Das Osteom ist eine gutartige knöcherne Neubildung, die aus dem Knochen und der Knochensubstanz hervorgeht und sich als langsam wachsende Halbkugel manifestiert. Früher umfasste der Begriff des Osteoms unabhängig von der Entstehungsursache alle knöchernen Bildungen (traumatisch, blastomatos, entzündlich und neuropathisch); jedoch schließt die heutige medizinische Abgrenzung zwischen Geschwülsten und hyperplastischen Formationen das oben beschriebene Wachstum mehrheitlich vom Begriff des Osteoms aus.
Das Osteom bildet sich auf den Knochen des Skelettes und tritt häufig an Hüft-, Schlüssel- und Schläfenbeinen sowie in den Höhlen und Umlaufbahnen der Gesichtsknochen auf. Ein Osteom des Schläfenbeins entsteht oft aus degenerierten Knorpelresten.
Tumoren, die sich oberhalb der Knochenoberfläche befinden, werden als Exostosen bezeichnet; geschlossene Neubildungen in der Schwammsubstanz hingegen als Enostosen.
Geschwülste treten meist einzeln (solitär) auf. Plurielle Exostosen sind dagegen Ausdruck systemischer Erkrankungen und gehören zu den Ekchondromen. In sehr seltenen Fällen handelt es sich um ein Knochenblastom, das aus Osteoblasten entsteht und an der Grenze zwischen gutartigen Neubildungen und bösartigen Tumoren (Sarkomen) positioniert ist.
In einigen Fällen, insbesondere bei pluriellen Exostosen, tritt das Osteom infolge erblicher Veranlagung auf. Die Erkrankung wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % an direkte Nachkommen weitergegeben. Weitere Entstehungsursachen umfassen:
Angeborene Exostosen
Osteome gliedern die Knochen je nach Aufbau in folgende Typen:
Fest: bestehend aus dichter, kompakter Substanz, die an Elfenbein erinnert; diese Substanz enthält kein Knochenmark und schließt den Ductus vollständig aus.
Porös: bestehend aus schwammartiger Substanz
Markhaltig: bestehend aus großen, breiten Markhöhlen
Je nach Entstehungsursache werden die Exostosen in epiphysäre und periostale Typen eingeteilt.
Das Osteom enthält Knochenplatten, die sich über dem darunterliegenden Knochengewebe befinden; diese Platten liegen in den Gabeln der Gefäße und im knöchernen Raum. Je nach Art des Tumors variieren die Anzahl der Gefäßgabeln sowie die Größe des knöchernen Raums. Die Knochenstruktur, die das Osteom häufig bildet, besteht aus Knorpelinseln, die sich entweder in der Subkortikalschicht oder im Schwammkörpergewebe befinden.
Oft entwickelt sich das Osteom asymptomatisch; krankhafte Empfindungen treten nur auf, wenn die Geschwulst die Bewegung des Knochens behindert oder einen Nerv komprimiert. Befindet sich das Osteom an der oberen Platte des Schädels, können Kopfschmerzen, epileptische Anfälle sowie Gedächtnisstörungen entstehen. Lokalisiert sich die Geschwulst im Bereich des Keilbeins, so kann es zu Sehverschlechterungen kommen und ein Störungshintergrund im hormonellen System beobachtet werden.
Das Osteom wird primär anhand klinisch-radiologischer Befunde diagnostiziert; daraufhin erfolgt eine Therapieentscheidung.
Die Behandlung des Osteoms erfolgt durch radikale Tumorresektion. Eine operative Intervention ist indiziert bei Funktionsstörungen der Organe, starken Schmerzen, Wachstumsverzögerungen sowie Formabweichungen der Knochen, die zu Bewegungseinschränkungen und Statikveränderungen der Gliedmaßen führen. Während der Operation entfernt der Chirurg den Tumor; anschließend erfolgt eine Resektion des darunterliegenden Plättchens des gesunden Knochens. Wird das Krankheitsbild bei geringen Symptomen und einem kleinen Tumorvolumen angenommen, so ist es zweckmäßig, lediglich auf die Verlaufskontrolle zu verzichten.
In Großbritannien gibt es ein Gesetz, wonach der Chirurg von einer Operation absehen kann, wenn der Patient raucht oder Übergewicht hat; dem Patienten wird geraten, schädliche Gewohnheiten einzustellen, und eine operative Intervention ist nicht zwingend erforderlich.
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