Cheilitis

Symptome einer Cheilitis an den Lippen

Tatsächlich kann jeder Mensch im Laufe seines Lebens an einer solchen Erkrankung wie der Cheilitis leiden.

Unter Cheilitis versteht man eine Lippenkrankheit, die durch Aufhellung der Schleimhaut, das Auftreten von Ablagerungen und Texturen in Form quer verlaufender Risse sowie ein hellrotes Saumgewebe an den Lippen gekennzeichnet ist. In seltenen Fällen kann sich die Cheilitis von den Lippen auf die Gesichtshaut ausbreiten. Meistens wird diese Erkrankung bei Menschen beobachtet, die unter einem Vitamin-B2-Mangel leiden.

In der medizinischen Diagnostik wird der Begriff 'Cheilitis' nicht als eigenständige Diagnose verwendet, da er verschiedene selbständige Lippenkrankheiten mit unterschiedlicher Ätiologie zusammenfasst.

Der Verlust der Farbe, das Abschuppen, das Zucken und das Zerreißen der Schleimhaut werden durch die ständige äußere Einwirkung auf die Lippen verursacht. Dazu zählen die Aufnahme von Nahrung, Temperaturschwankungen, das Risiko einer infektiösen Ansteckung sowie die Wirkung ungünstiger äußerer Faktoren (Schadstoffe in der Luft) und schließlich die Anwendung von Lippenpflegeprodukten.

Die Cheilitis kann durch eine allgemeine Verschlechterung des ökologischen Zustands, verschiedene Erscheinungsformen allergischer Reaktionen, Erkrankungen des endokrinen Systems sowie eine Schwächung des Immunsystems ausgelöst werden.

Einordnung der charakteristischsten Formen der Cheilitis

In der medizinischen Praxis sind zahlreiche Formen der Cheilitis bekannt. Diese weisen unterschiedliche Ursachen auf und erfordern entsprechend abgestimmte Therapien. Die Cheilitiden an den Lippen lassen sich wie folgt unterteilen:

Primär selbstständige Cheilitiden.

  • Glanduläre Cheilitis – eine Erkrankung, die auf angeborener oder erworbener Hypertrophie sowie Infektion der kleinen Speicheldrüsen beruht.

Es gibt zwei Formen der glandulären Cheilitis: primär und rezidivierend. Die primäre Lippencheilitis steht nicht mit anderen Erkrankungen in Verbindung; die rezidivierende entwickelt sich bei Personen ohne angeborene Drüsenabnormalität vor dem Hintergrund anderer Lippenkrankheiten.

Zu den Krankheitsursachen zählen Erblichkeit, Zahnstein, Parodontitis, Karies sowie andere Infektionskrankheiten. Das Alter der Erkrankung liegt meist über dem 30. Lebensjahr; betroffen ist dabei in der Regel die Unterlippe.

  • Exfoliative Cheilitis – eine Entzündung des roten Lippenrands, begleitet von starker Abschuppung. Sie wird vor allem bei Frauen beobachtet. Als Hauptursache gilt eine Erscheinungsform der Psychopathologie oder Funktionsstörungen des Nervensystems. Für diese Form ist die Ausbreitung auf Haut und Schleimhaut nicht charakteristisch.

Es gibt zwei Formen der exfoliativen Cheilitis: die trockene und die ekssudative Form. Die ekssudative Variante wird durch eine erhöhte Kapillardurchlässigkeit verursacht, während bei der trockenen Form Schuppenbildung und Lippen Trockenheit charakteristisch sind. Die trockene Form kann in die ekssudative übergehen. Die Prognose für die Behandlung beider Formen ist günstig.

  • Allergische Kontaktcheilitis entsteht durch eine allergische Reaktion des Organismus auf verschiedene Reizstoffe beim Kontakt mit dem roten Lippenrand. Sie wird meist bei Frauen ab 20 Jahren diagnostiziert. Als Auslöser können Lippenpomaden mit chemischen Substanzen dienen, ebenso wie der ständige Kontakt mit Gegenständen wie Griffen, Bleistiften oder Mundstücken.

Die Cheilitis entwickelt sich bei einer Neigung des Organismus zu allergischen Reaktionen auf chemische Substanzen. Das Krankheitsbild dieser Form umfasst Brennen, Ödeme und Rötung der Lippen. Eine Verschärfung tritt beim erneuten Kontakt mit Reizstoffen ein; in seltenen Fällen erstreckt sie sich auf Schleimhaut und Haut.

  • Aktinische Cheilitis – entzündliche Erkrankungen der Lippen im Zusammenhang mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber äußeren natürlichen Faktoren wie Wind, Sonneneinstrahlung, Kälte oder Strahlung (auch innerhalb zulässiger Normen). Charakteristisch ist sie für Männer bis zum 60. Lebensjahr. Das Krankheitsbild zeigt trockene und ekssudative Formen; es werden Schwellungen des roten Lippenrands sowie Erosionen oder kleine Bläschen beobachtet. Manchmal wird der Verlauf von Schmerzempfindungen begleitet.

Symptomatisch rezidivierende Cheilitiden.

  • Die atopische Cheilitis der Lippen. Es wird angenommen, dass die Ätiologie dieser Erkrankung genetischen Faktoren in höherem Maße zuzuordnen ist, welche die Bedingungen für allergische Reaktionen des Organismus schaffen. Zur Zahl der Allergene zählen medikamentöse Präparate, kosmetische Mittel sowie Lebensmittel; charakterisiert wird die Erkrankung mit Rötung, Jucken und Abschuppung des roten Saums der Lippen.
  • Die ekzematöse Cheilitis (ekzematos) wird als Symptom eines Ekzems betrachtet. Sie kann in einer akuten und chronischen Form verlaufen. Als Auslöser treten vielfältige Reizstoffe auf. Die akute Phase der Erkrankung äußert sich durch Schwellung der Lippen, das Auftreten pathologischer Hautveränderungen sowie Jucken, Brennen und Rötung.

Bei den akuten und chronischen Formen wird beobachtet. Neben den oben beschriebenen Erscheinungsformen bei der akuten Form der Cheilitis treten Bläschen und Krusten auf. Charakteristisch ist die Infektion beider Lippen sowie das Übergreifen auf das Hautdach.

Die Behandlung der Cheilitiden.

Lippenstift zur Behandlung der Cheilitis

Bei der großen Vielfalt an Formen, die eine Cheilitis annehmen kann, umfasst das therapeutische Vorgehen neben der medikamentösen Therapie eine Reihe von Schutzmaßnahmen. Diese dienen vor allem der Normalisierung des Lippen-Saugreflexes, der Beseitigung schädlicher Gewohnheiten, der Optimierung der Ernährung, der Korrektur des Knießens sowie der Wiederherstellung des Tonus des kreisförmigen Mundmuskels und der Normalisierung der Nasenatmung.

In jedem Einzelfall führt der Zahnarzt eine Untersuchung des allgemeinen Gesundheitszustands durch, ermittelt die Ursachen der Erkrankung und berät Sie zusätzlich zur Prophylaxe der Cheilitis über notwendige Maßnahmen.

Ob Das sollten Sie wissen:

Amerikanische Forscher haben Experimente an Mäusen durchgeführt und festgestellt, dass Arseniksäure die Entwicklung der Atherosklerose der Gefäße verhindert. Eine Gruppe von Mäusen trank normales Wasser, während die zweite Gruppe Arseniksäure zu sich nahm; daraufhin waren die Gefäße der zweiten Gruppe frei von Cholesterin-Plaques.


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