Plattfüße

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Plattfüßigkeit

Plattfuß ist eine recht paradoxe Erkrankung. Einerseits hat jeder Mensch davon gehört, andererseits wissen nur wenige genau, wie sie sich äußert, welche Formen des Plattfußes existieren und warum diese Krankheit gefährlich sein kann. Wir haben versucht, auf diese und andere Fragen in unserem Artikel zu antworten.

Wie bekannt, besitzt der menschliche Fuß im physiologisch normalen Zustand zwei Gewölbe: das Längsgewölbe (am medialen Rand) und das Quergewölbe (zwischen den Zehen). Diese Gewölbe erfüllen die entscheidende Funktion, das Gleichgewicht beim Gehen zu unterstützen und die Knochen des Skeletts vor übermäßigen Belastungen zu schützen. Bei fehlenden Pathologien des Fußes kommt er mit dieser Aufgabe erfolgreich zurecht, gestützt durch feste Bänder und Muskulatur. Ein Plattfuß entsteht bei Kindern und Erwachsenen in diesem Fall, wenn der muskuläre Apparat schwächer wird. Dabei senkt sich der Fuß ab, wird flach (gerade deshalb hat die Krankheit diesen Namen), verliert jedoch die Fähigkeit, eine Dämpfungsfunktion zu erfüllen. Je nachdem, welches Gewölbe pathologischen Veränderungen unterliegt, unterscheidet man:

  • Quergewölbiger Plattfuß – Abflachung des vorderen Fußabschnitts;
  • Plattfuß mit Längsgewölbeabflachung
  • Kombinierte Form: Veränderungen betreffen beide Fußgewölbe.

Beim Plattfuß übernehmen die Fußgewölbe vor Belastung (z. B. beim Gehen) eine wichtige Schutzfunktion für Wirbelsäule und Gelenke. Da diese Gewölbe jedoch abgeflacht sind, können sie ihre Aufgabe nicht erfüllen; der Fuß ist ohnehin anfällig. Das Ergebnis: Ein Plattfuß, dessen Symptome in jedem Alter auftreten können, führt zum schnellen Versagen der Gelenke. Die Hauptgefahr besteht hierin: Der Patient leidet nicht nur unter schneller Ermüdung, sondern auch ständig unter starken Schmerzen beim Gehen, pathologischen Haltungsschäden sowie Arthrose und anderen schwerwiegenderen Verletzungen.

Plattfuß

Die Typologie des Plattfußes basiert auf den Ursachen, die zur Entstehung der Erkrankung führen. Die Forscher unterscheiden zwischen:

  • Angeborener Plattfuß bei Kindern – tritt selten auf und ist eine Folge von Missbildungen, die sich während der Embryonalentwicklung gebildet haben.
  • Erworbener Plattfuß – kann in jedem Alter entstehen und wird in traumatisch, rachitisch, statisch sowie paralytisch unterteilt.
  • Traumatischer Plattfuß – diese Form zeigt sich nach Verletzungen wie Knochenbrüchen des Fußes oder Schäden an den Weichteilen.
  • Rachitischer Plattfuß – die Behandlung dieser Krankheitsform wird nach einer überstandenen Rachitis gefordert, welche die knöcherne Ausbildung des Fußes beeinträchtigt hat.
  • Statischer Plattfuß – sein Auftreten ist mit Übergewicht sowie starken Belastungen auf den Fuß verbunden, beispielsweise durch sportliche Aktivitäten und andere Faktoren.
  • Paralytischer Plattfuß – entsteht nach einer Lähmung der Fußmuskulatur, was charakteristisch für die Poliomyelitis sowie eine Reihe weiterer orthopädischer Erkrankungen ist.

Plattfüsse: Symptome und Krankheitsbild

Die Hauptmerkmale dieser Erkrankung können ohne spezielle diagnostische Verfahren leicht festgestellt werden. Beim Plattfuß:

  • Das Schuhwerk sollte sowohl von außen als auch von innen angepasst werden;
  • Ein Ermüdungsgefühl tritt sehr schnell beim Gehen auf.
  • Es kommen Krämpfe sowie eine Schwellung der Beine hinzu.
  • Die Schuhe müssen entweder in einer Größe oder, falls erforderlich in zwei Größen (da sich das Fußprofil in der Breite vergrößert) angepasst werden.

