Der Venerologe

Der Venerologe ist ein Spezialist für Infektionskrankheiten sowie Erkrankungen des Fortpflanzungssystems und der Schleimhäute, die primär Geschlechtsorgane betreffen. Diese Fachärzte arbeiten in medizinischen Zentren oder Krankenhäusern. Sie müssen eine höchste medizinische Ausbildung besitzen, Symptome aller Geschlechtskrankheiten kennen und über Fähigkeiten zur Arbeit mit diagnostischer Ausrüstung verfügen. Ein Venerologe sollte aufmerksam, verantwortungsbewusst und emotional stabil sein.

Venerologe – Arzt, der sich mit Diagnose, Behandlung und Prävention von Geschlechtskrankheiten befasst

Das Behandlungsspektrum des Venerologen

Die Besonderheit des Venerologen liegt darin, dass er Symptome aus der Gynäkologie mit denen der Urologie vergleichen kann und rechtzeitig auf Geschlechtskrankheiten eines breiten Spektrums reagiert. Seine Aufgabe besteht in der Diagnostik und der Verordnung einer Behandlung für die festgestellten Erkrankungen. Der Venerologe behandelt folgende Krankheitsbilder: bakterielle Vaginose, Harnröhrenentzündung bei Männern, Adnexitis, Reiter-Krankheit, pathogene Bakterien im Samen, Herpes genitalis, einfache Kolpitis, Trichomoniasis, Syphilis, Zystitis, Chlamydiose, Mykoplasmose, Ureaplasmose sowie Endometritis. Wenn über die Geschlechtsorgane gesprochen wird und präzisiert werden soll, dass der Venerologe Scheide, Penis, Hoden, große und kleine Schamlippen sowie Gebärmutterhals behandelt.

Gründe für den Besuch einer Beratungsstelle beim Venerologen

Ein Besuch bei einem Venerologen ist ratsam, wenn ein ungeschützter Kontakt mit einem neuen Partner (was eine Erkrankung möglich macht) stattgefunden hat oder wenn ein ungeschützter Kontakt mit einer infizierten Kontaktperson vorlag.

Als Gründe für einen Besuch der Beratungsstelle beim Venerologen können Beschwerden des Fortpflanzungssystems sowie das Auftreten von Krankheitszeichen dienen, die über den sexuellen Weg übertragen wurden. Symptome solcher Erkrankungen zeigen sich gewöhnlich innerhalb von drei bis sieben Tagen nach dem Geschlechtskontakt. Zu den Symptomen gehören verschiedene unwillkürliche Hautausschläge, Geruch aus den Geschlechtsorganen, Brennen, Schmerzen, Juckreiz, Rötung sowie eine Vergrößerung der Lymphknoten; sie können jedoch auch vorzeitig oder verzögert auftreten. Bei einer langdauernden Krankheitsform fehlen hingegen meist diese äußeren Merkmale.

Das Vorgehen bei der Aufnahme beim Venerologen

Beim Venerologenbesuch sollten Patienten sich vor Fragen zum Sexualleben nicht scheuen. Viele Patienten fürchten die mögliche Veröffentlichung ihrer Daten; jedoch trägt der Arztbesuch einen vertraulichen und anonymen Charakter. Je früher ein Patient zum Venerologen geht, desto einfacher ist es, die Erkrankung zu heilen.

Der Venerologe kann bei Verdacht auf Geschlechtskrankheiten verschiedene Analysen anordnen: Blutanalyse, Abstrich (Pinselstrich) zur Infektionsdiagnostik, Abstrich zur Florauntersuchung bei Frauen und Männern, RW-Serologie, HIV-Test sowie Hepatitis-M oder -G.

Der Abstrich ist eine kleine Baumwollkugel am Ende eines feinen Stäbchens, die einer Wattestäbchen ähnelt. Daraus werden an verschiedenen Stellen Schleim, Sekret oder Absonderungen entnommen. Diese Proben können vom Penis, der Scheide, dem After und/oder dem Kehlkopf stammen. Nach dem Abstrich erfolgt die Laboranalyse. Zusätzlich kann der Abstrich Erkrankungen aufdecken, die nicht sexuell übertragen werden, wie bakterielle Vaginose, Harnwegsinfekte oder andere Mikroorganismen. Die Standardanalyse für Leberentzündung (Hepatitis) und HIV ist die Blutuntersuchung; bei Syphilis erfolgt sie ebenfalls über das Blut.

In verschiedenen Kliniken werden Analysen auf sexuell übertragbare Infektionen unterschiedlich durchgeführt. Nach der äußeren Inspektion führt der Venerologe einen Diffusor ein – eine metallische oder plastikbeschichtete Vorrichtung zur Entnahme des Abstrichs aus dem Gebärmutterhals. Dies ermöglicht dem Arzt eine detaillierte Betrachtung des Gebärmutterhalses sowie die Gewinnung von Proben zur Infektionsdiagnostik. Bei Männern wird der Abstrich aus der Harnröhre nach der äußeren Inspektion der Genitalien entnommen. Zur Entnahme von Proben aus der Harnröhre kann der Arzt ein Plastikschulterblatt verwenden. Manchmal werden Abstriche aus dem Rachen und dem After gefordert. Für die detaillierte Untersuchung des Afterwands wird der Venerologe häufig einen kleinen Plastikhörer (Rektoskop) eingesetzt.

Zur Gewinnung des endgültigen Ergebnisses wird die entnommene Probe in eine Petrischale mit einer speziellen Substanz gebracht, die das Wachstum von Bakterien beschleunigt. Für das Wachstum von Mikroorganismen sind meist zwei bis drei Wochen notwendig. Die Ergebnisse der Analysen auf Trichomoniasis, Syphilis, Chlamydiose, Hepatitis M und G liegen oft bereits am Tag der Probenentnahme vor.

Nach Erhalt der Analyseergebnisse sollte der Venerologe den Patienten über die Diagnose informieren, ein Behandlungsschema für beide Partner festlegen und darüber unterrichten, welche sexuellen Kontakte während der Therapie vermieden werden müssen.

Häufig ordnet der Arzt parallel zur Therapie von Geschlechtskrankheiten auch Präparate zur Behandlung von Hauterkrankungen an. Eine Kontrolluntersuchung kann bei Bedarf erfolgen.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Das weit verbreitete Präparat „Viagra" wurde ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt.


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