Akazienmehl

Akazienmehl (E 410) ist ein Stabilisator und Emulgator, der zudem als Verdickungsmittel wirkt sowie zur Kapselbildung eingesetzt werden kann. Lebensmittelzusatzstoff E410 – Akazienkernschleim

Die Gewinnung des Stoffes erfolgt aus den Samen der Akazie, einer mediterranen Pflanze (lateinisch: Ceratonia siliqua). Dabei werden die Samen in drei Anteile unterteilt: die Schale (30–35 %), das Endosperm (40–45 %) und die Triebe (20–25 %). Das Endosperm der Pflanze, die an der Mittelmeerküste wächst, wird als sogenanntes Akazienmehl bezeichnet.

Die chemische Struktur von Akazienmehl ähnelt der von Guar-Gummi – einem Stabilisator aus Erbsensamen, der in Pakistan und Indien angebaut wird. Es handelt sich um ein Polymer, das aus über 2000 einfachen und komplexen Monosaccharid-Resten besteht. Die Substanz ist ein gelbliches Pulver ohne charakteristischen Geruch.

Eigenschaften von Akazienmehl

Akazienmehl zeichnet sich durch eine hohe Beständigkeit gegenüber sauren und salzigen Umgebungen sowie beim Erwärmen aus. Der Stabilisator weist folgende Eigenschaften auf:

  • Hohe Zähigkeit (3100). Die Substanz löst sich erst vollständig in heißem Wasser bei Temperaturen von mindestens 85 °C auf; es existieren jedoch Modifikationen, die auch im kalten Wasser löslich sind.
  • Es wirkt stark synergistisch und beeinflusst die Eigenschaften anderer Kolloide.
  • Es bindet und verstärkt den Geschmack verschiedener Aromen in Lebensmitteln.

Unter Zugabe dieses Nahrungszusatzstoffs während des Abkühlprozesses wird die Bildung von Eiskristallen verzögert, wodurch sich ein gleichmäßiges und strukturiertes Gel bildet. Durch Mischung mit Xanthan und Alginate sowie anderen Emulgatoren verstärkt das Pflanzengummi aus den Früchten des Akazienbaums seine stabilisierenden Eigenschaften; daher findet der Zusatzstoff E410 breite Anwendung in der Herstellung von Milchprodukten, Eis und Schmelzkäse. Chemische Formel des Akazienkernschleims

Die Anwendung des Pflanzengummis aus den Früchten des Akazienbaums

Neben den oben genannten Lebensmitteln wird das Pflanzengummi aus den Früchten des Akazienbaums (Robinia pseudoacacia) in der Produktion von Gemüse- und Fruchtkonserven (z. B. konservierte Möhren und Salzgurken), Konservierter Makrele, Sardinen, Margarine mit reduziertem Fettgehalt (bis zu 10 g/kg), Käse, Quark, aromatisierten Joghurts, Sahne, Brühenwürfeln, Mayonnaise und Ketchup verwendet. Der Zusatzstoff kann zudem in die Rezepturen für Backwaren zur Frischhaltung sowie in Marmeladen, Fruchtgelees, Gelee und andere ähnliche Lebensmittel eingereiht werden.

Er ist als Zusatzstoff in konservierter Kinderernährung sowie in Beikost für Säuglinge erlaubt.

Gesundheitsrisiken des Pflanzengummis aus den Früchten der Akazie

Nach offiziellen Statistiken verfügt das Pflanzengummi aus den Früchten der Akazie über die Fähigkeit, im menschlichen Gastrointestinaltrakt nicht gespalten zu werden (da dem Organismus die notwendigen Enzyme fehlen), was erklärt, warum unverarbeitete Spezies aus dem Körper ausgeschieden werden.

Derzeit ist die Schädlichkeit des Pflanzengummis aus den Früchten des Akazienbaums nicht bewiesen; der Nahrungszusatzstoff E410 gilt als gesundheitlich unbedenklich. Dennoch kann die Aufnahme dieses Pflanzengummis Personen schaden, die eine individuelle Unverträglichkeit gegenüber Stabilisatoren und anderen Nahrungszusätzen haben, sowie Menschen beeinträchtigen, die an Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts leiden.

Die empfohlene Tageshöchstdosis für E410 beträgt maximal 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht oder 0,1 bis 1 % der Masse des fertigen Produkts.

Das Pflanzengummi aus den Früchten des Akazienbaums ist als Nahrungszusatzstoff in Russland und der Ukraine zugelassen.

Ob Dies ist bekannt:

Die höchste Körpertemperatur wurde bei Uilli Jones (USA) festgelegt; der Patient wurde mit einer Temperatur von 46,5 °C ins Krankenhaus eingeliefert.


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