Nikotin ist ein Alkaloid, das in den Wurzeln von Nachtschattengewächsen synthetisiert und in den Blättern akkumuliert wird. Zwar kommt Nikotin hauptsächlich im Tabak vor, doch sind auch in kleinen Dosen Auberginen, grüner Pfeffer, Kartoffeln sowie die Blätter von Schiffsköchen enthalten. Nikotin verhält sich als starkes Neuro- und Kardiotoxin. Bei der ständigen Aufnahme dieser Substanz durch den menschlichen Organismus entwickelt sich eine starke, aber kurable Abhängigkeit. Die Wirkung des Nikotins auf den Organismus führt zur Entstehung einer Reihe schwerwiegender Erkrankungen.
Nach dem Eintritt in den Organismus verteilt sich Nikotin rasch über den Blutstrom auf alle Organe; innerhalb von sieben Sekunden ist es bereits im Gehirn angekommen. Nikotin kann die Blut-Hirn-Schranke (der physiologische Schutz des Zentralnervensystems vor Mikroorganismen im Blut) überwinden. Die Menge an Nikotin, die bei jeder gerauchten Zigarette in den Organismus gelangt, ist deutlich geringer als die Gesamtmenge des im Rauch enthaltenen Nikotins. Beim Rauchen ist die aufgenommenen Nikotinmenge wesentlich niedriger als beim Konsum von Pfeife- und Kautabak.
Das aufgenommene Nikotin wirkt auf nikotinische Acetylcholinrezeptoren ein, vergrößert deren Aktivität, was zu einer erhöhten Produktion von Pheromonen sowie zum Auswurf von Adrenalin und Noradrenalin in das Blut führt; dies verändert den emotionalen Hintergrund des Menschen und bewirkt Gefühle der Anregung, Munterkeit, geistige Klarheit, Kraftzuwachs, psychologische Entspannung sowie das Gefühl der Leichtigkeit und Glückseligkeit.
Die Wirkung von Nikotin auf das kardiovaskuläre System äußert sich durch Tachykardie, eine Erhöhung des arteriellen Blutdrucks sowie Vasokonstriktion, was zu einer Störung der Organversorgung führt. Der Einfluss von Nikotin auf die inneren Organe ist reflektorisch bedingt. Zudem trägt die Bindung an Rezeptoren zur Steigerung der Dopamin-Aktivität bei; Dopamin ist ein Neurotransmitter, der Gefühle des Vergnügens und der Befriedigung auslöst.
Unter dem Einfluss von Enzymen oxidiert Nikotin zu Nicotinsäure (PP-Faktor), die als ungiftig gilt. Der menschliche Organismus produziert jedoch nicht die für diese Oxidation notwendigen Enzyme. Daher kann auch bei Rauchern ein Mangel an PP-Faktor beobachtet werden.
Eine Zigarette kann bis zu 1,27 mg Nikotin enthalten; diese Menge stellt bei intravenöser Aufnahme eine tödliche Dosis dar. Nikotin beeinflusst die Funktion aller Organsysteme und führt sowohl zur psychischen als auch zur körperlichen Abhängigkeit.
Die psychische Abhängigkeit ist eine Gewohnheit, die sich durch wiederholtes Auftreten bestimmter Effekte bildet; sie verstärkt sich durch Veränderungen des emotionalen Hintergrunds und stellt einen Hauptfaktor für den Einfluss von Nikotin auf den Organismus dar. Der Raucher gewöhnt sich nicht nur an die nikotinhaltige Dosis zur Förderung der Nerventätigkeit (körperliche Abhängigkeit), sondern auch an das Ritual, das untrennbar zu seinem Leben wird.
Der negative Einfluss dieser Substanz auf den Organismus zeigt sich in Störungen der Hauptsysteme: ZNS, kardiovaskuläres und endokrines System. Neben der Entstehung psychischer und körperlicher Abhängigkeit fördert Nikotin die Entwicklung onkologischer Erkrankungen des Atemsystems, koronarer Herzkrankheiten sowie chronischer Bronchitiden. Raucher, die dem ständigen Nikotineinfluss ausgesetzt sind, neigen stärker zu Thrombosen und Atherosklerose, da Nikotin zur Vasokonstriktion beiträgt.
Der Einfluss von Nikotin auf den Organismus zeigt sich auch in einer verzögerten Wundheilung bei Geschwüren sowie in anhaltender vermehrter Schleimsekretion. Bei Männern führt Nikotin zu einer frühen Entwicklung der Impotenz; Frauen, die einem ständigen Nikotineinfluss ausgesetzt sind, leiden unter Schwierigkeiten bei der Empfängnis und einem gestörten Schwangerschaftsverlauf.
Eine Überschreitung der Nikotindosis im Körper führt zu einer Vergiftung. Die Hauptsymptome einer akuten Nikotinvergiftung sind:
Auch bei einer langdauernden Nikotinvergiftung treten folgende Symptome auf:
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