Rektoromanoskopie

Rektomanoskopie Rektoromanoskopie: endoskopische Untersuchung, bei der Schleimhaut und distaler Abschnitt des Sigmadarms (des Mastdarms) betrachtet werden. Rectum = Mastdarm, Sigma romanum = Sigmadarm.

Die Rektoromanoskopie wurde in Russland bereits im 19. Jahrhundert eingeführt; heute wird sie in der Medizin zur Aufspürung von Erkrankungen des Darmkanals breit eingesetzt.

Mit der Rektoromanoskopie lässt sich die Schleimhaut des Mastdarms über einen Bereich von 15 bis 30 cm vom After her untersuchen, um verschiedene Pathologien zu erkennen. Zudem ist bei dieser Prozedur eine Biopsieentnahme möglich (Gewebeproben zur histologischen Untersuchung unter dem Mikroskop). Diese Untersuchung stellt eine vorbereitende Etappe für weitere Untersuchungen des Darmkanals dar.

Hinweise auf onkologische Pathologie des Rektums oder Sigmas.

  • Blutungen aus dem Mastdarm sowie Sekretion von Schleim oder Eiter.
  • Stuhlveränderungen wie länger anhaltende Verstopfung, Durchfälle oder Wechsel der Stuhlgewohnheiten.
  • Länger anhaltende entzündliche Erkrankungen des Mastdarms (z. B. chronische Proktitis).
  • Langdauernde entzündliche Erkrankungen des Mastdarms (zum Beispiel Paraproktitis).
  • Langzeitbeobachtung der Hämorrhoiden (zur Einschätzung des Zustands der inneren Hämorrhoiden).
  • Bei Männern bei Verdacht auf Prostatakarzinom, bei Frauen – bei Verdacht auf Tumor im kleinen Becken.
  • Vorbereitungsphase für eine weitere Untersuchung des Darmkanals (Irrigoskopie oder Koloskopie).

Die Rektomanoskopie kann als Heilverfahren dienen, beispielsweise zur endoskopischen Entfernung kleiner Polypen im Mastdarm.

Kontraindikationen

Zu den absoluten Kontraindikationen für diese Untersuchung gehören ein schwerer Allgemeinzustand des Patienten (z. B. ausgeprägte kardiovaskuläre Pathologie, schwere respiratorische Insuffizienz, zerebrovaskuläre Störung), bei dem das Risiko der Rektomanoskopie die Zweckmäßigkeit übersteigt.

Zu den relativen Kontraindikationen zählen akute Entzündungen im Bereich des Anus (akute Proktitis, akute Hämorrhoiden mit Thrombose der Knoten, Analriss).

Im äußersten Fall (z. B. bei massiver Darmblutung mit Bewusstlosigkeit) kann die Rektomanoskopie jedem Patienten nach vitalen Indikationen durchgeführt werden.

Technik der Rektomanoskopie

Die Untersuchung erfolgt in einem speziell ausgestatteten Raum. Üblicherweise wird sie ohne Narkose durchgeführt, da die Prozedur schmerzfrei ist. Eine lokale Betäubung ist bei Analrissen oder Verletzungen im Bereich des Anus indiziert. Eine intravenöse Sedierung oder Narkose kommt nur in Ausnahmefällen nach hartnäckigem Widerstand des Patienten zum Einsatz.

Instrumente für die Rektomanoskopie Vor der Rektomanoskopie muss eine digitale Mastdarmuntersuchung durchgeführt werden. Die Untersuchung kann in Rückenlage (Knie-Ellbogen-Lage) oder linksseitiger Lagerung erfolgen.

Der Rektoskoptubus wird nach gründlicher Einreibung des Anusbereichs mit Vaselinöl um 4–5 cm eingeführt. Anschließend erfolgt die Manipulation unter visueller Kontrolle; im Tubus wird Luft zur Ausdehnung der Schleimfalten insuffiziert. Der Patient muss aufgeklärt werden, dass je nach Aufstieg des Rektoskops ein Stuhldranggefühl auftreten kann und dies als normale Reaktion zu werten ist. In einer Höhe von 12–14 cm befindet sich üblicherweise die Flexura colis descendens (Übergang vom Mastdarm zum Sigmoide), weshalb in diesem Abschnitt eine maximale Schonung des Patienten für den weiteren Tubusdurchgang erforderlich ist. Da während der Rektoskopie Luft insuffiziert wird, können beim Patienten Unwohlsein und krankhafte Empfindungen im Unterbauch auftreten; sollte die Untersuchung für den Patienten extrem belastend sein, muss dieser Umstand dokumentiert werden.

