Der Pathologe

Der Pathologe ist der Arzt mit der höchsten medizinischen Ausbildung. Er spezialisiert sich auf die pathologische Anatomie und untersucht Verstorbene, um Erkrankungen anhand des normalen menschlichen Körperaufbaus zu identifizieren. Die Behandlung pathologischer Zustände gehört nicht zu seinen Aufgaben.

Pathologe – Arzt mit höherer medizinischer Ausbildung, spezialisiert auf pathologische Anatomie

Der Beruf des Pathologen formierte sich im 19. Jahrhundert. Die ersten wissenschaftlichen Prinzipien der morphologischen Methode, die in der Pathologie bis heute Anwendung finden, wurden vom deutschen Wissenschaftler Rudolf Virchow entwickelt; er stellte das Zellwesen einer beliebigen Krankheit in der Praxis dar. Im Laufe der Zeit zeigte es sich, dass der Charakter pathologischer Prozesse im Organismus allein durch eine Zelltheorie nicht erklärt werden kann. Daraufhin entwickelten sich hormonale und neurohumorale Richtungen, wodurch die Pathologische Anatomie als neue funktionale Richtung in der Medizin etabliert wurde.

Aufgaben und Gegenstand der Pathologie

Der Gegenstand der pathologischen Studie sind pathologische Prozesse auf zellulärer, gewebs-, subzellulärer und Organebene. Zu den Aufgaben des Facharztes für Pathologie gehören:

  • Erfassung der Ursachen und Bedingungen für die Entstehung pathologischer Prozesse im Organismus
  • Untersuchung der Pathogenese – also des Mechanismus zur Entstehung und Entwicklung einer Krankheit sowie ihrer Manifestationen
  • Bestimmung der charakteristischen Merkmale des morphologischen Bildes einer Erkrankung
  • Untersuchung möglicher Komplikationen sowie des Ausgangs des pathologischen Prozesses
  • Erforschung der Gesetzmäßigkeit der Veränderung des Krankheitsbildes (Pathomorphose)
  • Untersuchung pathologischer Prozesse, die infolge therapeutischer und diagnostischer Maßnahmen entstanden sind (iatrogen)
  • Postum und präklinisch wird die Diagnostik der Erkrankungen mit Hilfe von Methoden durchgeführt, die sowohl den äußeren als auch den medialen Aufbau des Organismus untersuchen.

Im Verlauf des praktischen Handelns realisiert der Pathologe sowohl postum als auch präklinisch die Diagnostik der pathologischen Prozesse. Die präklinische Diagnostik wird vom Begriff „Biopsie" bezeichnet, was wörtlich auf Griechisch „ich sehe lebendig" bedeutet und die Entnahme von Gewebeproben aus entfernten Organen oder ihren abgesonderten Bereichen beim kranken Menschen meint; das dabei erhaltene Stückchen Gewebe heißt Biopsieprobe. Während der Forschung des biologischen Materials bestimmt der Pathologe das Vorhandensein oder die Abwesenheit von Tumoren und übermittelt das entsprechende Ergebnis mit dem Diagnosehinweis an den behandelnden Arzt.

Im Komplex mit den übrigen Untersuchungen spielt das Gutachten des Pathologen eine wichtige Rolle bei der Diagnostik der Erkrankungen, der Planung der Weiterbehandlung sowie der Operationsinterventionen.

Der pathologisch-anatomische Aufbruch

Das Gutachten des Pathologen spielt im Komplex mit den übrigen Untersuchungen eine wichtige Rolle bei der Diagnostik der Erkrankungen, der Planung der Weiterbehandlung sowie der Operationsinterventionen.

Der pathologisch-anatomische Aufbruch

In allen europäischen Ländern, einschließlich Russland, wird die pathologisch-anatomische Untersuchung nur mit schriftlicher Zustimmung der Angehörigen des Verstorbenen durchgeführt, es sei denn, dies ist gesetzlich angeordnet.

  • Es ist unmöglich, den genauen Todesgrund unabhängig von der Liegedauer des Verstorbenen im Krankenhaus festzustellen.
  • Es wurde eine Verdachtsdiagnose einer Arzneimittelüberdosierung aufgestellt.
  • Der Tod trat infolge diagnostischer, prophylaktischer, instrumenteller und reanimationsmedizinischer Maßnahmen sowie während Bluttransfusionen ein.
  • Der Tod trat bei Verdacht auf infektiöse oder onkologische Erkrankungen sowie im Zusammenhang mit ökologischen Katastrophen ein.
  • Für Schwangere, Gebärende und Frauen in der postpartalen Periode wurde der Zeitpunkt des Todes festgelegt.
  • Die Feststellung des Todes erfordert eine gerichtliche medizinische Leichenschau.

Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen werden als pathologisch-anatomisches Gutachten formuliert. Das Gutachten des Pathologen spiegelt den Todesgrund wider, sei es Tod durch Krankheit, gewaltsamen Tod oder ärztlichen Fehler in diesem Fall.

Der Weg zum Beruf des Pathologen

Ein Pathologe ist ein Arzt mit einer höchsten medizinischen Ausbildung im Fachgebiet Pathologische Anatomie. Dieser Experte muss die Inhalte der pathologischen Anatomie als praktische Disziplin, moderne Methoden der pathologisch-anatomischen Diagnostik, Regeln für die Erstellung normativer rechtlicher und methodischer Dokumente sowie Abläufe bei der Erstellung von pathologisch-anatomischen Gutachten beherrschen. Zudem sind ihm die allgemeinen und speziellen Prinzipien der klinisch-laboratorischen instrumentellen Diagnostik von Organen und Systemen des menschlichen Körpers sowie Methodiken zur Behandlung der Haupterkrankungen und zur Durchführung sozialmedizinischer Begutachtungen vertraut.

Der Beruf des Pathologen erfordert Persönlichkeitsqualitäten wie Geduld, Gewissenhaftigkeit, analytisches Denken, gutes Gedächtnis sowie Verantwortungsbewusstsein und die Beachtung hoher ethischer Prinzipien.

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