Proserin

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Ab 67 Rubel

Proserin-Tabletten Proserin – ein synthetischer Cholinesterase-Hemmer, der die nervöse Muskelübertragung wiederherstellt. Er erhöht die Herzfrequenz, steigert die Sekretion von Speicheldrüsen, dem Gastrointestinaltrakt, Schweißdrüsen und Bronchien, fördert die Magensäurebildung, verengt das Augensehloch (verursacht einen Akkommodationskrampf), senkt den Augeninnendruck, verstärkt den Tonus der glatten Muskulatur sowie der Harnblase und krampft die Bronchien. Zudem tonisiert er die Skelettmuskulatur.

Darreichungsform und Zusammensetzung

  • Tabletten: zylindrische Form, weiß gefärbt, mit Facette (in Umreifungsverpackungen à 10 Stück; 2 Packungen in einer Pappschachtel).
  • Lösung zur Injektion: farblose, klare Flüssigkeit (à 1 ml in Ampullen aus neutralem Glas; 10 Ampullen in einer Pappschachtel mit Ampulnmesser oder Skalpell bzw. 5 oder 10 Ampullen in Umreifungsverpackungen; 1 oder 2 Packungen mit Ampulnmesser oder Skalpell in einer Pappschachtel; falls die Ampullen nicht mit dem Bruchpunkt oder dem Ring des Bruchs versehen sind)
  • Lösung zur intravenösen (i.v.) und subkutanen (s.c.) Anwendung: farblose, klare Flüssigkeit (à 1 ml in Ampullen; 10 Ampullen in einer Pappschachtel mit Ampulnmesser oder 5 Ampullen in einer Umreifungsverpackung; 2 Packungen mit Ampulnmesser in einer Pappschachtel).

Wirkstoff: Neostigmin-Methylsulfat (Proserin)

  • 1 Tablette enthält 15 mg
  • 1 ml der Lösung für Injektionen enthält 0,5 mg
  • 1 ml der Lösung zur intravenösen oder intramuskulären Anwendung enthält 0,5 mg

Hilfsstoffe der Tabletten: Kartoffelstärke, Calciumstearat-Monohydrat und Saccharose.

Zusätzlicher Wirkstoff in den Injektionslösungen: Wasser für Injektionszwecke.

Anwendungshinweise

Für alle Darreichungsformen von Proserin:

  • Myasthenia gravis
  • Lähmungserscheinungen
  • Motorische Störungen im Rahmen eines Hirntraumas
  • Die Rekonvaleszenzphase nach übertragener Enzephalitis, Poliomyelitis oder Meningitis

Zusätzlich zur intravenösen Gabe von Lösungen

  • Die Atonie des Gastrointestinaltraktes sowie der Harnblase (zur Prophylaxe und Therapie)
  • Neuropathien
  • Die Schwäche der Rumpfmuskulatur (zur Stimulation)
  • Muskelschwäche und Atemdepression (als Gegengift nach der Narkose bei Anwendung von nichtdepolarisierenden Muskelrelaxanzien)
  • Die Sehnervatrophie

Kontraindikationen

Für alle medikamentösen Darreichungsformen:

  • Epilepsie
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Herzinfarkt
  • Nervenschnitt
  • Offene Arteriosklerose
  • Überempfindlichkeit
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Asthma bronchiale
  • Akute Infektionen
  • Harnblasenkarzinom
  • Mechanische Obstruktion des Gastrointestinaltrakts sowie der ableitenden Harnwege
  • Bauchfellentzündung
  • Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe

Zusätzlich zu den Tabletten:

  • Saccharose- oder Isomaltosemangel (Glukosogalaktosämie), Fruktoseintoleranz
  • Alter bis zum 18. Lebensjahr

Anwendungsform und Dosierung

Proserin in Tablettenform wird oral (30 Minuten vor dem Essen) eingenommen; als Lösung zur Injektion subkutan, intramuskulär oder intravenös appliziert; als Lösungen für w/w- und p/k-Anwendungen werden diese intravenös oder subkutan injiziert.

