellter Fadenring verwendet werden. Das Insekt sollte nah am Kopf gegriffen und langsam senkrecht zur Haut herausgezogen werden; dabei sind schüttelnde oder drehende Bewegungen (wie beim Abschrauben) zu vermeiden. Die entnommene Zecke muss in einem kleinen Glasgefäß mit Wasser untergebracht und dicht verschlossen aufbewahrt werden.

Nach vollständiger Entfernung des Insekts sollte die Wunde mit Wasser und Seife gewaschen sowie anschließend desinfiziert werden. Ist der Stichapparat (Hypostom) in der Haut verbleiben, muss er nicht herausgezogen werden; er geht üblicherweise innerhalb weniger Tage von selbst wieder heraus. Auch die Bissstelle ist entsprechend zu behandeln.

Achten Sie genau! Trotz häufig empfohlener Volksmethoden darf die Zecke weder mit Öl, Alkohol noch anderen Flüssigkeiten bestrichen und darauf gedrückt werden, da dies ihre Atmung stört und sie sich dadurch nicht von selbst ablöst. In diesem Fall ist das Infektionsrisiko erheblich erhöht, da das Insekt bei gestörter Atmung Speichel in die Wunde absondert, der höchstwahrscheinlich krankheitserregende Mikroorganismen enthält.

Ein Zeckenbiss kann neben verschiedenen Erkrankungen eine starke allergische Reaktion hervorrufen, die sich durch Wasserschwellung an der Bissstelle, Hautrötungen und/oder Juckreiz sowie möglicherweise durch ein Angioödem (Schwellung der oberen Atemwege mit Atemnot) manifestiert. Die Schwere der Symptome reicht von unbedeutend bis hin zu lebensgefährlichen Zuständen; daher ist bei den ersten Anzeichen einer allergischen Reaktion die Gabe eines Antihistamins (z. B. Loratadin, Suprastin, Tavegil u. ä.) als Maßnahme der Erstversorgung unerlässlich.

Die Erstversorgung wurde durchgeführt: Was ist nun weiter zu tun?

Wenn sich das Gebiet, an dem dieser Vorfall stattfand, epidemiologisch ungünstig bezüglich des Risikos für Zeckenenzephalitis oder anderer durch sie übertragener Infektionskrankheiten darstellt, muss das entfernte Insekt unmittelbar nach der Erstversorgung ins Labor zur Analyse gebracht werden. Die Adressen von Laboren im Hoheitsgebiet Russlands sind beim Rospotrebnadzor erhältlich. Die Untersuchungsergebnisse liegen in der Regel am selben Tag oder innerhalb weniger Tage vor; basierend darauf wird die Entscheidung über weitere Maßnahmen getroffen.

Es ist anzunehmen, dass nur etwa 10 % der Zecken Vektoren für Viren und/oder Bakterien sind; daher sind die Chancen, dass sich das Insekt als steril erweist, sowie die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Erstversorgung hoch. Sollte festgestellt werden, dass die Zecke Erreger irgendeiner Erkrankung enthält – insbesondere von Borrelien –, muss unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und gegebenenfalls eine Impfung durchgeführt werden.

Sollte die Möglichkeit bestehen, die Zecke zur Analyse zu übergeben, so sollte das Befinden des Betroffenen beobachtet werden. Sind die Entzündungszeichen an der Bissstelle innerhalb von 1–2 Tagen zurückgegangen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Pathologie minimal. Bleiben jedoch Rötung und Schwellung nach zwei Tagen bestehen oder verschlimmern sie sich, muss unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Innerhalb von 10 Tagen nach dem Biss sollte die Körpertemperatur gemessen und dokumentiert werden. Ein Temperaturanstieg in diesem Zeitraum kann das Auftreten einer Infektionskrankheit signalisieren; in diesem Fall ist ebenfalls eine ärztliche Betreuung notwendig.

Einige Erkrankungen, deren Überträger Zecken sind, können erst nach längeren Zeitabschnitten nach dem Biss auftreten – so entwickelt sich die Borreliose beispielsweise nach 2–3 Wochen. Daher sollte während dieser Phase besonders aufmerksam beobachtet werden. Beim Auftreten von Symptomen wie Schwäche, Fieber, Hautausschlägen, Nackensteifigkeit oder Kopfschmerzen muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.

Ob Das sollten Sie wissen:

Der menschliche Knochen ist viermal so stark wie Beton.


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