Katatonie

Katatonie – Behandlung und Prognose Die menschliche Psyche ist äußerst verletzlich. Sie zeigt eine krankhafte Anfälligkeit für beliebige Veränderungen im Organismus. Verschiedene psychische Störungen können entstehen, ausgelöst durch schwere Intoxikationen, Infektionskrankheiten oder organisch bedingte Hirninfektionen. Auch die Katatonie gehört zu diesen Störungen und beeinträchtigt die motorischen Funktionen des Organismus. Diese Pathologie kann verschiedene Formen annehmen und tritt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auf.

Formen der Katatonie

Es gibt zwei Formen der Katatonie, die ineinander übergehen können: Stupor und Erregung. Beide Zustände zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine pathologische Veränderung des Muskeltonus beim Patienten bewirken. Gleichzeitig weisen diese beiden Formen wesentliche Unterschiede auf:

  • Der Stupor. Diese Form psychischer Verwirrung entsteht durch eine erhebliche Steigerung des Tonus der Skelettmuskulatur. Der Muskelkrampf erreicht ein solches Maß, dass die Patientin über einen langen Zeitraum in einer Pose stillsteht, die sogar sehr unangemessen ist. Ihre Haltung erinnert oft an die Lagerung eines Fötus im Mutterleib, das heißt an die Embryonalpose. Bei der Katatonie reagiert die Patientin auf Schmerzreize nicht; eine Änderung ihrer Körperhaltung ist unmöglich, und sie bleibt häufig über Wochen oder sogar Monate unverändert erhalten.
  • Die Erregung. Dieser Zustand wird durch eine gesteigerte Muskelspannung gekennzeichnet. Diese Form der Katatonie kann exaltiert oder aggressiv sein. Im ersten Fall wirkt die Patientin gehetzt, singt und nimmt gekünstelte Posen ein. Im zweiten Fall richtet sich ihre Aggression auf die Umgebung oder auf sich selbst; je nach Ausrichtung ist sie oft gefährlich.

Das Bewusstsein des Kranken kann bei einer beliebigen Form der Katatonie klar oder getrübt bleiben.

Katatonie

Die Gesamtheit der Symptome, die dem motorischen Störungsbild bei psychischer Verwirrung eigen sind, bildet die Katatonie. Sie kann sowohl durch Erregung als auch durch Stupor manifestiert werden. Der angeregte Zustand entwickelt sich allmählich oder beginnt plötzlich. Im ersten Fall hat der Kranke keine Bewusstseinsstörung; er lacht grundlos und wiederholt dieselben Wörter vielfach. Bei einem plötzlichen Beginn der Erkrankung wird der Mensch für die Umgebung gefährlich, seine Handlungen tragen einen zerstörerischen Charakter.

Der Stupor wird bei der Katatonie in folgende Spezies unterteilt:

  • Die kataleptische Spezies: Der Patient verharrt in einer sogenannten Katalepsie, d.h. er bleibt starr in der übernommenen oder selbst gewählten Pose; charakteristisch ist das Fehlen von Reaktionen auf laute Ansprache, während er bei Flüstern antwortet.
  • Die negativistische Spezies: Diese Form des Stupors wird dadurch gekennzeichnet, dass jede äußere Versuchung, die Lage des Kranken zu ändern – sei es durch Verschieben oder andere Mittel –, auf Widerstand stößt.
  • Der Stupor mit Erstarrung: Diese Form der Katatonie ist durch das stärkste Ausmaß an Muskelkrampf gekennzeichnet; meist befindet sich der Patient in einer Embryonalhaltung.

Die katatone Erregung und die Wechselbarkeit der Symptome: Der Patient kann zwischen einem Zustand der Erregung und dem Stupor hin- und herwechseln. Zudem ist bei chronischer Katatonie eine Abfolge verschiedener Stuporspezies möglich.

Behandlung der Katatonie

Die Diagnostik der Katatonie erfordert eine Abgrenzung von anderen Formen psychischer Verwirrungen. Für ihre Bestätigung muss mindestens eines der folgenden Symptome (Stupor, Erregung, Negativismus oder Katalepsie) im Verlauf von zwei Wochen deutlich ausgeprägt sein. Da ähnliche psychische Zustände sowohl durch Intoxikation des Organismus als auch durch organische Hirninfektionen hervorgerufen werden können, richtet sich die Behandlung stets nach dem Grund der Erkrankung.

Wie manifestiert sich das katatonische Syndrom? Die Patientin mit Katatonie wird in ein psychiatrisches Krankenhaus aufgenommen. Der Transport erfolgt unter medizinischer Aufsicht durch das Pflegepersonal. Die Hauptmaßnahmen der Therapie bestehen in der Anwendung spezieller Medikamente. Diese Mittel sollen die Ursache der Katatonie beseitigen und die Hirntätigkeit normalisieren. Sollte sich nach der medikamentösen Behandlung keine Verbesserung des Zustands zeigen, wird eine Elektrokrampftherapie (ECT) verordnet.

Neben der psychischen Störung erfordert die Katatonie eine Kontrolle aller Körperfunktionen. Bei schweren Verläufen kann es zu einem Nahrungsverzicht kommen, was eine parenterale oder enterale Nährstoffzufuhr notwendig macht.

Die Behandlung der Katatonie ist aufgrund ihrer Komplexität schwierig. Häufig wird sie mit Schizophrenie kombiniert. Der Zustand verschlechtert die Lebensqualität des Patienten erheblich und stellt Angehörige, insbesondere die Familie, vor große Probleme. Um schwerwiegende Folgen zu vermeiden, sollte bei ersten Anzeichen unverzüglich spezialisierte Hilfe in Anspruch genommen werden.

Ob Das sollten Sie wissen:

Wer von einem Esel fällt, bricht statistisch eher das Genick als bei einem Sturz vom Pferd; versuchen Sie nicht, diese Behauptung zu widerlegen.


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