Der Begriff Hirntumor ist ein Oberbegriff für bösartige Neubildungen im Gehirn. Diese Tumore werden nach dem betroffenen Gewebetyp benannt, beispielsweise Neurozistom (Tumor der Hirnnerven), Meningiom (Tumor der Hüllen) oder Hypophysenadenom (Tumor des Drüsengewebes). Während primäre Hirntumoren selten sind und direkt im Gehirn entstehen, treten Metastasen anderer Organe häufiger auf.
Die Ursachen für die Entstehung eines Hirnkarzinoms beim Menschen sind bis heute nicht vollständig geklärt, was auch bei anderen onkologischen Erkrankungen der Fall ist. In einigen Fällen kann ein vorausgegangenes Schädeltrauma eine Rolle spielen; gelegentlich werden Merkmale des Hirnkarzinoms erstmals nach einer übertragenen Infektionskrankheit beobachtet. Es liegen Befunde zum Einfluss genetischer Veranlagung, ionisierender Strahlung, eines hohen Umweltverschmutzungsgrades sowie der Aufnahme großer Mengen Karzinogene über die Nahrung vor. Diese Faktoren können jedoch nur als beitragend betrachtet werden, da keine direkte Abhängigkeit zwischen ihnen und dem Hirnkarzinom feststellbar ist.
Die Symptome eines Hirnkarzinoms hängen von der betroffenen Gehirnregion sowie den durch das Tumorgewebe komprimierten Strukturen ab. Meistens treten zunächst Schwindelanfälle und anhaltende Kopfschmerzen auf, wobei diese Beschwerden manchmal erst im späteren Stadium des Krankheitsverlaufs auftreten. Die Kopfschmerzen zeigen sich häufiger am Morgen und verstärken sich bei bestimmten Kopfstellungen; oft nimmt der Patient eine Zwangslage ein, in der die Schmerzen weniger ausgeprägt sind. Wird das Sehzentrum betroffen, kommt es zu einer Beeinträchtigung der Sehkraft; werden Strukturen des Kleinhirns komprimiert, leiden Koordination und Gangbild, und die Sprache wird undeutlich oder verschleimt; bei Beteiligung des Hörnervs treten Klangstörungen im Ohr sowie eine Hörminderung auf.
Je nach Tumorausdehnung können Symptome einer Erhöhung des intrakraniellen Drucks auftreten: Schwindelanfälle, Übelkeit und Erbrechen. Das Erbrochene bringt in diesem Fall nur eine kurzzeitige Linderung. Ferner zeigen sich Probleme mit Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Orientierung; schwerere psychische Störungen wie Halluzinationen sind möglich. In manchen Fällen wird die Sensibilität in verschiedenen Körperabschnitten beeinträchtigt. Zudem können epileptische Anfälle auftreten. Die Erscheinungsformen hängen vom Stadium des Hirnkarzinoms ab: Bei umfangreichen Tumoren, die starke Schmerzen verursachen und eine Intoxikation auslösen, sind die Symptome stärker ausgeprägt.
Insgesamt sind die Symptome eines Hirnkarzinoms unspezifisch; sie treten also nicht ausschließlich bei dieser Erkrankung auf. Dennoch sollte das Auftreten einer Kombination bestimmter Symptome als Anlass für einen Arztbesuch dienen.
Die aussagekräftigste Methode zur Diagnostik von Hirntumoren ist die MRT (Magnetresonanztomographie) oder das CT (Computertomographie). Diese Verfahren ermöglichen es, den Tumor zu visualisieren – seine genauen Ausmaße, Lage und das Ausmaß der Schädigung des umgebenden Gewebes. Ein erfahrener Arzt kann bereits anhand der Symptome des Hirntumors und seiner Lokalisation auf die Zellzusammensetzung schließen; zur exakten Diagnosestellung ist jedoch eine Biopsie notwendig, also eine labormedizinische Untersuchung der Tumortextur. Aus zwingenden Gründen ist es nur während einer Operation nach Entfernung des Tumors möglich, Gewebeproben zu entnehmen; daher kann die endgültige präzise Diagnose bei der Hirntumor-Diagnostik erst nach dem chirurgischen Eingriff gestellt werden.
Das therapeutische Konzept aller Krebserkrankungen basiert auf drei Säulen: chirurgischer Tumorresektion, Chemotherapie und Strahlentherapie. Die Behandlung von Hirntumoren unterscheidet sich dadurch, dass die Chemotherapie aufgrund der Blut-Hirn-Schranke oft weniger wirksam ist, da sie das Eindringen medikamentöser Substanzen ins Gehirn erschwert. Obwohl mittlerweile Wirkstoffe entwickelt wurden, die diese Barriere überwinden können, bleibt die Chemotherapie in diesem Fall meist eine unterstützende oder adjuvante Behandlungsmethode.
Die primäre Behandlungsmethode für Hirntumore ist die chirurgische Resektion. Leider gelingt eine vollständige Entfernung jedoch nicht bei allen Tumoren. In manchen Fällen liegen Tumore in unmittelbarer Nähe lebenswichtiger Strukturen oder wachsen so stark, dass eine totale Resektion ohne Beschädigung des umgebenden Gehirngewebes unmöglich ist. In solchen Fällen wird eine subtotale Resektion durchgeführt; die verbleibenden Tumorreste werden nach der Operation durch Strahlentherapie und Chemotherapie zerstört.
In jüngerer Zeit werden bei der Behandlung von Hirntumoren erfolgreich und weit verbreitet Methoden wie Kavernoschirurgie (Kavernöse Strahlentherapie) und das Gamma-Messer eingesetzt. Diese Verfahren ermöglichen eine gezielte Wirkung auf den Tumor mit hohen Bestrahlungsdosen, die zum Zerfall des Tumorgewebes führen. Sie sind so effektiv, dass sie bei kleinen Tumoren als alleinige Hauptbehandlungsmethode dienen können und einen chirurgischen Eingriff überflüssig machen.
Der Verlauf der Erkrankung hängt davon ab, wie frühzeitig eine Behandlung eingeleitet wird. Zudem beeinflussen die Zellzusammensetzung des Tumors, das Differenzierungsstadium und das Wachstumstempo den Prognoseverlauf. Wie bei anderen Krebserkrankungen kann ein Hirntumor erfolgreich geheilt werden, wenn das frühe Stadium erkannt wird. Primäre Tumore haben tendenziell eine günstigere Prognose. Da sich Hirntumore zu Erkrankungen mit hoher Rückfallneigung entwickeln, sprechen Ärzte vorsichtig von einer Heilung und ersetzen diesen Begriff durch den Ausdruck 'dauerhafte Remission'; Patienten, die diese erreicht haben, werden zur regelmäßigen prophylaktischen Kontrolle empfohlen.
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