Empfohlene Anwendungsschemata für Erwachsene je nach Indikation:

  • Myasthenia gravis: Einzeldosis oral 15 mg, Tagesdosis 50 mg. Die Langzeitbehandlung (25–30 Tage) erfolgt durch Wechsel der Applikationswege; die hohe Tagesdosis in Tablettenform wird verabreicht, wenn sich der Patient im Zustand starker Ermüdung befindet. Bei myasthenischer Krise wird Proserin intravenös (mit 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung) in der Dosis von 25–50 mg appliziert, gefolgt von subkutaner Gabe in üblichen Dosen mit kurzen Pausen. Zur Verstärkung des Präparats wird bei Bedarf zusätzlich p/k die Lösung von 5 %igem Ephedrin (1 ml) injiziert.
  • Motorische Störungen infolge von Zentralnervensystem-Traumen, Enzephalitis und Meningitis sowie Gesichtsnervenlähmungen: oral 15 mg 1–2-mal täglich über einen Zeitraum von 2–3 Wochen;
  • Motorische Störungen im Rahmen der Poliomyelitis (im Komplex mit Physiotherapie, Heilgymnastik, balneologischer Behandlung und weiteren Maßnahmen): oral 15 mg einmal täglich oder nach Bedarf. Die Kur umfasst 15–20 Dosen. Mit Intervallen werden weitere Kurse über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten durchgeführt;
  • Geburtsstimulation: Parenteral/kutan in der Dosis von 50 mg wiederholt, ggf. stündlich injiziert. Zur ersten Dosis wird einmalig parenteral/kutan 1 mg einer 0,1 %igen Atropin-Lösung verabreicht;
  • Unterdrückung nichtdepolarisierender Muskelrelaxantien: Zunächst wird eine w/w-Dosis von 0,5 bis 0,7 mg Atropin appliziert. Nach 1 bis 2 Minuten (bei Pulsbeschleunigung) werden 1,5 mg Proserin w/w verabreicht. Bei unzureichendem Effekt werden weitere Dosen gegeben; insgesamt jedoch nicht mehr als 5 bis 6 mg Neostigmin-Methylsulfat über einen Zeitraum von 20 bis 30 Minuten. Während des Eingriffs wird eine adäquate Lungenventilation gewährleistet.
  • Prophylaxe postoperativer Darmatonie und Harnblase (einschließlich postoperativer Urinretentionen): Parenteral oder kutan in der Dosis von 2,5 mg möglichst früh nach der Operation, gefolgt von einer Gabe alle 4 bis 6 Stunden in dieser Dosis über einen Zeitraum von 3 Tagen.
  • Behandlung der Urinretention: Parenteral oder kutan in einer Dosis von 5 mg. Wird die Diurese innerhalb von 1 Stunde nicht wiederhergestellt, erfolgt eine Katheterisierung zur Entleerung der Harnblase. Anschließend wird das Präparat alle 3 Stunden insgesamt fünfmal injiziert.

Das Präparat ist ausschließlich bei Myasthenia gravis indiziert; die Behandlung darf nur unter stationären Bedingungen erfolgen. Die Dosierung berechnet sich nach dem Alter (0,05 mg pro Lebensjahr) und beträgt maximal 0,375 mg pro Einzeldosis. In der Regel wird die Tagesdosis als einmalige Gabe verabreicht; bei Bedarf kann sie auf zwei bis drei Injektionen verteilt werden.

Nebenwirkungen

  • Seitens des kardiovaskulären Systems und des Blutes: Bradykardie, Arrhythmien, Tachykardie, Sinusknotentachykardie, Vorhof-Kammer-Block, Synkope, nicht spezifische EKG-Veränderungen sowie arterieller Blutdruckabfall (vorzugsweise bei intravenöser Gabe) und Herzstillstand.
  • Seitens des Nervensystems und der Sinnesorgane: Schwäche, Schläfrigkeit, Bewusstseinsverlust, Kopfschmerzen, Vertigo, Dysarthrie, Sehstörungen, Miosis sowie Krämpfe.
  • Seitens des Atemsystems: Atemnot, verstärkte bronchiale und pharyngeale Sekretion, Bronchospasmus (vorzugsweise bei Einverleibung) sowie Atemdepression bis zum Stillstand.
  • Seitens des Verdauungssystems: Meteorismus, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe, spastische Darmkrämpfe und verstärkte Peristaltik sowie Hypersalivation.
  • Allergische Reaktionen: Hautausschlag, Juckreiz, Hyperämie der Haut sowie Anaphylaxie.
  • Weitere Nebenwirkungen: Krämpfe und Zuckungen der Skelettmuskulatur (einschließlich Muskelzuckungen der Zunge), Tremor, Gelenkschmerzen, Krämpfe, vermehrte Schweißbildung sowie beschleunigter Harndrang.

