Zytomegalie

Warum wird das Zytomegalie-Virus zu einer der gefährlichsten Erkrankungen unserer Zeit gerechnet?

Auftreten von Zytomegalievirus-Symptomen

Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst eine Vorstellung davon haben, was das Zytomegalie-Virus darstellt. Die Gefahr des Virus besteht darin, dass die Erreger nach Eindringen in den menschlichen Organismus lebenslang persistieren; bei der überwiegenden Mehrheit der Infizierten verläuft die Infektion jedoch in einer subklinischen Form. Entsprechend beginnt die Behandlung oft erst nach Diagnosestellung, was zur Entwicklung entzündlicher Prozesse führen kann.

Die Aktivierung des Zytomegalievirus erfolgt durch eine starke und langanhaltende Schwächung des Immunsystems, wie sie beispielsweise durch Schwangerschaft, AIDS oder die regelmäßige Einnahme von Medikamenten verursacht wird, die das Schutzsystem des Organismus beeinträchtigen.

Übertragungswege

Das Zytomegalie-Virus wurde bereits 1956 entdeckt. Heute ist es bei 10 bis 15 Prozent der Jugendlichen und bei 40 Prozent der Erwachsenen nachweisbar. Diese hohe Verbreitung lässt sich mit der Neigung des Erregers zur lebenslangen Persistenz im menschlichen Körper erklären. Bei intakter Immunität stellen die Viren keine Gefahr dar; jedoch müssen die Schutzbarrieren geschwächt werden, was das Zytomegalie-Virus bei Kindern und Erwachsenen zeigt. Zum Glück wird die Infektion vom Menschen auf den Menschen nur schwer übertragen. In der Regel sind für eine Ansteckung langanhaltende, enge Kontakte mit infizierten Personen notwendig.

Die häufigsten Übertragungswege des Zytomegalie-Virus:

  • Übertragung durch Tröpfcheninfektion: Die Erreger gelangen in den Organismus über Speichel beim Küssen.
  • Sexuelle Übertragung: Über das Sperma oder den Schleim des Gebärmutterhalses.
  • Transplazentare Übertragung: Das Zytomegalievirus wird dem Fötus während der intrauterinen Entwicklung übertragen.
  • Eine Infektion des Neugeborenen durch die Stillmilch ist möglich.
  • Die Infektion kann sich über Bluttransfusionen oder Organtransplantationen einschleichen.

Symptome des Zytomegalie-Virus.

Die Symptome des Zytomegalie-Virus treten im Verlauf von 20 bis 60 Tagen auf. In der Regel beginnt die Infektion akut und zeigt sich durch folgende Merkmale:

  • Erhöhung der Körpertemperatur.
  • Symptome einer allgemeinen Intoxikation
  • Vegetative Störungen
  • Allgemeine Schwäche
  • Schnelle Ermüdbarkeit
  • Stark vermehrte Speichelbildung
  • Entwicklung entzündlicher Prozesse in den Lymphknoten

Bei fehlender Behandlung geht das Zytomegalie-Virus häufig in die generalisierte Form über, bei der Infektionen verschiedener Organe und Systeme beobachtet werden. Bei Patientinnen werden folgende Manifestationen festgestellt: Entzündungen des Leber- und Milzgewebes sowie der Milz selbst, Lungenentzündung, Bronchitiden, Hirn- und Augeninfektion, Zunahme der Unterkieferdrüsen (Parotis), Exanthem sowie Gelenkentzündungen. Das Zytomegalie-Virus ist bei Kindern und schwangeren Frauen am gefährlichsten. Der Verlauf des Virus im Kindesorganismus verläuft oft schwerwiegender. Für zukünftige Mütter stellt die Infektion eine ernste Bedrohung für den Fötus dar. Das Zytomegalie-Virus ist einer der häufigsten Gründe für Fehlgeburten und schwere Erkrankungen beim Kind, insbesondere von Infektionen des Zentralnervensystems. Wird bei der Diagnose zu spät behandelt, kommt es in 20–30 % der Fälle zur Geburt eines Kindes mit normaler Entwicklung.

Zytomegalie-Virus bei Kindern

Ein Kind mit Zytomegalie

Wie bereits erwähnt, kann die kranke Mutter das Kind während der Schwangerschaft und nach der Geburt durch die Muttermilch anstecken. In der frühen Schwangerschaftsphase stirbt das Fötus in der Regel. Auch bei rechtzeitiger Analyse auf Zytomegalie ist eine Therapie oft nicht möglich, da sich das Immunsystem des Embryos noch nicht gebildet hat und die Erreger schlecht auf antivirale Medikamente reagieren. Bei späteren Schwangerschaftszeiten überleben die Kinder, doch beeinflusst das Zytomegalie-Virus ihre volle Entwicklung in jedem Fall. Die Aufstellung einer korrekten Diagnose erschwert sich zudem dadurch, dass bei Kindern mit Zytomegalie die Symptome der Erkrankung vollständig fehlen können. Erst wenn die Erreger irreversible Schäden an lebenswichtigen Systemen und Organen verursacht haben, treten die klinischen Zeichen des Zytomegalie-Virus zutage. Zudem ist die asymptomatische Form weniger schwerwiegend; da das Virus unter der Bevölkerung weit verbreitet ist, bleibt es bei normaler Immunität oft symptomfrei und verursacht keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Behandlung des Zytomegalie-Virus

Es ist entscheidend zu verstehen, dass eine Zytomegalie-Infektion unheilbar ist. Die derzeit verfügbaren Medikamente ermöglichen lediglich die Kontrolle der Erregerzahl im Blut, können das Virus jedoch nicht vollständig eliminieren. Zur Normalisierung des Patientenzustands setzen Ärzte auf ein breites Spektrum an Maßnahmen: Sie stärken das Immunsystem und nutzen antivirale Wirkstoffe (Interferone) zur Unterdrückung der Virusaktivität.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

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