Blut, Schleim und flüssige Stuhlmasse, die eine detaillierte Besichtigung des Darms behindern, werden mittels Elektrosaugens entfernt. Während der Untersuchung ist es möglich, Material für histologische oder zytologische Analysen (unter Verwendung von Biopsiezangen, spezieller Bürsten oder Wattebausch) zu entnehmen. Gerade die histologische Untersuchung liefert im Falle eines Nachweises einer Neubildung eine Aussage über ihre Malignität. Im Rahmen des Eingriffs zur Polypektomie ist die Abtragung von Polypen mittels koagulierender Schlingen möglich.

Komplikationen

Bei Rektomanoskopien des Darmkanals sind in äußerst seltenen Fällen Blutungen (beispielsweise nach Biopsie oder Polypektomie) sowie Darmpерforation (Bildung eines Defekts in der Darmwand) möglich; im Falle einer Perforation ist eine dringende operative Intervention erforderlich.

Vorbereitung zur Rektomanoskopie

Zur ausführlichen Inspektion der Schleimhaut wird eine spezielle Vorbereitung (Reinigung des Darmkanals) vor der Untersuchung gefordert.

Die Methodik der Vorbereitung umfasst diätetische Einschränkungen – im Zeitraum von 24 bis 48 Stunden vor dem Eingriff –, bei denen Früchte, Gemüse und grobe Nahrungsmittel aus der Ration ausgeschlossen werden. In einigen medizinischen Einrichtungen wird die Rektomanoskopie ausschließlich auf nüchternen Magen durchgeführt. Die Darmreinigung erfolgt in unterschiedlichen Formen und hängt von den Präferenzen des Arztes ab.

Es existieren folgende Methoden zur Vorbereitung auf die Rektomanoskopie:

  • Abführklistiere (zunächst kurz vor der Untersuchung am Abend sowie am Tag der Untersuchung am Morgen – mindestens drei Stunden vor der Prozedur).
  • Einnahme von Abführmitteln in Form oraler Präparate (beispielsweise Dulcolax, Fortrans, Forlaks, Flit).
  • Durch das Einsetzen spezieller Mikroklistiere mit dem Abführmittel (Mikrolaks) kann die Vorbereitungszeit auf 2–3 Klistiere vor 30–40 Minuten verkürzt werden, sodass die Untersuchung unmittelbar durchgeführt werden kann.

Die Vorbereitung zur Rektomanoskopie muss sorgfältig erfolgen, da eine unzureichende Darmspiegelung bei mangelnder Darmreinigung nicht aussagekräftig ist; insbesondere bei Patienten mit Verstopfung ist die Kombination aus Einläufen und Abführmitteln angezeigt.

Rektomanoskopie im Kindesalter.

Bei jüngeren Kindern erfolgt die Rektomanoskopie ausschließlich unter Allgemeinanästhesie (intravenös) mit speziellen, kindgerechten Rektoskopen von reduziertem Durchmesser.

Die Vorbereitung zur Rektomanoskopie bei Kindern unterscheidet sich von der bei Erwachsenen: Abführmittel und Einläufe werden nicht eingesetzt.

Zu den Indikationen für die Rektomanoskopie bei Kindern gehören Darmblutungen, Tumorbildungen, Hämorrhoiden oder ein Schleimhautprolaps; mittels dieser Untersuchung können Entwicklungsanomalien des distalen Dickdarms sowie nicht-spezifische Colitis ulcerosa, Proktosigmoiditis und weitere Pathologien erkannt werden.

Zu den Kontraindikationen für die Rektomanoskopie bei Kindern zählen Peritonitis, entzündliche Veränderungen im Bereich des Anus sowie eine Verengung des Anus.

Ob Sie wissen:

Personen, die sich routinemäßig zum Frühstücksgewohnheiten halten, entwickeln seltener eine Fettüberwucherung.


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