Das prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet den Komplex von Symptomen, die durch hormonelle Veränderungen im weiblichen Körper während einer bestimmten Phase des Menstruationszyklus bedingt sind. Die Symptome treten in der Regel 2 bis 10 Tage vor Beginn der Menstruation auf und klingen entweder unmittelbar nach dem Zyklusbeginn oder einige Tage später selbstständig ab. Nach Schätzung von Experten leiden bis zu 80 % der Frauen im gebärfähigen Alter (zwischen 20 und 40 Jahren) an diesem Syndrom.
Die Meinungen der Ärzte sind uneinig darüber, ob es sich bei den Beschwerden um eine Pathologie handelt, da alle Veränderungen in der Regel reversibel sind und nach dem Wechsel der Phase des Menstruationszyklus von selbst abklingen. Jedoch wird angenommen, dass das prämenstruelle Syndrom im Falle einer ausgeprägten Symptomatik als pathologischer Zustand zu betrachten ist und eine medikamentöse Korrektur erfordert.
Die Symptome des prämenstruellen Syndroms lassen sich in psychische und somatische unterteilen, obwohl sie eng miteinander verknüpft sind. Zu den körperlichen Symptomen gehören: Wassereinlagerungen in Händen und Beinen, Vergrößerung der Brustdrüsen sowie Schmerzen und unangenehme Empfindungen in den Brustdrüsen, die sich bei Berührung verstärken. Ferner treten dyspeptische Erscheinungen auf (Bauchaufblähung, Übelkeit, seltenes Erbrechen, Verstopfung oder im Gegenteil Durchfall) sowie Kopfschmerzen. Manchmal kann der arterielle Blutdruck signifikant ansteigen.
Zu den psychoneurologischen Symptomen des prämenstruellen Syndroms gehören Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, unkontrollierte Aggressionen, Schlaflosigkeit oder im Gegenteil übermäßige Schläfrigkeit. Der zweite Name, das Syndrom der prämenstruellen Spannung, charakterisiert die Merkmale des prämenstruellen Syndroms insgesamt gut: es handelt sich dabei um eine Spannung, die nicht auf objektiven Gründen basiert. Die Frau ist angespannt, reizbar und gereizt vor dem Hintergrund des allgemeinen körperlichen Unwohlseins.
Je nach vorherrschendem Symptom des prämenstruellen Syndroms werden vier Formen unterschieden:
Die Symptome des prämenstruellen Syndroms können verschiedene Schweregrade aufweisen und bei derselben Frau von Zyklus zu Zyklus variieren; entscheidend für die Abgrenzung vom prämenstruellen Spannungssyndrom ist jedoch der Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus: Die Beschwerden treten in der lutealen Phase auf und verschwinden nach Beginn der Menstruation.
Der erfahrene Arzt stellt die Diagnose aufgrund der charakteristischen Merkmale des prämenstruellen Syndroms und der klaren Abhängigkeit des Erscheinungsbildes von der lutealen Phase des Zyklus. Dennoch werden bei ausgeprägten Symptomen endokrinologische, neurologische sowie gynäkologische Untersuchungen durchgeführt, um schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen, die in der frühen Zyklusstadium ähnliche Symptome aufweisen können.
Folgende diagnostischen Maßnahmen sind obligatorisch:
Die weiteren Untersuchungen erfolgen je nach vorherrschenden Symptomen des prämenstruellen Syndroms: Bei der zerebralen Form wird eine Computertomographie des Schädels sowie eine Elektroenzephalografie empfohlen; bei der neuropsychischen Form ist die psychotherapeutische Diagnostik angezeigt; bei der ödematösen und krisenhaften Form sind eine Untersuchung des kardiovaskulären Systems sowie weitere Verfahren notwendig.
Eine Grundlage der Therapie des prämenstruellen Syndroms (PMS) ist die Normalisierung des Lebensstils und der Ernährung. Ohne Änderungen an den Faktoren, die zur Entstehung der Pathologie geführt haben, bleiben alle therapeutischen Maßnahmen nur vorübergehend wirksam.
In erster Linie sollte man nicht weniger als 8 Stunden pro Tag schlafen; der Tagesablauf soll so organisiert sein, dass Stress auf ein Minimum reduziert wird. Täglich eine Stunde sollte in frischer Luft verbracht werden, und zwei bis drei Tage pro Woche sollten unbelastende Sportarten wie Yoga oder Pilates praktiziert werden, da das PMS auch unter Mangel an körperlicher Aktivität leidet.
Für die überwiegende Mehrheit der Patientinnen ist die Beachtung dieser Maßnahmen völlig ausreichend für eine erfolgreiche Behandlung des PMS; gewöhnlich verschwinden die Symptome nach zwei bis drei Monaten einer Rückkehr zu einem gesunden Lebensstil spurlos oder werden deutlich weniger intensiv.
Die Pharmakotherapie des prämenstruellen Syndroms wird dann verordnet, wenn die Erscheinungsformen erheblich sind und den physischen, psychischen sowie sozialen Zustand der Patientin deutlich verschlimmern. Die Behandlung besteht in einer hormonalen Korrektur, also der Gabe synthetischer Analoga weiblicher Sexualhormone. Parallel dazu werden Beruhigungsmittel für einen langdauernden Kurs verordnet.
Die weitere Behandlung des PMS ist symptomatisch, das heißt, sie richtet sich auf die Beseitigung der Hauptsymptome: So erfordert die ödematöse Form des PMS die Verordnung von Diuretika (Präparaten, die die Wasseraufnahme und damit den Flüssigkeitsüberschuss reduzieren), während bei zerebraler Form Präparate mit krampflösender und schmerzstillender Wirkung sowie weitere Medikamente eingesetzt werden.
Die Pharmakotherapie des PMS darf ausschließlich nach sorgfältiger ärztlicher Diagnostik erfolgen; eine Selbstmedikation ist in diesem Fall unzulässig und kann zu einer starken Verschlimmerung des Zustands führen.
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