Da die oben genannten Symptome sowie weitere Erkrankungen charakteristisch sind, sollten bei ersten unangenehmen Empfindungen Röntgenaufnahmen zur genauen Diagnosebeurteilung angefertigt und ein Facharzt konsultiert werden.

Stadien des Plattfußes

Der Schweregrad der Erkrankung hängt vom Ausmaß der pathologischen Veränderungen im Fuß- und Sehnenbereich ab.

Im Frühstadium des Plattfußes stellen Ärzte eine leichte Fehlstellung der Füße fest, die durch Ermüdung gegen Tagesende begleitet wird; dabei verändert sich die Fußform nicht.

Stadium I: Die Symptome sind stärker ausgeprägt. Bei Druck auf den Fuß treten leichte Schmerzen auf. Gegen Abend schwillt das Bein häufig an und kehrt nach Erholung zur normalen Form zurück.

Zweites Stadium: Der Fuß wird flach, die Gewölbe gehen tatsächlich verloren, was zu erheblichen Schwierigkeiten beim Gehen führt. Die Schmerzen betreffen das gesamte Bein und werden durch hohe Intensität und Dauer charakterisiert.

Drittes Stadium: In diesem Fall führt Plattfüßigkeit bei Kindern und Erwachsenen zu deutlich ausgeprägten Fußdeformitäten, starken Schmerzen beim Gehen, einer Verminderung der Arbeitsfähigkeit sowie einem Rückgang der Lebensqualität; die Bewegung in gewöhnlichen Schuhen wird bereits unmöglich.

Zweitens wird beobachtet, dass die Stadien der Plattfüsse aufgrund des raschen Fortschreitens der Krankheit relativ schnell ablösen. Dies bedeutet: Je früher Sie zum Arzt gehen, desto höher ist die Chance, ernste Komplikationen wie Schmerzen, Hallux valgus (Klumpfuß), eine Disproportionalität der unteren Gliedmaßen sowie Erkrankungen des Fußgelenks und des Sprunggelenks zu vermeiden.

Plattfüsse – Behandlung und Prophylaxe der Erkrankung.

Behandlung der Plattfüßigkeit

Viele Menschen meinen fälschlicherweise, die Behandlung von Plattfüßen sei einfach. In Wirklichkeit ist es in den späten Stadien der Pathologie sehr schwierig, Fußdeformitäten zu korrigieren; manchmal ist dies sogar unmöglich. In diesem Fall kann man Plattfüße bei Kindern und Erwachsenen lediglich verzögern, aber nicht vollständig heilen. Gerade deshalb sind eine frühzeitige Diagnostik und die termingerechte Vorstellung beim Arzt von entscheidender Bedeutung.

Sowohl längslängs- als auch querlaufende Fußdeformitäten werden nur durch ein komplexes Therapiekonzept geheilt. Zur Linderung der Schmerzempfindungen kommen physiotherapeutische Verfahren und medikamentöse Präparate zum Einsatz. Die Heilgymnastik ist sehr ergebnisbringend und kann sowohl in klinischen als auch häuslichen Bedingungen durchgeführt werden; sie stärkt den Fußgewölbeapparat, trainiert die Muskulatur, fördert eine korrekte Haltung und etabliert ein gesundes Gangbild. Den wirksamen Übungskomplex kann nur der Arzt verschreiben, da sich Plattfüße je nach Entwicklungsverlauf der Pathologie, dem Alter des Patienten und weiteren Faktoren unterschiedlich manifestieren.

Zur Verbesserung des Blutkreislaufs im Bereich der Füße werden Fußbäder und Massageverfahren empfohlen. Besonders nützlich sind speziell angepasste orthopädische Einlegesohlen, die krankhafte Bereiche entlasten und Anfangsdeformitäten korrigieren. Bei fortgeschrittener Plattfußdeformation mit ausgeprägten Symptomen erfolgt die Korrektur durch individuell angefertigte orthopädische Schuhe.

Der chirurgische Eingriff ist für jene Fälle indiziert, in denen die Erkrankung zu starken Schmerzen führt und eine selbstständige Fortbewegung – auch noch in speziellen Schuhen – unmöglich macht.

Ist das Auftreten und die Entwicklung einer Plattfuß-Pathologie vermeidbar? Ja, dies ist möglich! Die Prophylaxe gegen Plattfüße besteht in der Auswahl geeigneter, sicherer Schuhe, regelmäßigen Konsultationen beim Orthopäden sowie der Reduktion der Belastung auf den Fuß.

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