Brandwunde

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Unter Brandbeule versteht man eine scharfe eitrige Entzündung der Talgdrüsen und Haarbalge, die durch Nekrosen des Bindegewebes sowie der Haut und des subkutanen Gewebes gekennzeichnet ist. Zudem bildet sich ein allgemeines Infiltrat. Beim Menschen entsteht in der Regel nur eine einzelne Brandbeule; es sind jedoch auch Fälle bekannt, bei denen sich multiple Entzündungsherde bilden. Die Ursachen ähneln denen von Furunkeln. Vor allem handelt es sich um:

  • Abmagerung des Körpers sowie Vitaminmangel
  • Stoffwechselstörungen (Adipositas, Diabetes mellitus)
  • Schwere Erkrankungen mit Immundefizienz
  • Hohe Virulenz von Bakterien (z. B. Goldiger Staphylokokkus oder Streptokokkeninfektion)

Karbunkel im Gesicht Die Brandbeule tritt meist auf der Rückseite des Halses (im Bereich der Schulterblätter), an den Lenden und am Gesäß auf. Viel seltener befällt die Erkrankung Gliedmaßen sowie den vorderen Brustbereich. Das Krankheitsbild ähnelt dem einer Furunkulose. Zuerst bildet sich ein oberflächliches Infiltrat, das zunächst klein ist. Der Entzündungsherd wächst schnell an und verursacht intensives, reißendes Schmerzempfinden, das sich bei Palpation verstärkt. Die Haut an der Infektionsstelle wechselt ihre normale Farbe zu einer dunkel-glutrot gefärbten Schattierung.

Nach einiger Zeit platzt die oberflächliche Hautschicht auf. Es entstehen kleine Öffnungen, durch welche dicke eitrige Massen mit grünlich-grauer Färbung abgesondert werden. Nach einigen Tagen führt der Durchbruch der Brandbeule zu einem großen Defekt der Hautdecke. Dieser Prozess wird begleitet von der Verschmelzung der Austrittsöffnungen, der Abtrennung nekrotischen Gewebes sowie dem Ausfluss des Eiters.

Brandbeule – Symptome der Erkrankung

Zu den Hauptmerkmalen, die auf das Auftreten einer Brandbeule hindeuten, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Ein Anstieg der Körpertemperatur auf bis zu 40 °C
  • Übelkeit sowie Erbrechen
  • Starkes Kopfweh
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen.

In Einzelfällen können Patientinnen halluzinieren oder in Bewusstlosigkeit verfallen. Treten diese ungünstigen Symptome auf, sind sie bei der Brandbeule besonders ausgeprägt und nehmen erst ab, sobald die Abtrennung des nekrotischen Gewebes einsetzt.

Die Brandbeule – Behandlung der Erkrankung

Da der Prozess der Infiltration und Nekrose des Hautgewebes von einer Reihe von Komplikationen sowie einer allgemeinen Verschlechterung des Allgemeinzustands begleitet wird, ist eine dringliche Aufnahme der Patientin in die chirurgische Abteilung erforderlich.

In den frühen Stadien der Erkrankung wird eine antibakterielle Therapie eingeleitet: Die Applikation von Antibiotika am Perimeter des Entzündungsherdes sowie die orale Gabe von Sulfonamiden mit verlängerter Wirkung. Falls die Bedingungen es zulassen, erfolgt zudem eine Bluttransfusion. Des Weiteren wirkt man auf die Brandbeule ein durch UHT und das Auflegen trockener antiseptischer Binden mit Streptomycin- oder Sintomycin-Emulsion.

Dem Patienten wird Bettruhe verordnet, flüssige Nahrung sowie schmerzstillende und Herzmittel gegeben; zudem wird eine Milch-Pflanzendiät ernannt. Bei einer Gesichtsbrandbeule wird die Behandlung durch das Verbot von Gesprächen begleitet, da Mimik die Intensität des Entzündungsprozesses schnell steigern kann.

Falls konservative Methoden das gewünschte Ergebnis nicht erzielen und die Intoxikation fortschreitet, ist eine operative Behandlung der Brandbeule erforderlich. Der Eingriff dauert buchstäblich einige Minuten. Ist die Prognose in der Regel günstig, wenn alle operativen Schritte korrekt durchgeführt wurden und individuelle Besonderheiten des Patienten (z. B. Diabetes) berücksichtigt sind. Andernfalls führt eine unpassende Behandlung der Brandbeule zu einem ungünstigen Ausgang, insbesondere zum Auftreten schwerwiegender kosmetischer Defekte.

Ob Sie sollten wissen:

Die Karies ist weltweit die häufigste Infektionskrankheit; selbst die Influenza kann sie nicht übertreffen.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt