Schizophrenie

Allgemeine Charakteristik der Erkrankung

Schizophrenie – Gruppe psychischer Störungen Der Begriff Schizophrenie bezeichnet eine Gruppe psychischer Störungen. Aufgrund ihrer spezifischen Merkmale werden verschiedene Subtypen unterschieden, die sich durch unterschiedliche Ausprägungen in Verhalten, Denken und emotionaler Erlebniswelt voneinander abheben.

Das Hauptmerkmal jeder Form der Schizophrenie ist eine verzerrte Wahrnehmung der Realität, die zu ernsthaften Persönlichkeitsveränderungen führt. Diese Erscheinungsformen weisen in der Regel einen episodischen Charakter auf; jedoch variiert die Häufigkeit der Verschlimmerungen bei jedem Patienten individuell. Sogenannte psychotische Episoden treten im Leben des Betroffenen nur mehrmals auf; manchmal befindet sich der Patient über längere Zeiträume in einem Zustand der Remission und kann den Eindruck eines völlig gesunden Menschen ohne jegliche Merkmale einer Schizophrenie erwecken, bis zum nächsten Rückfall.

Ursachen der Schizophrenie

Die Schizophrenie ist eine weit verbreitete psychische Störung mit einer Prävalenz von durchschnittlich 1 %. Die erste psychotische Episode tritt bei Männern häufiger bereits bis zum 20. Lebensjahr auf, während bei Frauen das Erkrankungsrisiko im Teenageralter gering ist und erst zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr ein Maximum erreicht.

Die genaue Ätiologie der Schizophrenie bleibt weiterhin unklar. Es ist jedoch unbestritten, dass Erziehungsfehler oder eine angeborene Charakterstärke nicht als Auslöser dieser Störung gelten können. Heute wird vor allem die multifaktorielle Genese anerkannt, wobei genetische Faktoren eine zentrale Rolle spielen: Patientinnen stammen häufiger aus Familien mit einer erblichen Veranlagung zur Schizophrenie.

Es ist gerechtfertigt, auf das Vorhandensein eines gestörten chemischen Gleichgewichts in den Hirnprozessen sowie mögliche anatomische Pathologien des Organs hinzuweisen. Einige Gelehrte gehen sogar davon aus, dass bestimmte Umweltbedingungen, wie beispielsweise starke Stresssituationen, als Auslöser für die Verwirrung der Psyche bei Schizophrenie-Patienten dienen können.

Symptome der Schizophrenie

Die komplexe Gesamtheit der vielfältigen Symptome der Schizophrenie wird üblicherweise in drei große Gruppen eingeteilt. Zur ersten Gruppe gehören die sogenannten positiven Symptome; im medizinischen Kontext bezeichnet das Wort „positiv" nicht den Wert „gut", sondern Merkmale, die für den gesunden Menschen fremd sind und beim schizophrenen Kranken vorhanden sind. Zu diesen Symptomen zählen Wahnideen und Halluzinationen.

Die zweite Gruppe bilden die desorganisierten Symptome der Schizophrenie. Sie manifestieren sich in der Unfähigkeit des Menschen, logisch zu denken und angemessen auf Geschehenes zu reagieren. Bei Patientinnen mit Schizophrenie zeigt dies beispielsweise zusammenhangslose Rede oder schnelle Übergänge von einer verworrenen Idee zu einer anderen. Patienten mit desorganisierten Symptomen bewegen sich im verzögerten Tempo, vergessen ständig Gegenstände, verlieren Sachen und wiederholen dieselben Bewegungen über längere Zeit.

Zu den negativen Symptomen der Schizophrenie gehören das Fehlen von Emotionen oder eine unangemessene Ausprägung dieser im Verhältnis zur Situation (z. B. Gelächter statt Weinen). Bei diesen Patienten ist häufig ein Mangel an Lebensinteresse sowie eine plötzliche Stimmungswechselhaftigkeit charakteristisch. Ihr Wesen liegt in der Fähigkeit, über längere Zeit in einem Zustand der Unbeweglichkeit zu verharren.

Diagnostik der Schizophrenie

Es gibt keine spezifischen labormedizinischen Tests zur Diagnose der Schizophrenie. Traditionelle Untersuchungsmethoden wie Blut- und Urintests sowie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen der Organe dienen dazu, organische Ursachen auszuschließen, die das klinische Bild einer Schizophrenie vortäuschen könnten. Wenn ein Internist keine physischen Faktoren identifizieren kann, welche die Symptome verursachen, wird der Patient an einen Fachpsychiater überwiesen. Die weitere Diagnostik erfolgt durch Gespräche mit dem Patienten und die Beobachtung seines Verhaltens.

Die Behandlung der Schizophrenie

Behandlung der Schizophrenie

Eine vollständige Heilung bei Schizophrenie ist nicht möglich; es besteht lediglich die Möglichkeit einer komplexen unterstützenden Therapie. Das Ziel dieser Behandlung ist die Verringerung der Symptomatik sowie die Senkung des Risikos für einen erneuten psychotischen Schub. Die medikamentöse Therapie erfolgt durch den Einsatz neuroleptischer Präparate, die bei vielen Symptomen wie Halluzinationen und Wahnideen wirksam sind.

Die psychosoziale Behandlung umfasst Methoden zur Bewältigung sozialer Anpassungsprobleme des Patienten. Der Patient wird darin unterwiesen, frühe Warnzeichen der Erkrankung zu erkennen und je nach seinen Kräften die Symptome aktiv zu kontrollieren. Im Rahmen dieser Therapie entwickeln Arzt und Patient gemeinsam einen Behandlungsplan für den Fall eines erneuten psychotischen Schubs. Gleichzeitig werden Sitzungen einer individuellen sowie familiären Psychotherapie durchgeführt.

Die Behandlung der Schizophrenie umfasst lebenslang auch die Rehabilitation des Patienten sowie die Förderung sozialer und beruflicher Kompetenzen, um dem Erkrankten zu ermöglichen, selbstständig in der Gesellschaft zu leben. Eine stationäre Aufnahme in geschlossene psychiatrische Einrichtungen erfolgt ausschließlich dann, wenn der Patient eine konkrete Gefahr für das Umfeld darstellt oder seine eigene Gesundheit bzw. sein Leben gefährdet.

Die Behandlung der Schizophrenie erfolgt traditionell ambulatorisch mit einem individuellen Zeitplan für die Medikamenteneinnahme und psychotherapeutischen Beratungen; aggressive Verfahren wie die Elektrokrampftherapie (EKT) und Psychochirurgie werden lediglich in Fällen eingesetzt, bei denen alle anderen Behandlungsversuche gescheitert sind.

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Sind Patientinnen mit Schizophrenie gefährlich?

Die Mehrheit der Patienten mit diesem psychischen Störungstyp ist für die Umgebung nicht gefährlich. Frauen mit Schizophrenie neigen jedoch zur sozialen Isolation, zum Alkoholmissbrauch und zur Entwicklung einer Drogenabhängigkeit. Meistens ist ihr Verhalten für das eigene Leben riskant. Der Suizid stellt eine der häufigsten Todesursachen bei Patientinnen mit Schizophrenie dar. Dennoch zwingt bereits ein minimaler Anteil an Patienten mit aggressivem Verhalten die medizinischen Einrichtungen dazu, alle Patientinnen mit Schizophrenie streng zu überwachen und im Notfall eine Zwangsbehandlung durchzuführen.

Ob Das wissen Sie:

Der 74-jährige Australier James Harrison spendete über 1000 Mal Blut. Er besitzt eine seltene Blutgruppe, deren Antikörper dazu beitragen, Neugeborene mit schwerer Anämie zu retten. Auf diese Weise rettete der Australier etwa zwei Millionen Kinder.


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