Knollenzwiebel

Die Knollenzwiebel ist eine der ältesten Gemüsekulturen, die der Mensch bereits anbaut. Ihr Nutzen begründet sich nicht nur durch den scharfen Geschmack und das spezifische Aroma, sondern auch durch heilsame Eigenschaften, die seit langem bekannt sind und heute genutzt werden.

Knollenzwiebel

Bei der wilden Art handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze; im Anbau als Kultur wird sie zweijährig kultiviert. Im ersten Jahr entwickelt sich aus den Samen die Zwiebel, im zweiten Jahr bilden sich Stiele und Samen. Die Vermehrung erfolgt vegetativ – die Zwiebeln werden so verbreitet.

Die Knollenzwiebel besteht aus der veränderten Schuppe und dem Schildchen. Zwiebeln bestimmter Hauszwiebel-Sorten erreichen einen Durchmesser von bis zu 15 cm; die äußeren Schuppen sind trocken und je nach Sorte gelb, violett oder rot gefärbt. Das Gewebe innerhalb des Schildchens ist weiß, grünlich oder violett, strukturell fest und fleischig. Es sitzt auf einem verkürzten Stiel, von dem aus nach unten weiße Wurzeln austreten. Zwischen den festen Schuppen befinden sich die veränderten Nieren, aus denen bei der vegetativen Vermehrung neue Zwiebeln gebildet werden.

Die Blätter der Hauszwiebel sind schlauchförmig mit einer Hohlstruktur und silbergrüner Färbung. Der Blütenstand hat eine kugelige Form und ist weißlich gefärbt.

Der Nutzen der Knollenzwiebel

Den Zwiebelgeruch ist es unmöglich, ihn mit anderen zu verwechseln; er resultiert aus ätherischen Ölen und Phytonziden im Pflanzengewebe. Phytonzide sind pflanzliche Substanzen, die über antibakterielle und antiseptische Eigenschaften verfügen und in der Lage sind, Viren sowie Bakterien abzutöten.

Im Laufe der Evolution haben sich Phytonzide als Schutzmechanismus der Pflanze gegen Schädlinge entwickelt. Diese Substanzen wirken hemmend auf Grippeviren, Parainfluenza- und Rhinoviren sowie Bakterien wie Streptokokken und Staphylokokken. Ihr Effekt ist innerhalb von 15 Minuten nach dem Zerschneiden der Zwiebel am stärksten und nimmt später ab. Die antibakteriellen und antiseptischen Eigenschaften der Hauszwiebel werden zur Linderung von Erkältungssymptomen, bei der Behandlung von Wunden (insbesondere eitrigen) und Schnitten eingesetzt.

Die Knollenzwiebel zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Vitaminen der Gruppe B (Thiamin und Riboflavin) sowie an Mikroelementen wie Eisen, Kalzium, Kalium und Natrium aus; die Ascorbinsäure bleibt bei der Winterlagerung erhalten, wodurch sie eine wertvolle Quelle gegen Hypovitaminose darstellt. Menschen, die regelmäßig frische Hauszwiebeln in ihre Ernährung aufnehmen, leiden seltener an Karies. Übrigens enthalten die grünen Zwiebelblätter mehr Vitamine und Mineralstoffe als die Knolle selbst.

Durch das Vorhandensein spezieller schwefelhaltiger Verbindungen senkt die Hauszwiebel den Cholesterinspiegel im Blut, beugt der Thrombosebildung vor und weist antisklerotische Eigenschaften auf, was für die normale Funktion des Herz-Kreislauf-Systems von großer Bedeutung ist. Zudem stärkt die Zwiebel das Gedächtnis und kann es auch im fortgeschrittenen Alter wiederherstellen.

Zwiebelsaft und Zwiebelaufguss werden als Mittel eingesetzt, um eine Vorsteherdrüsenhypertrophie (Prostatavergrößerung) zu verringern; der Zwiebelsaft wirkt jedoch nur schwach entzündungshemmend.

Der Nutzen der Hauszwiebel bei Varikose und Hämorrhoiden ist gut etabliert; Studien belegen ihre abschwellende Wirkung. Der relativ niedrige Kaloriengehalt ermöglicht den Einsatz dieses nützlichen Produkts auch bei Menschen mit Fettstoffwechselstörungen.

Die Verwendung von Zwiebeln in der Ernährung.

In die Ernährung gehen sowohl die Knolle als auch das grüne Blatt der Hauszwiebel; nach geschmacklichen Merkmalen werden sie in süße, scharfe und halbscharfe Sorten unterteilt.

Gelbe Zwiebeln gehören zu den scharfen Sorten, während rote und violette Zwiebeln halbscharf sind. Diese werden meist für die Zubereitung von Vorspeisen verwendet, um Geschmack und Aroma optimal in das Gericht zu integrieren. Mit scharfen Zwiebelsorten bereitet man Suppen, Brühen (wie Ohr) sowie zweite Gänge aus Kartoffeln, Fisch und Gemüse zu.

Weiße Zwiebeln gehören zu den süßen Sorten; sie schmecken auch im Rohzustand angenehm und finden daher breite Anwendung bei der Herstellung von frischen Gemüsesalaten oder als Beilagensatz.

Die Hauszwiebel kann bis zur neuen Ernte über das gesamte Jahr gut gelagert werden, sofern die Lagerstelle trocken, kühl und gut belüftet ist.

Der Kaloriengehalt der Knollenzwiebel beträgt etwa 43 kcal pro 100 g, während er bei den grünen Blättern nur 23 kcal liegt.

Salat mit Knollenzwiebeln

Die gesundheitlichen Risiken des Konsums von Hauszwiebeln

Um den unangenehmen Geruch frischer Zwiebel im Mund zu vermeiden, kann man frisches Petersilienkraut kurz kauen oder geröstete Walnusskerne verwenden. Die so zubereitete Zwiebel verliert dabei zwar einige nützliche Eigenschaften, behält aber den spezifischen Geruch nicht.

Der Schaden der Hauszwiebel zeigt sich bei langdauernden Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts durch eine exzessive Stimulation der Verdauungsdrüsen und eine Erhöhung der Magensäure; sie kann die Verschärfung von Magengeschwüren, Zwölffingerdarmgeschwüren sowie einer Gastritis oder Duodenitis provozieren.

Die abführenden Eigenschaften der Knollenzwiebel können sich ungünstig auf das Nervensystem auswirken und bei veranlagten Personen zu einer Erhöhung des arteriellen Blutdrucks führen.

Ob Das wissen Sie:

Der menschliche Knochen ist viermal so fest wie Beton.


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