Um die Nebenwirkungen zu reduzieren, sollte die Proserin-Dosis verringert oder die Anwendung abgebrochen werden. Bei Bedarf können Metoclopramid, eine 0,1 %ige Atropinlösung oder andere Cholinblocker verabreicht werden.

Besondere Hinweise

Während der Behandlung ist Vorsicht beim Führen von Fahrzeugen sowie bei Tätigkeiten geboten, die schnelle Reaktionsfähigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit erfordern.

Bei Auftreten einer myasthenischen oder cholinergen Krise während der Therapie (bedingt durch eine unzureichende therapeutische Dosierung oder Überdosierung) ist aufgrund der Ähnlichkeit der Symptomatik eine sorgfältige Differentialdiagnostik erforderlich.

Arzneimittelwechselwirkungen

Bei Myasthenie wird Proserin in Kombination mit anabolischen Hormonen und Glukokortikoiden verabreicht.

Novocainamid, Chinidin sowie lokale Anästhetika schwächen die m-cholinomimetischen Effekte des Präparats (sie wirken als pharmakologische Antagonisten); dies manifestiert sich in einer Verstärkung der Motorik des Gastrointestinaltrakts, Hypersalivation, Miosis und Bradykardie.

Proserin sollte mit Vorsicht gleichzeitig mit Cholinblockern verabreicht werden; dies gilt insbesondere für Patienten mit Myasthenie in Kombination mit Antibiotika wie Kanamycin, Neomycin und Streptomycin sowie anderen Arzneimitteln, die eine anticholinerge Wirkung entfalten. Zudem ist eine gleichzeitige Gabe von Antiarrhythmika, lokalen Anästhetika, Mitteln zur allgemeinen Narkose und anderer Substanzen zu vermeiden, die cholinerge Funktionen beeinträchtigen.

Neostigmin-Methylsulfat wirkt als Antagonist nichtdepolarisierender Muskelrelaxantien (einschließlich Tubokurarin-Chlorid, Rokuronium-Bromid und Atracurium-Besilat) und stellt die neuromuskuläre Leitfähigkeit wieder her. In Fällen, in denen nach Abschluss der Narkose unter Ausnutzung nichtdepolarisierender Muskelrelaxantien eine Muskelschwäche und Atemdepression bestehen bleiben, wird Proserin als Gegengift dieser Mittel eingesetzt.

Proserin ist pharmakologisch mit depolarisierenden Muskelrelaxantien (zum Beispiel Succinylcholin-Jodid) unvereinbar.

Die Anwendung von Zianokobalamin in hohen Dosen schwächt die Wirkung von Neostigmin-Methylsulfat.

Proserin verringert die Aktivität von Pyridoxin.

Wie alle Cholinesterase-Hemmer verstärkt Proserin in Kombination mit Abführmitteln seine Wirkung; mit Strichnin erhöht es den Vagustonus erheblich.

Die antiprotozoischen Präparate (β-Adrenoblocker) und Neostigmin-Methylsulfat wirken synergistisch, wodurch die Bradykardie verstärkt wird.

Proserin lässt sich gut kombinieren: bei Herz-Kreislauf-Störungen mit Niketamid, bei Neuropathien mit Thiamin sowie bei Muskeldystrophien mit Calciumgluconat und Adenosintriphosphat.

Ephedrin potenziiert die Wirkung von Neostigmin-Methylsulfat; deshalb werden diese Medikamente gemeinsam bei myasthenischen Krisen eingesetzt.

Die Haltbarkeitsdauer und Lagerungsbedingungen.

An einem trockenen, dunklen Ort und für Kinder unzugänglich lagern.

Die Haltbarkeitsdauer:

  • Tabletten: 5 Jahre bei einer Temperatur von bis zu 25 °C.
  • Lösungen zur Injektion: 4 Jahre bei einer Temperatur von 15–25 °C.
  • Lösungen zur parenteralen und oralen Anwendung: 4 Jahre bei einer Temperatur von 18 bis 25 °C.
Preise in Online-Apotheken:

Name des Arzneimittels

Preis

Apotheke

Proserin r-r 0,05 % in Ampullen à 1 ml, Packung mit 10 Stück, Hersteller: Nowossibchimfarm (Nowosibirsk)

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Ob Sie wissen:

Der 74-jährige Australier James Harrison war über 1.000 Mal als Blutspender tätig. Seine seltene Blutgruppe enthält Antikörper, die Neugeborene vor schwerer Anämie schützen und so zwei Millionen Kinder gerettet haben.


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